W. Uhlmann - M. Botvinnik, Schacholympiade Varna 1962
Trotz dieser Niederlage gewann die Sowjetunion den Kampf gegen die DDR mit 2,5-1,5 und sicherte sich in Varna am Ende auch souverän die Goldmedaille. Im Finale lagen die Sowjets am Ende mit 31,5 Brettpunkten – und nur die zählten bei dieser Olympiade – deutlich vor Jugoslawien, das auf 28 Brettpunkte kam. Die DDR landete mit 20,5 Brettpunkten auf dem 8. Platz, punktgleich mit Rumänien und nur ganz knapp hinter der Bundesrepublik Deutschland, die mit 21 Brettpunkten Siebter wurde.
Uhlmanns Sieg gegen Botvinnik mag etwas glücklich gewesen sein, aber tatsächlich war Uhlmann in Varna in bestechender Form. Er blieb ungeschlagen und holte 12 Punkte aus 17 Partien (+7, =10). Damit kam er auf ein Ergebnis von 70,6 % und prozentual gesehen war dies Uhlmanns drittbestes Ergebnis in den elf Olympiaden, an denen er teilgenommen hat. Sein prozentual bestes Ergebnis gelang ihm 1964 bei der Olympiade in Tel Aviv, wo er mit 15 aus 18 (+13, =4, -1) auf 83,3 Prozent kam und die Goldmedaille für das beste Einzelergebnis am Spitzenbrett gewann. Bei der Olympiade 1966 in Havanna holte er mit 13 aus 18 (+9, =8, -1) 72,2 Prozent und gewann Bronze für das drittbeste Ergebnis am dritten Brett – weitere Medaillengewinne bei Olympiaden waren Uhlmann jedoch nicht vergönnt. Aber dafür konnte er 1962 in Varna den amtierenden Weltmeister in einer Turnierpartie mit klassischer Bedenkzeit schlagen. Es sollte über zwanzig Jahre, bis 1983, dauern, bis ein deutscher Spieler dieses Kunststück wiederholen konnte.