Klassisch gegen Nimzoindisch

17.03.2015 – Die Nimzoindische Verteidigung (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4) gilt als solide und strategisch aktive Erwiderung für Schwarz. Weiß muss sich im vierten Zug entscheiden, mit welchem Konzept er auf Vorteil ausgehen will. Rustam Kasimdzhanovs Empfehlung ist klar: "Spiele 4.Dc2" - also der klassische Aufbau, den auch Kasparov favorisierte. Christian Höthe hat sich die DVD angeschaut. Mehr...

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Rustam Kasimdzhanov - Spiele 4.Dc2 gegen Nimzoindisch

Rezension von Christian Höthe (Braunschweig)

Wer als Anziehender 1. d4 nebst 2. c4 spielt, steht nicht selten vor der Frage, wie man wohl am nachhaltigsten den ebenso tückischen wie soliden Nimzo-Inder bekämpfen soll. Jeder Weltmeister von Botwinnik, Petrosian über Fischer, Karpow, Kasparow und Carlsen hatte ihn zu dem einen oder anderen Zeitpunkt in seinem Repertoire.

Glaubt man Koryphäen wie Kasparow, Ivan Sokolov und Kasimdzhanov, so bietet der von Capablanca her rührende Zug 4. Dc2 die meisten Aussichten auf Erfolg: Weiss vermeidet von Anfang an die oft lästige strukturelle Verschlechterung seiner Damenflügel-Bauern und sichert sich in vielen Abspielen frühzeitig das Läuferpaar. Damit schafft er langfristig gute Perspektiven, diesen Vorteil gewinnbringend im Mittel- oder gar Endspiel in den vollen Punkt umzusetzen.

Nun wäre Schach ein simples Spiel, wenn dies schon das Ende der Geschichte wäre! Denn natürlich hat auch der Nachziehende hier ein gewaltiges Wörtchen mitzureden. So wurden insbesondere in den vergangenen Jahren neue Methoden entwickelt, dem Zug 4. Dc2 die Zähne zu ziehen und den schwarzen Entwicklungsvorprung für Gegenspiel zu nutzen.

Um diesen Methoden gut gewappnet und vorbereitet zu begegnen, hat Rustam Kasimdzhanov, seines Zeichens selbst Fide-Weltmeister des Jahres 2004 und Anand-Sekundant, auf seiner DVD "Spiele 4.Dc2 gegen Nimzoindisch" ein Weiss-Repertoire nach 4. Dc2 herausgegeben.

In flüssigem, unterhaltsamen Englisch bespricht er dabei in knapp dreieinhalb Stunden die häufigsten Abspiele, mit denen der Anziehende zu rechnen hat, nämlich 4. ...c5, 4. ...O-O und 4. ....d5, spart aber auch eher seltene Fortsetzungen nicht aus.

Bei der Vorstellung der typischen Mittel- und Endspiele geht er dabei teilweise sehr detailliert in die Tiefe und zeigt anhand gut ausgewählter Musterpartien die typischen Mittelspielpläne und charakteristischen Bauernstrukturen und -behandlungsweisen.

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Als einzigen Kritikpunkt möchte ich erwähnen, dass mir Kasimdzhanov hin und wieder zu schnell eher seltene Abspiele behandelt und etwas blauäugig als für vorteilhaft für Weiss beschreibt. Vielleicht weil sie auf Top-Niveau eher selten anzutreffen sind? Aber die auch von Grossmeistern gar nicht so selten gespielten Fortsetzungen 4. ....Sc6, 4. ....d6 als auch die Variante 4. ...O-O 5. a3 Lc3: 6. Dc3: b6 7. Lg5 c5 8. dc5: bc5: - zum Beispiel im Kandidatenturnier 1995 von Kamsky genutzt, um einen extrem starken Salow mit Schwarz zu schlagen - behandelt Kasimdzhanov für meine Ansprüche dann doch zu kurz. Hier hätte er für den durchschnittlichen Vereins- und Turnierspieler durchaus noch mehr in die Tiefe gehen und zumindest je eine Musterpartie vorstellen können.
 
Abgesehen von diesem kleinen Detail ist ihm eine gute DVD gelungen, die Ihnen die Angst vor dem Nimzo-Inder nehmen wird! Viel Spass damit - lassen Sie sich vom Anand-Sekundanten coachen!

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