M-tel Masters: Sasikiran übernimmt Führung

18.05.2007 – Drei Runden vor Schluss übernahm Krishnan Sasikiran die Führung beim M-tel Masters in Sofia. Nach einer wilden Partie gegen Shakryar Mamedyarov ging der Inder als Sieger vom Tisch, nachdem Mamedyarov im 41. Zug in Zeitnot eine Remisfortsetzung übersah und die Partie einzügig einstellte. Die Partien zwischen Adams und Topalov bzw. Kamsky und Nisipeanu endeten remis. Sasikiran führt nun mit einem Punkt Vorsprung vor Topalov, Mamedyarov und Adams (je 3,5). Abseits der Bretter zeigten die Schachcracks, dass sie auch auf dem grünen Rasen mithalten können. Dagobert Kohlmeyer berichtet aus Sofia. Turnierseite...Partien, Impressionen...

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M-tel: Die Partien der Runden 1 bis 7...


Impressionen vom M’tel Masters aus Sofia
Von Dagobert Kohlmeyer


Milena begrüßt die Zuschauer

Nur noch drei Runden sind in Sofia zu spielen, und die letzten beiden Tage haben das Teilnehmerfeld kräftig durcheinander gemischt. Wer hatte vorher mit Krishnan Sasikiran gerechnet?


Krishnan Sasikiran

Zur Halbzeit führte Shakryar Mamedjarow aus Baku mit 3,5 Punkten vor Michael Adams (3,0). Dann kam der Ruhetag, und nun folgten zwei unerwartete Niederlagen des Aserbaidschaners hintereinander, die ihn gehörig im Gesamtklassement zurückwarfen. Nach sieben Spieltagen des Schachturniers der Weltelite in der bulgarischen Hauptstadt hat sich der Inder Krishnan Sasikiran allein an die Spitze gesetzt. Der 26-jährige Großmeister gewann am Donnerstag mit Schwarz gegen Mamedjarow und verfügt jetzt über 4,5 Punkte. Am Tag zuvor hatte der Inder, der in seiner Heimat die Nr. 2 nach Viswanathan Anand ist, auch den Engländer Michael Adams besiegt.

Mamedjarow war gestern zu sehr frustriert, um nach der verkorksten Partie zur Pressekonferenz zu erscheinen.


Shakryar Mamedjarow frustriert

Er hatte als Weißer eine gute Stellung, verlor aber den Spielfaden und in der Zeitnotphase völlig die Übersicht. Nach 41.d7? war seine Stellung im Eimer und das drohende Matt nicht mehr aufzuhalten. Sasikiran nutzte die Gunst des Augenblicks und kassierte den ganzen Punkt. Dabei hätte nach seinen Worten ein Zug wie 41.Le4 die Stellung gehalten. Noch einfacher zum Remis für Weiß führt 41.Sxd8, wie Fritz in Sekundenschnelle zeigte.

Veselin Topalow hatte mit Schwarz gegen Adams einen schweren Stand und war eigentlich völlig überspielt.

Wie durch ein Wunder konnte sich der Bulgare jedoch als Nachziehender in ein Turmendspiel  retten, das ihm einen halben Punkt bescherte. Friedlich trennten sich zuletzt auch Gata Kamsky und Liviu-Dieter Nisipeanu.

Erleben wir in den letzten Turniertagen wieder eine Aufholjagd Topalows? In den vergangenen beiden Jahren hat er das hier in Sofia mit Erfolg demonstriert. Die Tabelle zeigt, dass bis zum Ende des M’tel Masters noch vieles möglich ist. Hinter Sasikiran lauern die Verfolger Topalow, Adams und Mamedjarow mit je 3,5 Punkten.

Stand nach 7 Runden: 1. Sasikiran 4,5, 2.-4. Adams, Mamedjarow Toplaow je 3,5, 5.-6. Nisipeanu, Kamsky je 3,0.

Auf den Sieger des M’tel Masters wartet wie jedes Jahr eine Ikone, dieses Mal mit dem Abbild der vier heiligen Krieger (siehe Foto).


Ikone für den Sieger

Krishnan Sasikiran wird in Sofia von Großmeister Lew Psachis betreut, der bei seinem Schützling noch große Reserven sieht. Turnerdirektor Silvio Danailow wirft sich in die Brust: „Wir geben hier jungen Stars wie ihm und Mamedjarow die Chance, in einem großen Turnier (Sofia hat 2007 die Kategorie 19) zu spielen. Sasikiran setzte bisher nur in Biel 2004 (Zweiter hinter Morosewitsch) bei einem vergleichbaren Event die Figuren. Ist der freundliche und bescheidene Mann, er kommt wie Anand aus Chennai (früher Madras) weiter so erfolgreich, werden sicher andere große Schach-Veranstalter mit Einladungen winken.

Am spielfreien Tag vertrieben sich die Schachstars die Zeit mit einem Fußballmatch. Auf einem Kleinfeld traten sie gegen eine Auswahl des bulgarischen Erstligisten Lewski Sofia an und unterlagen ehrenvoll mit 4:6.


Kamsky zieht durch


Topalov mit viel Ellenbogen

Iwan Cheparinow, der Sekundant Topalows, erzielte mit dem Schlusspfiff sogar noch ein fünftes Tor für die Schachcracks, das aber nicht mehr anerkannt wurde. Alle Proteste halfen nichts, es blieb beim 4:6. Ein Revanchematch für nächstes Jahr aber wurde schon vereinbart.


Kurzpassspiel

Wie populär Schach in Bulgarien ist, zeigt das große Pressecho hierzulande und die Tatsache, dass jeden Tag etwa 30 Minuten im Fernsehen sowie in verschiedenen Radiostationen über das Turnier berichtet wird. Im Park am Grand Hotel, wo die Großmeister spielen, wird gezockt, was das Zeug hält.







Die vom Sponsor Mobitel aufgestellten Marmor-Schachtische haben zwar schon etwas gelitten, aber das tut der Spielleidenschaft der Leute keinen Abbruch.

 

 


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