Mitropa Cup 2018 in Italien

von André Schulz
28.05.2018 – Am Donnerstag beginnt im Süden Italiens der Mitropa Cup 2018. Die deutschen Mannschaften gehen in ganz neuer Zusamensetzung an den Start. Elisabeth Pähtz wurde gleich in beiden Turnieren gemeldet, im Offenen Turnier und im Frauenturnier. (Foto: Italienischer Schachverband)

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Mitropa Cup 2018

Der Mitropa-Cup ist ein Mannschaftswettbewerb der mitteleuropäischen Länder. Er wird im prinzip jährlich ausgetragen - in den Jahren 1986, 1989, 1992, 1994, 1996 und 2001 fand das Turnier allerdings nicht statt. Ins Leben gerufen wurde der Mitropa Cup 1976 von der Österreicherin Gertrude Wagner. Zusammen mit ihrem Gatten Karl Wagner und dem langjährigen Präsidenten des Österreichischen Schachverbandes begründete sie das Turnier und führte es selber 20 Jahre lang durch. Bei der ersten Auflage 1976 in Innsbruck nahmen die Länder Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Jugoslawien, Schweiz, Italien und Luxemburg teil (Österreich und Jugoslawien mit zwei Mannschaften). Die bundesdeutsche Mannschaft gewann das Turnier. Das zweite Turnier in Bad Kohlgrub (Deutschland) wurde dann von der österreichischen Mannschaft gewonnen. Von 1978 bis 1991 dominierten die Mannschaften von Deutschland und Jugoslawien, die den Turniersieg immer unter sich ausmachten, mit einer Ausnahme: 1982 gewann Frankreich.

Die sieben klassischen Teilnehmer waren in diesen Jahren stets Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Jugoslawien, Schweiz, Italien, Frankreich und Luxemburg. Luxemburg nahm dann ab 1990 nicht mehr teil. Dafür schickte 1990 Ungarn eine Mannschaft, 1991 auch die Tschechoslowakei - später wurden daraus die Mannschaften von Tschechien und der Slowakei. Nach dem Zerfall von Jugoslawien nahmen Teams aus Slowenien und Kroatien teil. Die Niederlande hatte nur 1993 und 1995 zwei Gastauftritte. Polen spielt als Reserveverband dann teil, wenn eine andere Föderation ausfällt. Seit 2005 werden ein Offenes Turnier und ein Frauenturnier parallel durchgeführt. Ein erstes Frauenturnier gab es schon 2002. Bis 2006 wurde das Frauenturnier nur an zwei Brettern gespielt. Seit dem letzten Jahr wird auch der Frauenwettbewerb wie das Offene Turnier an vier Brettern ausgetragen.

Gertrude Wagner

Gertrude Wagner (1925-2009), geborene Stein, lernte erst im Alter von 22 Jahren Schach von ihrem Ehemann Karl Wagner, der in Österreich ein bekannte Schiedsrichter war.

Getrude Wagner (Foto: Gerhard Hund)

1951 wurde sie Österreichische Staatsmeisterin. Später wirkte Getrude Wagner ebenfalls als Schiedsrichterin und als Organisatorin. Als Schiedsrichterin leitete sie über 100 Schachturniere, unter anderem als erste Frau einen WM-Kampf, das Match Karpov-Kortschnoj 1981 in Meran. Gertrude Wagner war als Funktionärin in ihrer Heimatstadt Graz, in der Steiermark, im Österreichischen Schachbund und in der FIDE aktiv. In der FIDE saß sie seit 1978 in der Regelkommission und seit 1982 in der Qualifikationskommission und wurde später zum Ehrenmitglied der FIDE ernannt.

Gastgeber des Mitropa Cups 2018 ist der Italienische Schachverband. Austragungsort ist der Le Castella Resort bei Isola Capo Rizzuto (Kalabrien), ganz im Süden Italiens (Stiefelabsatz)

 

Oft nutzen die Verbände den Mitropa Cup, um Nachwuchsspielern eine Einsatzmöglichkeit zu geben. Der deutsche Schachbund hat neben einer Reihe von erstmals berufenen jungen Spielern diesmal für das Frauenturnier aber auch Spielerinnen der A-Nationalmannschaft gemeldet. Kuriosum am Rande: Elisabeth Pähtz wurde sowohl für das Frauenturnier und auch für das Offene Turnier gemeldet. Da sie vermutlich nicht gleichzeitig in beiden Wettbewerben spielen wird, wozu die amtierende Schnellschach-Europameisterin sicher auch in der Lage wäre, ist es wohl so gedacht, dass die deutsche Nummer eins der Frauenrangliste im Offenen Turnier einspringen kann, wenn ein Spieler mal pausieren möchte.

So spielt man Sizilianisch!

Auf dieser DVD stelle ich die wichtigsten Systeme der Sizilianischen Verteidigung vor. Anhand eigener Partien zeigt Elisabeth Pähtz, was die typischen Pläne und Strategien sind und welche taktischen Motive eine Rolle spielen.

Mehr...

Die Aufstellungen:

Offenes Turnier

GM Niclas Huschenbeth (Elo 2571)
GM Dmitrij Kollars (Elo 2541)
IM Roven Vogel (Elo 2449)
IM Thore Perske (Elo 2451)
IM Elisabeth Pähtz (Elo 2475)

Frauenturnier

IM Elisabeth Pähtz (Elo 2475)
WGM Sarah Hoolt (Elo 2379)
WGM Hanna Marie Klek (Elo 2364)
WIM Fiona Sieber (Elo 2234)
Annmarie Mütsch (Elo 2145)

Zeitplan:

Eröffnung am 30. Mai, 1. Runde am 31. Mai, letzte Runde am Samstag, den 9. Juni. Rundenbeginn: 15 Uhr.
Ein Ruhetag, am 4. Juni. 

 

Turnierseite...

Turnierseite des Deutschen Schachbundes...

Homepage Le Castella Resort...

 

  




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren