Magnus Carlsen verteidigt seinen Titel nicht

von André Schulz
20.07.2022 – Wie heute bekannt wurde, wird Magnus Carlsen seinen Weltmeistertitel nicht verteidigen. Bei seinem Besuch in Madrid hatte er seinen Entschluss den FIDE-Vertretern mitgeteilt, die ihn aber nicht umstimmen konnten. Der nächste WM-Kampf wird nun zwischen Ian Nepomniachtchi und Ding Liren ausgetragen. Update: nun mit Video. | Foto: Play Magnus Group

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Kein WM-Kampf mit Magnus Carlsen

Wie auf der Play Magnus Seite Chess24 heute gemeldet wurde, wird Weltmeister Magnus Carlsen seinen Titel nicht verteidigen.

Schon in einem Podcast für seinen Sponsor Unibet hatte Carlsen in einem Interview mit Magnus Barstad angekündigt: "Ich werde höchstwahrscheinlich 2021 spielen, und wenn ich gewinnen sollte, weiß ich nicht, ob ich die nächste Weltmeisterschaft spielen würde. Wenn jemand anderes als Firouzja das Kandidatenturnier gewinnt, ist es unwahrscheinlich, dass ich die nächste Weltmeisterschaft spiele." 

Wie bekannt, konnte Alireza Firouzja die Erwartungen nicht erfüllen. Statt des Franzosen wurde Ian Nepomniachtchi erneut Herausforderer. Im Laufe des Jahres und besonders während des Kandidatenturniers wurde noch intensiv darüber spekuliert, ob Carlsen noch einmal antreten wird und was die Gründe für seinen angekündigten möglichen Verzciht sein könnten.

Auf chess24 erklärt Carlsen seine Gründe für den Verzicht:

"Letztendlich steht die Entscheidung, mit der ich mich ziemlich wohl fühle, über die ich schon lange nachgedacht habe, ich würde sagen, mehr als ein Jahr, wahrscheinlich fast anderthalb Jahre, schon lange vor dem letzten Match. Und ich habe mit Leuten aus meinem Team gesprochen, ich habe mit der FIDE gesprochen, ich habe auch mit Ian gesprochen. Und die Schlussfolgerung ist, ja, es ist sehr einfach, dass Ich bin nicht motiviert, ein weiteres Match zu spielen. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich nicht viel zu gewinnen habe, ich mag es nicht besonders, und obwohl ich sicher bin, dass ein Match aus historischen Gründen und all dem interessant wäre, habe ich keine Lust zu spielen und ich werde das Match einfach nicht spielen."

Der Weltmeister war zum Ende des Kandidatenturnier noch nach Madrid gereist und hatte mit den FIDE-Vertretern Arkady Dvorkovich und Emil Sutovsky gesprochen. Diese hatten sich nach dem Gespräch noch zuversichtlich gezeigt. Tatsächlich hatte Carlsen den beiden FIDE-Vertretern aber die Gründe für die bevorstehende Entscheidung erläutert.

"Nach Abschluss des Turniers habe ich zugestimmt, mich mit Dvorkovich und Sutovsky von der FIDE zu treffen, um ein wenig zu reden. Ich hatte keine Forderungen oder Vorschläge für dieses Treffen. Sie hatten ein paar Vorschläge, aber im Wesentlichen ging es darum, dass ich dort war, um ihnen mitzuteilen, dass ich meinen Titel im nächsten Weltmeisterschaftskampf nicht verteidigen würde, und wir hatten eine kleine Diskussion. Sie hatten einige Vorschläge, einige davon gefielen mir, einige nicht."

Quelle: https://www.unibet.co.uk/blog/other-sports/chess/breaking-news-magnus-carlsen-will-not-play-in-the-2023-world-chess-championship/

 

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Magnus Carlsen gewann den Weltmeisterschaftstitel nach dem Wettkampf gegen Viswanathan Anand im Jahr 2013. Danach verteidigt er ihn gegen Vishy Anand (2014), Sergey Karjakin (2016), Fabiano Caruana (2018) und Ian Nepomniachtchi (2021). In der FIDE-Weltrangliste steht Carlsen mit großem Abstand auf Platz eins. Der Norweger betonte auch, dass der Verzicht auf die Titelverteidigung nicht gleichbedeutend mit einem Rückzug vom Schach wäre.

Vor Magnus Carlsen hatte im Laufe der Geschichte der Weltmeisterschaften bisher nur Robert Fischer darauf verzichtet, seinen Titel zu verteidigen.

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Nun spielen Ian Nepomniachtchi und Ding Liren um die Weltmeisterschaft,

Meldung bei Chess24...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Quaoar Quaoar 25.07.2022 02:42
Hallo Leute,

wie die Diskussion zeigt, wirft Carlsens Weigerung, seinen Weltmeistertitel zu verteidigen, zwei Fragen auf:

1.) Welche Verpflichtunng bringt der Weltmeistertitel mit sich? Und 2.) Was ist der Weltmeistertitel noch wert, wenn der anerkannt stärkste Spieler sich zwar vom Kampf um den Titel zurückgezogen hat aber sonst weiterhin an Schachwettkämpfen teilnimmt?

Normalerweise ist es in anderen Sportarten ja so, dass der Weltmeister, wenn er denn zurücktritt, auch keine Wettkämpfe mehr bestreitet oder zumindest nicht mehr mit der Intensität (Training, Einsatz) den Sport betreibt. Beides bewirkt, dass er nicht mehr als Bester angesehen wird und auch objektiv schnell nicht mehr der Beste ist.

Ohne Frage, Carlsens Vorgehen entwertet den Weltmeistertitel. Qua Definition ist der Träger des Titels der beste Schachspieler der Welt. Egal, ob Nepo oder Ding den anstehenden Titelkampf gewinnt, der Gewinner wird nicht als bester Schachspieler der Welt angesehen werden. Nicht, solange Carlsen wettkampfmäßig Schach spielt und sein Niveau hält (Erster der Weltrangliste). Ob Nepo oder Ding, der zukünftige 'Weltmeister' wird nicht viel anders betrachtet werden als die 'Weltmeister' zu der Zeit, als sich Kasparov mit der Fide überwarf und den Titel "entführte". (Nebenbei: Vielleicht erleben wir Carlsen doch nochmal in einem Weltmeisterschaftskampf; dann, wenn er seinen 'Titel' freiwillig gegen Firouzja verteidigt.)

Als ich schrieb, "Carlsen entwertet den Weltmeistertitel", so ist das etwas ungerecht. Denn eigentlich ist der Titel 'Weltmeister' schon seit Beginn der Siebziger entwertet. Die Entwertung des Titels fand statt, als mit der Einführung des Elo-Systems ein sehr viel genaueres Mittel erfunden wurde, um den besten Schachspieler der Welt zu ermitteln. Carlsens Rückzug aus dem Kampf um den Titel 'Weltmeister' zeigt das nur erneut auf. Bei Kasparov fiel das nur deshalb nicht auf, weil er den 'Titel' sozusagen "mitnahm".

Schöne Grüße
Chase the sun Chase the sun 25.07.2022 09:59
Lieber SoerenH und MARIO1962!

Korrekt vorgetragene Kritik ist eine Sache. Ich denke nicht, dass das das Problem ist.

Z. B. wäre es m. E. besser und fairer gewesen, den Verzicht bereits vor dem Kandidatenturnier auszusprechen. Das habe ich schon vor geraumer Zeit angemerkt.

Mit dieser Art von Kritik, wie Sie, SoerenH, sie üben, kann er sicherlich leben.

Leider besteht der größte Teil der „Kritik“ in Beleidigungen. Vielfach werden ihm auch Worte in den Mund gelegt, die er nie gesagt hat.

Diese „Kritiker“ behandeln auch jeden so, der für M. C. eine Lanze bricht.

Das ist keine konstruktive Kritik, das ist kein menschliches Miteinander: Das ist Mobbing, das ist Provokation, das ist eine Nervenprobe.

An Mario:
Carlsen ein Sonderling? Da stimme ich zu. Ist das nicht jeder Schachweltmeister? Vielleicht sogar jeder starke Schachspieler?

Mit freundlichen Grüßen
Martin Erik
MARIO1962 MARIO1962 25.07.2022 01:02
@Chase the sun , ich schätze Dich sehr als Spielpartner , kann da aber nicht zustimmen :das Verhalten des sog. WM entlarvt ihn als das was er ist, ein verhaltensauffälliger Sonderling . Der ZEIT-Autor hat völlig Recht und es ist sogar noch milde . Aber vielleicht isses wie mit Jogi Löw , seit der weg ist , kann man DER MANNSCHAFT wieder zuschauen ohne dass einem schlecht wird. Vieelleicht ergreift nun ein anderer die Chance und macht was draus
larifari larifari 23.07.2022 07:37
Grundsätzlich hat Carlsen das Recht es so zu machen wie er es möchte, und man hat das zu respektieren, er ist ein freier Mensch. Der Inhaber des WM-Titels muss nicht zwangsläufig der stärkste Spieler sein (Botwinnik z.B. hatte die Revanche-Trumpfkarte, war Petrosian der Beste?). Die ELO-Zahl ist eventuell. genauer, und im Fall Carlsens gehen WM-Titel und Elozahl Hand in Hand. Manche Spieler können gegen einen bestimmten Gegner kein Bein an den Boden bekommen. Siehe das Gewinnverhältnis, Korchnoi-->Tal, Tal-->Keres, Keres-->Korchnoi. Dieses ist merkwürdig, eben ein "persönliches Misverhältnis". Die ELO-Zahl wird durch dieses nicht "ausgetrickst". Die Nr.1, wie im Tennis, ist vielleicht wirklich "besser", nur nicht so prestige-geladen.
SoerenH SoerenH 23.07.2022 04:08
Wenn vor dem Kandidatenturnier bekannt gewesen wäre, dass Magnus Carlsen verbindlich auf die Titelverteidigung verzichtet, hätte es vermutlich auch einen anderen Verlauf genommen. Beispielsweise Fabiano Caruana hätte in den letzten Runden mit weniger Risiko spielen müssen, als der Abstand zu Nepo größer wurde, weil auch mit einer Bilanz von +1 oder +2 sich gute Chancen für den zweiten Platz boten.

@Chase the sun, zum Leben gehört auch, mit Kritik von außen umgehen zu können. Egal wie berechtigt oder unberechtigt sie auch sein sollte. Davon sollten amtierende Schachweltmeister nicht ausgenommen sein. Das Schach als Sportart verdankt vieles, was Magnus Carlsen getan hat. Aber auch Magnus Carlsen verdankt dem Schachsport vieles. Diesen Dualismus sollte man nicht aus den Augen verlieren.
Chase the sun Chase the sun 23.07.2022 12:27
Der Artikel in der „Zeit“ ist eine Unverschämtheit und reiht sich ein in eine Liste, die man auch hier in den Kommentatoren finden kann.
Kurzform: Carlsen hat gefälligst zu tun, was „wir“ wollen – und wenn er es nicht tut, dann spricht man ihm jegliche Reife ab und verleumdet ihn vermittels rhetorischen Mitteln: „ohne Sinn“, „unwürdig“, „spricht über Biertrinken“, etc.
Erinnert mich an das noch immer häufige Verhalten in Akademiker- oder Unternehmerfamilien, wenn ein Sprössling weder die Firma übernehmen noch Arzt oder Anwalt werden will, sondern sich für eine Ausbildung als Schreiner oder Krankenpfleger entscheidet: „Wie kannst du nur!“, „Verzogenes Gör!“, „Du hast eine Verantwortung!“, etc.
Aber an anderer Stelle predigen, dass es nichts Schlimmeres gibt als ein fremdbestimmtes Leben und Selbstverwirklichung das höchste Gut ist.
Diese Bigotterie kotzt mich an. Dieser Mann wird von Zahlreichen schlimmer behandelt, als wäre er ein Serienvergewaltiger.
Und dann die Worte immer mit viel Bedacht so wählen, dass es einen strafrechtlichen Tatbestand gerade noch nicht erfüllt.
Denn die Verantwortung tragen für den Rufmord – das will keiner.
P. S.: In der Arbeitswelt nennt sich sowas Mobbing und daran sind Menschen mit geringerem Selbstvertrauen schon zerbrochen.
MARIO1962 MARIO1962 22.07.2022 02:54
Sangesgott hat wieder garnix verstanden...................
Obst Obst 22.07.2022 02:13
Der Weltmeister ist vom Schach so gelangweilt, dass er lieber auf 1,5 Mio Dollar verzichtet, als seinen Titel zu verteidigen. "Ich würde meinen Titel ja verteidigen, aber eben lieber durch ein Match im Tischtennis, Basketball, oder Poker. Nur eben nicht im klassischen Schach!" Das ist mal tolle Werbung für unser Spiel.
R.I.P, klassisches Schach.
Schlacht bei Dennewitz Schlacht bei Dennewitz 22.07.2022 01:25
"Poker, Frauen, Sex und Alkohol" ... ok, das ist simplifizieren auf höchstem Nievau ... Gefällt mir sehr gut! Darf er sich alles gönnen - viel Spass dabei!
crizzy crizzy 22.07.2022 10:54
Schaut euch mal den Zeit Online Artikel von Ulrich Stock an und die vielen Kommentare:
"König ohne Sinn und Ziel". Das schlägt ja Wellen. Mir scheint, dem Zeit-Journalisten ist sein liebstes "Spielzeug" abhanden gekommen. Mein "Beileid" und > 85 Kommentare!
.
Nach über 10 Jahren Dominanz an der Weltspitze fehlt Magnus der Reiz an weiteren WM-Kämpfen gegen seine Generation, die er dominiert. Ich glaube, das verstehen zu können. Alle zehn Jahre mal Schachpausen machen, kenne ich selbst. Immer das Gleiche zu tun, ist reizlos. Ich hatte mal meine Liebe zum Joggen (statt Schach) gefunden, die in Guths-Muths-Rennsteigläufen mündeten.
Magnus holt nun etwas Jugend nach: Poker, Frauen, Sex und Alkohol! Na und? Polarität! Endlich wird er erwachsen!? Findet man nicht die goldene Mitte, wird man süchtig!
Ihm Unreife vorzuwerfen, ist unreif.
Er hat doch Verpflichtungen?
Die hat er seit mehr als zehn Jahren brav erfüllt. Reicht immer noch nicht?
Magnus kann es sich leisten, diesem System der unendlichen Gier ein Stopp zu setzen.
Und er hatte es lange, lange vorher angekündigt. Nur, viele wollten es nicht glauben. Nun haben sie die Beschehrung :-)
oegenix oegenix 22.07.2022 09:53
Wenn man so etwas verhindern wollte, müsste man vor jeder Weltmeisterschaft die beiden Spieler vertraglich verpflichten, als Weltmeister binnen einer bestimmten Frist unter bestimmten Bedingungen gegen den Sieger des Kandidatenturniers den Titel zu verteidigen und das mit einer hohen Vertragsstrafe absichern. Auch da gäbe es noch Schlupflöcher, z.B. gesundhetliche Gründe oder aktuell die Weigerung, gegen einen russischen Spieler anzutreten.
Aber warum sollte man so einen Aufwand betreiben? An einen neuen Weltmeister wird sich die Schachwelt schnell gewöhnen. Und Carlsen bleibt ja für die Imagewerbung erhalten.
oegenix oegenix 22.07.2022 09:53
Wenn man so etwas verhindern wollte, müsste man vor jeder Weltmeisterschaft die beiden Spieler vertraglich verpflichten, als Weltmeister binnen einer bestimmten Frist unter bestimmten Bedingungen gegen den Sieger des Kandidatenturniers den Titel zu verteidigen und das mit einer hohen Vertragsstrafe absichern. Auch da gäbe es noch Schlupflöcher, z.B. gesundhetliche Gründe oder aktuell die Weigerung, gegen einen russischen Spieler anzutreten.
Aber warum sollte man so einen Aufwand betreiben? An einen neuen Weltmeister wird sich die Schachwelt schnell gewöhnen. Und Carlsen bleibt ja für die Imagewerbung erhalten.
Arelius Arelius 22.07.2022 09:17
@Schlacht bei Dennewitz, das ist vollkommen richtig und muss man auch trennen. Ist in anderen Sportarten ja auch so. Der Beste bezieht sich ohnehin immer nur auf eine jeweilige Zeit oder Zeitabschnitt. Allerdings geben auch Weltranglisten nicht immer eine hundertprozentige Aussage, was ja auch bekannt ist.
Arelius Arelius 22.07.2022 07:01
@Sangesgott, selbstverständlich waren die FIDE-Weltmeister von 1993 bis 2005 vollwertige Weltmeister. Wer nicht antritt, kann es logischerweise auch nicht sein. Ob der Carlsen in seiner jetzigen Verfassung gegen den stark verbesserten Ian Nepomniachtchi erneut gewinnen würde, ist auch mehr als zweifelhaft, denn schließlich hatte sich Nepomniachtchi bei seinem letzten Match mehr oder weniger selbst besiegt. Genau das weiß auch Carlsen. Nur wenn er doch noch antritt können wir das erfahren, alles andere ist sinnlose Spekulation. Weltmeister zu sein bezieht sich auch immer nur auf einen gewissen Zeitraum. Das ist in jeder anderen Sportart auch so.
Schlacht bei Dennewitz Schlacht bei Dennewitz 22.07.2022 06:55
@Chase the sun / fjordfish ... 100% Zustimmung. Dann gibt es eben einen Weltmeister und eine Nr. 1 der Weltrangliste. So what? Für mich ist die jeweilige Wertigkeit klar ...
Chase the sun Chase the sun 22.07.2022 02:39
@fjordfish: Es ist halt wesentlich einfacher, sowohl die Weltrangliste Nr. 1 wie auch Kommentatoren zu beleidigen, als Respekt walten zu lassen. Anders gesagt: Wer keine Argumente hat, sucht diejenigen lächerlich zu machen, an deren Klasse sie nie herankommen.
fjordfish fjordfish 21.07.2022 11:44
Es ist wunderbar zu sehen, wie die ganzen Magnus-basher jetzt mutig aus ihren Löchern gekrochen kommen ,köstlich zu sehen,man was müssen die die letzten Jahre gelitten haben.. .😁😁😁😁
Sangesgott Sangesgott 21.07.2022 11:04
@Arelius
Ich verstehe durchaus,was Sie meinen, halte ihren Standpunkt aber für absoluten Quatsch. Nach Ihrer Logik waren die FIDE-Weltmeister von 1993 bis 2005 vollwertige Weltmeister, weil Kasparow nicht zu den "offiziellen" WM-Kämpfen angetreten war. Mit dieser Ansicht stehen Sie in der Schachwelt allerdings ziemlich alleine da. Nicht umsonst werden diese eben nicht "Weltmeister" sondern "FIDE-Weltmeister" genannt.
Nennen Sie mich altmodisch, aber von einem Weltmeister erwarte ich auch, dass er tatsächlich der Beste der Welt ist, und nicht den Titel in einem Turnier gewinnt, bei dem der Titelverteidiger nicht mitspielt.
Man könnte es natürlich einfach wie im Tennis machen, da gibt es keinen Weltmeister sondern nur die Nr 1 der Weltrangliste. Byebye WM-Kämpfe!
Arelius Arelius 21.07.2022 10:36
@Sangesgott,es geht nicht, wer aktuelle der Beste ist, sondern nach dem WM-Kampf. Wenn Carlsen nicht antritt, kann er auch nicht mehr der Beste sein, da er ja gar nicht mitgespielt hat. Haben Sie es nun kapiert?
Tulipano Tulipano 21.07.2022 10:24
Wenn Herr Carlsen keinen Wert darauf legt, weiterhim WM zu bleiben, soll er es bleiben lassen. So einfach ist das.
Ein Selbstverständlichkeit wäre der Sieg im erneuten Duell mit Ian Nepomniachtchi nicht gewesen.
Sangesgott Sangesgott 21.07.2022 09:55
Lieber Arelius,
wir wissen bereits wer aktuell der Beste ist, nämlich Magnus Carlsen. Die Frage ist nur, wieviel der Weltmeistertitel wert ist, wenn die Nr 2 und 3 den Titel unter sich ausmachen. Alles klar?
Arelius Arelius 21.07.2022 08:01
@Sangesgott, Sie haben einfach den Inhalt nicht verstanden. Kleine Hilfe: Um zu erfahren, wer der Beste ist, ist es eben auch notwendig sich dem Kampf zu stellen. Alles klar?
Mendheim Mendheim 21.07.2022 07:16
Bedauerlich, dass Carlsen sich selbst demontiert. Das Problem ist nicht der Rücktritt an sich (das Recht dazu sollte man niemandem absprechen), sondern die Umstände und die Begründung, alles voller Geschmäckle.
Wenn Carlsen vor dem Kandidatenturnier ohne Wenn und Aber zurückgetreten wäre, hätte man dies eher akzeptieren können. Aber abzuwarten, wer sich in Madrid qualifiziert, ist ein armseliges Prozedere, das in Anbetracht von Carlsens geschäftlichen Ambitionen ziemlich destruktiv erscheint und Übelkeit hervorruft. Don't play MC.
HoJoKo HoJoKo 21.07.2022 07:02
1. Herr Carlsen spielt offenbar viel lieber im Internet Unmengen bedeutungsloser Partien.
2. Schon im letzten WM-Kampf hatte er in den ersten fünf Partien Probleme mit Nepo. Den hat dann aber die in dieser Form unerwartete Niederlage in der sechsten vollkommen umgeworfen, auf so etwas war er damals nicht vorbereitet. Kaum vorstellbar, dass ihm so etwas noch einmal passieren würde. Deshalb wäre ein zweites Match der beiden vermutlich weitaus enger geworden. Carlsen hat Angst.
Sangesgott Sangesgott 21.07.2022 06:56
@Arelius
Wenn es irrelevant ist, wer der Beste ist, dann brauchen wir auch keinen Weltmeistertitel.
renium renium 21.07.2022 05:19
Weder Ding noch Nepo sind wahre Weltmeister. Gegen Carlsen wären beide chancenlos ....
MARIO1962 MARIO1962 21.07.2022 04:59
Es musste so kommen. Dieser verhaltensgestörte Norweger hatte und hat keinen Sportsgeist. In einigen Jahren ist der vergessen . Ein farbloser Nerd weniger, na und ??
Arelius Arelius 21.07.2022 04:37
@Sangesgott, es ist ganz einfach. Wenn ein Sportler zum Wettkampf nicht antritt, sind Prognosen, ob er noch der Beste ist, irrelevant, denn er hätte es ja zeigen können. Daher ist eine Diskussion, wie gut doch seine vorangegangenen Leistungen waren, ob er trotzdem immer noch die Nummer Eins ist, vergossener Kaffee.
Im Übrigen ist es auch absolut unsportlich dem gleichen Herausforderer die Chance auf Revanche zu nehmen.
Sangesgott Sangesgott 21.07.2022 03:55
@Riddler
Es gibt für diesen speziellen Fall keine gute Lösung. Und die Regularien sind eindeutig: Der nächste Weltmeister lautet entweder Nepo oder Ding. Aber wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir Ding als Sieger wünschen. Und der Grund ist nicht, dass Nepo den letzten Kampf gegen Carlsen verloren hatte, sondern WIE er ihn verloren hatte.
Es gab mehrere Weltmeister, die den Titel erst im zweiten Anlauf erobert hatten, aber keiner von Ihnen ist vorher so untergegangen wie Nepo.
Riddler Riddler 21.07.2022 02:41
@Sangesgott
Aufgrund eines verlorenen WM Kampfes können Sie aber doch nicht folgern, dass Nepo nach zwei hintereinander gewonnenen Kandidatenturnieren und einem gewonnen WM Kampf (wenn auch nicht gegen Carlsen) keinen Anspruch auf dem Titel haben soll.
Aber mal konkret gefargt: wie soll denn Ihrer Meinung nach vor dem Hintergrund des Verzichts von Magnus Carlsen der Prozess zur Ermittlung des nächsten Weltmeisters vonstatten gehen?
Sangesgott Sangesgott 21.07.2022 02:00
@Riddler
Wenn der amtierende Weltmeister den Titel kampflos abgibt, dann ist das für seinen Nachfolger grundsätzlich ein Problem, denn dieser konnte den Anspruch des Titels, nämlich der beste der Welt zu sein", nicht durch Taten im WM-Kampf untermauern. Fragen Sie mal Karpow, der hat sich diese Rechtfertigung erst in vielen Turnieren und spätestens mit dem Match gegen Kortschnoi erarbeitet.

Aber ausgerechnet Nepo, der nicht einmal zwei Jahre vorher gegen Carlsen krachend und mit nicht einer einzigen Gewinnpartie verloren hat? Ich bitte Sie!
Klataro Klataro 21.07.2022 01:55
Ich kann Carlsen schon verstehen, im Endeffekt muss er niemandem mehr etwas beweisen und ausserdem bleibt uns ein weiteres langweiliges WM Match erspart. Seine Streams mit Blitzpartien sind da weitaus unterhaltsamer.
Schlacht bei Dennewitz Schlacht bei Dennewitz 21.07.2022 01:45
Lebe Dein Leben Magnus! Freue mich, Dich weiterhin auf Turnieren zu sehen. Wenn ich das Geld haette, würde ich Dich gerne zu unserem Turnier einladen ... Du hast dem weltweiten Schach einen (manchmal auch streitbaren) Superstar gebracht - ich freue mich fürs Schach dafür!
Karl Hackenmeier Karl Hackenmeier 21.07.2022 12:58
Ist nicht schön, muss man aber akzeptieren. Er hat es ja angekündigt, insofern konsequente Haltung, allerdings nicht sehr sportlich. Wie schon hier angemerkt, das Format ist kaputt und wohl auch nicht mehr zeitgemäß.
Riddler Riddler 21.07.2022 12:44
@Sangesgott
Interessante Sichtweise. Weil Carlsen Nepo einmal geschlagen hat, soll er jetzt auf den WM Titel verzichten? Heißt das, dass Nepo (und alle anderen potenziellen Herausforderer) den Anspruch auf einen WM Titel auf ewig verloren haben, weil ja der "eigentlich weltbeste Spieler eventuell gar nicht um die Krone mitgespielt hat."? Oder ab wann wird man denn wieder als regulärer WM anerkannt?ß
Nepo hat sich zweimal in Folge im Kandidatenturnier durchgesetzt. Es ist qualitativ überhaupt kein Vergleich zu den FIDE-Weltmeistern. Dass Carlsen seinen Titel nicht verteidigen will - was im übrigen sein gutes Recht ist - ist nichts, woraus man eine wie auch immer gearteten Erwartungshaltung an Nepo ableiten kann.
Super-marius Super-marius 21.07.2022 12:38
Das WM-Match dauert einen Monat, die Vorbereitung dafür mit mehr oder weniger intensiven Trainingslagern bis zu einem halben Jahr. Ich kann verstehen, dass Carlsen diese Zeit nicht zum sechsten mal opfern will für etwas, was ihn nicht mehr erfüllt.
Schade nur, dass Länder, die für die nächste Olympiade gesperrt sind, nun eine Weltbühne bekommen.
Sangesgott Sangesgott 21.07.2022 11:35
Ich denke, das Hauptproblem von Carlsens Verzicht ist die Bürde, die er seinem Nachfolger auferlegt. Nehmen wir einmal an Nepo gewinnt und wird offiziell Weltmeister - wer soll ihn denn als solchen ernst nehmen? Carlsen hatte ihn letztes Mal geradezu vom Brett gefegt und nun gewinnt er den Titel ohne genau diesen am Brett zu besiegen?
Nein, an Nepos Stelle würde ich den Titel einfach ablehnen, ansonsten reiht er sich in die Reihe der "FIDE-Weltmeister" von 1993 - 2005 ein, immer mit dem Geschmäckle, dass der eigentlich weltbeste Spieler eventuell gar nicht um die Krone mitgespielt hat.
crizzy crizzy 21.07.2022 10:52
Respekt! Magnus hat klar seine Haltung kommuniziert. Anders als Fischer damals. Klar, daß sich jetzt Leute entsetzt zeigen: wie kann er nur sich seiner Verantwortung entziehen. Magnus zeigt, er kann es. Er kann loslassen!
Die FIDE sollte über das Format nachdenken! Magnus hat fünf WM-Kämpfe seit 2013 absolviert! Fünf Kämpfe innerhalb von 10 Jahren. Früher waren WM-Kämpfe alle drei Jahre angesetzt. Dahin sollte man zurückkehren. Viel ist eben nicht mehr, weniger ist mehr!
Schade ist wohl, daß sich ein Vertreter eines demokratischen Staates zurückzieht, um einem WM-Kampf zwischen Vertretern von Autokratien Platz zu machen. Der nächste Weltmeister wird in seiner Autokratie gefeiert werden.
Wir sollten trotzdem Magnus Entscheidung respektieren, so schwer es auch fällt. Als Weltmeister kann man nur verlieren. Magnus hat seinen Titel viermal verteidigt. Auch gegen Nepo hat Magnus seine Überlegenheit gezeigt. Tal und Smyslov, die jeweils nur den Titel für ein Jahr behielten, waren Beispiele dafür, wie schwer es ist, sich als Weltmeister zu motivieren.
Wollen wir hoffen, das Magnus Spielfreude gewinnt, wenn die Titellast entfällt.
EL 70 EL 70 21.07.2022 08:10
Guten Morgen...lieber AVELIUS....ich mache es ganz kurz! In deiner Einschätzung zur Persönlichkeitsstruktur von MAGNUS im allgemeinen...und der Verantwortung Verantwortung eines Schachweltmeisters im besonderen... habe ich selten solch einen Quatsch gelesen ! Aber nun gut...ROSSEAU lg... Riccardo Staak 😎
Arelius Arelius 21.07.2022 06:29
Der Weltmeistertitel im Schach verpflichtet auch und sollte mit anderen WM-Titeln im Sport nicht verglichen werden.
Zu behaupten er ist nicht motiviert, dann sollte man diesen M. Carlsen aber auch zukünftig zu keinem Schachturnier mehr einladen und er sollte lieber vom Schach ganz abtreten. Die wahrscheinliche Wahrheit seiner Aussage ist jedoch eher das er Angst hat seinen Titel im Wettkampf gegen Ian Nepomniachtchi zu verlieren. Es ist ja auch unübersehbar das seine schachlichen Leistungen in der letzten Zeit nachgelassen haben. Die gewisse Dominanz vorangegangener Jahre ist einfach nicht mehr gegeben.
Mit seiner Aussage des Nichtantretens hat er sich jedenfalls auf das Abstellgleis gestellt und die meisten Schachspieler dürften dafür auch kein Verständnis zeigen.