Luxemburger Nationaldivision: Differdange löst Seriensieger aus Echternach ab

von Gerd Densing
28.04.2026 – Eine Serie von 28 Mannschaftssiegen fand ihr Ende und ebnete die Bahn für den neuen Meister. Die luxemburgische Interclubs-Saison 2025/2026 fand mit der Zentralrunde im Sportzentrum René Hartmann in Dudelange ihren Abschluss und nach drei Meistertiteln von Echternach einen neuen Meister. | Fotos: Gerd Densing (Titelfoto: FM Tykhon Cherniaiev und GM Anthony Wirig, beide Differdange) / FLDE und Club Differdange

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Interclubs Luxemburg 2025/2026 Saisonabschluss

Differdange: Vorzeitiger Meister 

Die ersten drei Runden der Nationaldivision in Luxemburg verliefen unauffällig. Zu einem Paukenschlag kam es jedoch in Runde 4 am 30. November 2025. Die Echternacher Seriensieger und Meister der vergangenen Jahre spielten zu Hause gegen ein nominell leicht schwächeres Team aus Dudelange und erwischten einen rabenschwarzen Tag. Bemerkenswert war, dass die Gäste nur zu siebt antreten konnten und bereits eine Partie kampflos verloren ging. Dennoch setzte sich die Dudelanger mit 17 zu 15 (nach luxemburgischer Zählweise bzw. 5 zu 3), vor allem dank vier Siegen an mittleren und hinteren Brettern gegen die Abteistädter durch. Damit endete eine unglaubliche Siegesserie der Echternacher mit 28 Mannschaftssiegen in Folge. Der Seriensieger blieb zuvor fast drei Jahre ungeschlagen. Eine Dominanz, die an das Team von Baden-Baden wie in Deutschlands Schachbundesliga vor einigen Jahren erinnerte.

Beginn der zehnten Runde. | Foto: Gerd Densing

In Runde 5 fand das Match der bis dahin führenden Teams Differdange I und Bonneweg I statt. Diese Begegnung gewann Differdange recht deutlich mit 21 zu 11 und führe danach die Tabelle vor den Teams aus Echternach und Dudelange an.

In der 6. Runde gewann das Team Differdange gegen Titelverteidiger Echternach mit 18 zu 14. Nachdem die anderen favorisierten Teams Dudelange und Bonneweg Punkte verloren, fiel die Vorentscheidung der Saison in Runde 8 bei der Begegnung des Tabellenführers Differdange mit Titelverteidiger Echternach. Auch in der Rückrunde (Meisterschaftsrunde der Top4-Teams der siebenrundigen Vorrunde) gewann Differdange, diesmal sogar etwas höher als in der Vorrunde (19 zu 13). Nach der Runde hatte lediglich Bonneweg mit 4 Mannschaftspunkten noch theoretische Chancen auf den Meistertitel, allerdings auch mit deutlich schlechterer Zweitwertung (direkter Vergleich).

Seriensieger Echternach nur Zweiter

Differdange spielte in der 9. Runde zwar „nur“ Unentschieden (16 zu 16) auswärts gegen Dudelange. Allerdings schlug Echernach das Team Bonnweg mit 19 zu 13, sodass Differdange bereits vorzeitig, eine Runde vor Saisonende am 15. März, zum Meister gekürt wurde.

FM Serge Brittner (rechts) konnte mit Echternach den Titel nicht verteidigen. | Foto: Gerd Densing

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde, an der der Sportdezernent von Differdange, Thierry Wagner, Giorgio Ricciardelli (Leiter des Sportamtes der Gemeinde) und Elisabeth da Silva (stellvertretende Direktorin der die 9. Runde ausrichtenden Schule) teilnahmen, überreichte FLDE-Präsident Olivier Jeitz den Meisterschaftspokal an den Kapitän von Differdange, Pierre Gengler.

Mannschaftskapitän Pierre Gengler präsentiert den Pokal und feiert die Meisterschaft mit seinem Team. | Foto: FLDE (FLDE - Fédération Luxembourgeoise des Échecs) / Verein Le Cavalier Differdange

Die Schlussrunde verlief recht unspektakulär, denn die Begegnungen zwischen Bonneweg und Differdange sowie Echternach und Dudelange endeten mit je 16 zu 16 unentschieden. Die Echternacher sicherten sich nach einer verkorksten Saison zumindest den zweiten Tabellenplatz vor dem Mannschaftspunktgleichen Team Bonneweg.

Abschlusstabelle Nationaldivision (Meisterschaftsrunde/Abstiegsrunde)

Das Meisterschaftsteam aus Differdange, dem mit 270 Personen (lizensierte Spieler der FLDE der luxemburgischen Schachföderation) mitgliederstärksten Schach-Verein in Luxemburg spielte über den Saisonverlauf mit folgenden Spielern, darunter mehr als ein halbes Dutzend Großmeister:

Für Differdange war es erst der zweite Meistertitel in der Luxemburgischen Nationaldivision nach 2008.

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Infos zum Schach in Luxemburg

Die luxemburgische Föderation FLDE ist aktuell genau bei 1600 Lizenzen, davon landesweit ungefähr 60 Prozent U20-Spieler. Also braucht man sich um den Schachnachwuchs in Luxemburg keine Sorgen mehr zu machen.

Während der Saison konnte die FLDE eine Kooperation mit der luxemburgischen Krankenkasse CMCM (Caisse Médico-Complémentaire Mutualiste du Grand-Duché de Luxembourg) schließen. Unter dem Motto „Zusammen stärken wir den Schachsport in Luxemburg und betonen die Wichtigkeit vom Denksport für die mentale Gesundheit. Schach als Denksport. Schach stärkt die Gesundheit. Zusammen spielen wir für eine gesunde Zukunft …“ Die CMCM unterstützt zukünftig bei der Organisation und Durchführung der Nationaldivision in Luxemburg.

Gegen Ende der Saison kam auch eine neue bzw. strengere FIDE-Regel- und FIDE-Fair-Play-Regel-Auslegung in Luxemburg an, mit weitreichenden Konsequenzen: Während bislang bei den dezentralen Meisterschaftsspielen keine Schiedsrichter vor Ort erforderlich waren, ist nunmehr erforderlich, dass bei jedem Wettkampf zwei Internationale Schiedsrichter (IA) vor Ort anwesend sein müssen, um die Wettkämpfe zu leiten (Inclusive Security Check auf verbotene Gegenstände im Turnierareal). Da die Anzahl der IA in Luxemburg sehr begrenzt ist, ergibt sich daraus die Erfordernis der Ausrichtung als Zentralrunden. Gezwungenermaßen fanden bereits die Runden 9 und 10 der laufenden Saison als Zentralrunden statt. Ab der kommenden Saison wird es bereits ab Runde 1 Zentralrunden geben, die wechselseitig durch die Vereine der Nationaldivision zu organisieren sind. Eine neue große Herausforderung, überall entsprechend große Räume zu finden, um acht Teams unterbringen zu können. Eine logistische Herausforderung, die weniger zuschauerfreundlich ist, da die weiteren Ligen weiter dezentral stattfinden und man dann nicht mehr so einfach bei den Top-Teams zuschauen kann, wenn man selbst in unteren Klassen spielt …

Weiter geht es in Luxemburg mit internationalem Schach beim diesjährigen Echternacher Open am 20. und 21. Juni 2026.

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Gerd Densing ist ein begeisterter Vereins- und Turnierspieler. Seine Eindrücke hat er in vielen Berichten auf der ChessBase-Nachrichtenseite festgehalten.
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