London Chess Classic: Nepomniachtchi an der Spitze

von Klaus Besenthal
10.12.2017 – Bei den London Chess Classics wurde heute die 8. Runde gespielt. Der Spieltag entwickelte sich zu einem Fest für den russischen Großmeister Ian Nepomniachtchi: Weltmeister Carlsen mit Schwarz geschlagen, einziger Spieler, der heute eine Partie gewinnen konnte, Carlsen in der Turnierwertung entscheidend abgehängt, sich selber alleine auf Platz 1 installiert - mehr ging beim besten Willen nicht. Morgen muss Nepomniachtchi noch in der letzten Runde gegen Maxime Vachier-Lagrave bestehen, dann könnte es für den Russen etwas werden mit dem Sieg in London.

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Fotos: Macauley Peterson, Pascal Simon

Ergebnisse der 8. Runde

Magnus Carlsen

0-1

Ian Nepomniachtchi

 

Mickey Adams

½-½

Levon Aronian

 

Hikaru Nakamura

½-½

Fabiano Caruana

 

Wesley So

½-½

Sergey Karjakin

 

Maxime Vachier-Lagrave

½-½

Vishy Anand

 

Carlsen - Nepomniachtchi 0:1

Nachdem er gestern bei seinem Sieg gegen Michael Adams noch eine starke Energieleistung vollbracht hatte, ging Weltmeister Magnus Carlsen heute gegen Ian Nepomiachtchi innerhalb weniger Züge sang- und klanglos unter. Dieser Vorgang war wohl letztlich ein beherzter Gewinnversuch Carlsens, der einfach nur gründlich schief ging:

 

Als noch alles gut war: Magnus Carlsen vor seiner Partie gegen Ian Nepomiachtchi

Adams - Aronian 0,5:0,5

Nach der schwierigen Partie gestern gegen Magnus Carlsen entschied sich Michael Adams heute für eine vollkommen spannungsfreie Variante des offenen Spaniers. Folglich versandete diese Partie frühzeitig in einem ereignislosen Remis.

Bei Michael Adams stand heute "Erholung" auf der Tagesordnung

Nakamura - Caruana 0,5:0,5

Die beiden Amerikaner "arbeiteten" ihre Partie ordentlich durch, bis am Ende im Turmendspiel mit drei gegen drei Bauern für keinen von beiden mehr etwas zu holen war.

Man kennt sich: Hikaru Nakamura und Fabiano Caruana

So - Karjakin 0,5:0,5

Die beiden Spieler mühten sich noch stundenlang bis in den Abend hinein - Karjakin versuchte es schließlich im Endspiel mit einem Bauerndurchbruch, der mit dem Opfer eines Bauern einherging, dem Russen dafür aber einen Freibauern bescherte. Es nützt nichts: Die Remisbreite wurde während der gesamten Partie nie verlassen.

Längste Partie des Abends: Sergey Karjakin und Wesley So

Vachier-Lagrave - Anand 0,5:0,5

Die beiden Spieler benötigten 27 Züge, um die Stellung so sehr zu vereinfachen, dass sie keine Ansatzpunkte für ein Spiel auf Gewinn mehr bot - nicht für Schwarz und nicht für Weiß.

Viswanathan Anand, Maxime Vachier-Lagrave

Partien

 

Tabelle nach der 8. Runde

Rg.   Name Elo Land 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Pkt.  Wtg1   Wtg2 
1 GM Nepomniachtchi Ian 2729 RUS * ½   1 ½ ½ ½ 1 ½ 1 5,5 3,0 0,0
2 GM Caruana Fabiano 2799 USA ½ * ½ ½ ½ ½ ½ 1 1   5,0 2,0 0,0
3 GM Vachier-Lagrave Maxime 2789 FRA   ½ * ½ ½ ½ ½ ½ 1 ½ 4,5 1,0 0,0
4 GM Carlsen Magnus 2837 NOR 0 ½ ½ *   ½ ½ ½ ½ 1 4,0 1,0 0,0
5 GM Aronian Levon 2805 ARM ½ ½ ½   * ½ ½ ½ ½ ½ 4,0 0,0 1,0
  GM So Wesley 2788 USA ½ ½ ½ ½ ½ * ½   ½ ½ 4,0 0,0 1,0
  GM Nakamura Hikaru 2781 USA ½ ½ ½ ½ ½ ½ * ½   ½ 4,0 0,0 1,0
8 GM Anand Viswanathan 2782 IND 0 0 ½ ½ ½   ½ * ½ ½ 3,0 0,0 1,0
  GM Karjakin Sergey 2760 RUS ½ 0 0 ½ ½ ½   ½ * ½ 3,0 0,0 1,0
  GM Adams Michael 2715 ENG 0   ½ 0 ½ ½ ½ ½ ½ * 3,0 0,0 1,0

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Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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Kurt Utzinger Kurt Utzinger 11.12.2017 12:54
Das Spiel von Magnus Carlsen ist wahrlich nicht mehr weltmeisterlich. Die Gegner haben sich an seine Spielweise gewöhnt und offenbar auch den Respekt vor dem Weltmeister (etwas) verloren. OK, vielleicht ist ja Magnus "gehemmt", weil er im Hinblick auf die kommende WM seine Karten nicht auf den Tisch legen will/kann. Oder vielleicht tun dem WM seine (zu) vielen nebenschachlichen Tätigkeiten nicht so gut.
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