Leko gegen Kramnik

25.04.2007 – Heute beginnt in Miskolc der Wettkampf zwischen Peter Leko und Vladimir Kramnik mit den ersten beiden Partien (16 und 17.30 Uhr). Insgesamt werden acht Schnellschachpartien gespielt. In den Vorjahren blieb Leko in Wettkämpfen gegen Adams und Karpov unbesiegt. Mit Kramnik, dem er im WM-Kampf 2004 in Brissago ein Remis abtrotzte, hat Leko den bisher stärksten Gegner. Der gestrige Eröffnungstag begann mit einem Ausflug in die Umgebung. Es folgte eine Pressekonferenz und eine märchenhafte Theater-Aufführung, die Schach und Poesie miteinander in Verbindung brachte.Turnierseite...Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Schach und Poesie in Miskolc

Der Schnellschach-Wettkampf zwischen Peter Leko und Weltmeister Vladimir Kramnik genießt in Miskolc große Aufmerksamkeit, wie überhaupt Peter Leko einer der großen Sportidole Ungarns ist.

Tatsächlich blicken die Ungarn auf eine lange und hervorragende Schachtradition zurück und konnten der übermächtigen UdSSR auf dem Schachbrett manchmal auch erfolgreich Paroli bieten, wie 1978, als man dem Abonnementssieger einmal die Goldmedaille bei der Schacholympiade in Buenos Aires weg schnappte. Zuvor gewann Ungarn schon die Wettbewerbe 1936 in München, 1928 in Den Haag und 1927 in London.

Neben den Polgar-Schwestern ist Peter Leko, einst jüngster Großmeister der Welt, derzeit das bekannteste Aushängschild des ungarischen Schachs.

Der Wettkampf gegen Vladimir Kramnik ist der dritte dieser Art, der von der Stadt Miskolc durchgeführt wird. In den Vorjahren hatte Leko bereite gegen Adams und gegen Karpov gespielt. Die ungarische  Sprache, in Mitteleuropa die einzige, die nicht indogermanischer Herkunft ist, geht auch bei der schriftlichen Umsetzung des Namens des Weltmeisters ganz eigene Wege.

Nachdem man einst darüber gerätselt hat, woher die Einzigartigkeit der ungarischen Sprache in Europa rührt, entdeckten Sprachforscher schließlich die Verwandtschaft zum Finnischen und zu den uralischen Sprachen. Hier ist vielleicht die verwandtschaftliche Beziehung zu den Khanten und Mansen interessant, denn diese lieferten ihre Namen für die Bezeichnung der Siedlung Khanty-Mansiysk, wo 2010 die Schacholympiade stattfinden wird. Über die Verwandtschaft mit dem Finnischen war man seinerzeit etwas enttäuscht und hätte sich viel lieber mit dem Sumerischen in Verbindung gesehen: Ungarisch- ein goldener Käfig...?

Zum Auftakt des Wettkampfes wurde ein Ausflug u.a. mit einer Schmalspur-Dampfbahn durch grüne Wälder nach Diosgyor angeboten, wo es ein altes Eisenhüttenwerk, seinerzeit vom in Ungarn berühmten Schlossermeister Henrik Fasola aus Eger begründet, zu bewundern gibt.


Tsch, tsch, tsch, Pfuhuhu ...


Die Burg von Diosgyor


Modell im Museum


Werkzeuge


Einstige Schmiedekunst

Ein weiterer Ausflugspunkt war eine Forellenzucht, die u.a. goldene Forellen zu bieten hat, mit denen man vermutlich aber nicht "Forelle blau" kochen kann.


Frühling!

Am Nachmittag wurde den Pressevertretern aus In- und Ausland eine Pressekonferenz mit den beiden Topspielern angeboten, wo die Journalisten u.a. lernten, dass das Wort polgar auf ungarisch Bürger bedeutet.


Bürgermeister Sandor Kali


Vladimir Kramnik




Peter Leko mit Zsuzsa Veröci




Shakehands



Manager Hensel im Gespräch mit dem Bürgermeister

 


Es gibt viel zu erzählen


Dokumentarfilmer Dr. Pfletschinger

Am Abend folgte eine märchenhafte Aufführung zur Eröffnung, die den Zuschauern sehr poetische Bilder lieferte und die Verbindung zwischen Kunst und Schach thematisierte. Der Wettkampf wird von den Stadtvätern in Miskolc im Rahmen ihrer Bemühungen um Anerkennung als Kulturzentrum gesehen.














Im Anschluss folgte die Auslosung der Farben, danach klang der Abend am Buffet aus. Die ersten Partien werden heute um 16 Uhr bzw. 17.30 gespielt.







 

André Schulz
Fotos: Frederic Friedel

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren