10.07.2026 – In den letzten Jahren gab es regelmäßig Unruhe und Streitigkeiten im Deutschen Schachbund. Mancher Schachfreund wunderte sich. Michael Negele, einer der profundesten Kenner der deutschen Schachgeschichte, meint jedoch: "Im Vergleich zu den früheren Konflikten ist das alles Kinderkram." Im Gespräch mit André Schulz gibt Michael Negele einen Abriss über die "Selbstzerfleischungen" des Deutschen Schachbundes in früheren Zeiten.
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Michael Negele ist einer der besten Kenner der Schachgeschichte, insbesondere der Deutschen Schachgeschichte, und besitzt als Schachhistoriker und Schachforscher international großes Renommee. Michael Negele wurde 1957 in Trier geboren, studierte in Aachen Chemie und arbeitete danach im Management der Bayer AG. Als recht starker Spieler nahm Michael Negele an vielen Turnieren teil, doch im Laufe der Zeit verlagerte sich sein Interesse immer mehr in Richtung Schachkultur und die Schachgeschichte.
Michael Negele unternahm aus diesem Grund ein Reihe von Forschungsreisen zu Bibliotheken und Archiven, in denen Dokumente und Hinterlassenschaften von großen Spielerpersönlichkeiten aufbewahrt wurden oder suchte Kontakt zu deren Nachfahren. Auf diese Weise förderte er viele unbekannte oder vergessene Details aus dem Leben der großen Spieler oder zu Schlüsselereignissen der Schachgeschichte zu Tage.
In der Ken Whyld Association, heute Chess History and Literature Society, oder in der Emanuel Lasker Gesellschaft traf Michael Negele mit Gleichgesinnten zusammen und konnte sich über schachhistorische Vorgänge austauschen. Michael Negele war Mitherausgeber der Biographien über Emanuel Lasker und hat zudem ein Buch über den zu Unrecht fast vergessenen deutsch-baltischen Meister Paul Felix Schmidt veröffentlicht.
In vielen Aufsätzen, zum Bespiel in den Zeitschriften "Karl" und "Schach" und beim Deutschen Schachbund, würdigte Michale Negele die Leistungen von großen deutschen Schachspielern wie Adolf Anderssen, Tassilo von Heydebrand und der Lasa und seinen Berliner Schachfreunden aus dem Kreis der Plejaden oder Richard Teichmann. Sein besonderes Interesse gilt der deutschen Schachspielerin Sonja Graf, die vor dem Zweiten Weltkrieg die zweitbeste Spielerin der Welt war. Wahrscheinlich war sie das Vorbild für Walter Tevis' Heldin in Queen's Gambit.
Im Gespräch mit André Schulz berichtet Michael Negele nun von den Kämpfen im Deutschen Schachbund, die seit der Gründung des nationalen Schachverbandes 1877 immer zu seiner Geschichte dazu gehörten. Negele nennt dies die andauernde "Selbstzerfleischung" des Verbandes.
Die Konflikte wurden zwischen einzelnen Personen geführt, die unterschiedliche Auffassungen hatten oder sich nicht leiden konnten. Es gab Machkämpfe, gesellschaftlich-politisch motivierte Auseinandersetzungen oder regional begründete Konflikte - so wie heute auch.
"Wenn man sich die Konflikte der früheren Zeiten anschaut", meint Michael Negele, "dann sind die Unstimmigkeiten von heute doch Kinderkram."
08.07.2026 – In dieser Folge von Ellis Schatztruhe geht es um die Strategieschule und darum, wie man kleine Vorteile im Endspiel Schritt für Schritt vergrößert. Elli erklärt anhand einer Kasparov-Partie zentrale Prinzipien wie Raumschaffen, Schwächen fixieren, Figuren verbessern und im richtigen Moment abtauschen. In einem zweiten Beispiel zeigt sie außerdem, wie wichtig strukturelles Verständnis ist: Im Benoni-ähnlichen Aufbau nimmt Schwarz mit ...b6 dem Gegner das typische Gegenspiel am Damenflügel und kann anschließend mit ...f5 aktiv am Königsflügel angreifen.
06.07.2026 – Bei der Blitz-Teamweltmeisterschaft trafen inmitten immer jünger werdender Nachwuchsstars Anand und Carlsen aufeinander. Dabei brachte Anand eine feine Wendung an, die einst Garry Kasparov gezeigt hatte. IM Harald Schneider-Zinner analysiert diese Sizilanischen Schlüsselmotive.
Die Vorstoßvariante 3.e5 gegen die Französische Verteidigung ist ein gern gesehener Gast in der heutigen Turnierpraxis. Weiß nimmt sofort Raum ein und versucht die Aktivität des Gegners einzuschränken und dem Spiel mit energischen Zügen seinen Stempel aufzudrücken. Die vorgestellte Spielweise sichert Schwarz ausreichendes Gegenspiel, um dem Anliegen des Gegners entgegenzuwirken. Der Damenflügel wird zumeist mit dem Bauernzug c5-c4 abgeriegelt und diese Struktur bietet dem Nachziehenden zuverlässiges und solides Spiel. Welche Strategien und Möglichkeiten ihm hierbei zur Verfügung stehen, erklärt Ihnen das Duo Luther/Jordan in unterhaltsamer Weise.
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Dann ist das Italienische Vierspringerspiel die ideale Wahl. Es verbindet die solide Grundlage klassischer Eröffnungen wie Spanisch oder Italienisch mit einem aktiven, initiativreichen Spielstil.
IM Andrew Martin zeigt, warum diese Angriffswaffe aus dem 19. Jahrhundert auch heute noch eine fantastische Wahl für Vereinsspieler ist. Das Evans-Gambit sorgt für spannendes Schach und lehrt die Kunst des Angriffs.
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