Monarch Assurance

03.10.2003 – Das Monarch Assurance findet alljährlich auf der Isle of Man, inmitten der Irischen See zwischen Schottland und Irland gelegen, statt. Früher war die Insel vor allem wegen ihrer Motorradrennen bekannt. Schachspieler sind zwar weniger schnell, außer in Zeitnot natürlich, aber auch deutlich leiser und insgesamt umweltfreundlicher. Die Insel dankt es den stillen Besuchern mit einer grandiosen Natur: Hier möchte man fliegen können. Zu Beginn des Turniers kam es zu einem Eklat, als Nigel Short, Nr. Eins der Setzliste, im sicher überflüssigen Streit mit den Organisatoren den Ort nach zwei Stunden wieder verließ. Gestern wurde die Veranstaltung zudem vom Tod nach schwerer Krankheit von Tony Bridson, dem Marketing Manager des Cherry Orchard Hotels und Hauptinitiator des Turniers, überschattet. Nach sechs Runden führt Sarunas Sulskis (5,5 P.). Über die schönen Seiten auf der Isle of Man berichtet Natalia Kiseleva mit vielen tollen Fotos.Turnierseite...Die Partien der Runden Eins bis Drei...Die Partien der Runden Vier bis Sechs...Natascha Kiseleva: Reif für die Insel...

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Reif für die Insel
Von Natalia Kiseleva

Um die letzte Semesterferienwoche auszunutzen und mir einen alten Wunsch zu erfüllen, einmal beim „Monarch Assurance Isle of Man International“ teilzunehmen, habe ich mich mit meinem langjährigen guten Freund Daniel Fridman auf den Weg gemacht und bin nach England geflogen.

Glücklicherweise kamen wir bereits früh morgens in London an, sodass wir bei unserem Zwischenstopp genug Zeit hatten, unser Gepäck abzustellen und bei schönem Wetter zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, bevor wir abends unsere Reise auf die englische Insel im Irischen Meer fortsetzen wollten.

Wie Ihr den Bildern entnehmen könnt, hat die „alte Stadt“ nichts von ihrer Attraktivität und Farbenpracht eingebüßt!



Die Berichterstatterin in London



Typisches Bild in London, Taxen und Doppeldeckerbusse


Dali Ausstellung in London

Dass man dabei ins Träumen gerät und ein wenig die Zeit vergisst, könnt Ihr Euch sicher vorstellen! Als uns dann noch der ziemlich chaotische Fahrplan der Metro und eine gewaltige Verspätung auf dem weiten Weg zum Flughafen so manch nervige Stunde bescherte, hätten wir fast unseren Flieger zur Isle of Man verpasst. Auch wenn ich schon immer wusste, dass es nicht so einfach ist, eine Einladung zu diesem traditionellen Turnier zu bekommen, so hatte ich doch nicht erwartet, dass ich so hart für die Teilnahme an diesem Turnier kämpfen musste! So schnell bin ich mit Sicherheit noch nie gerannt, und dann noch mit schwerem Gepäck!

Dafür war die Ankunft und die ersten Minuten auf der Insel unvergesslich, ganz ruhig und einfach wunderschön!


Sonnenuntergang, Isle of Man bei Nacht

Nach einer erholsamen Nacht konnte das 12. Monarch Assurance Isle of Man International, dem der sehr gute Ruf voraus eilt, eine ganz besondere Atmosphäre zu bieten und zudem auch sehr stark besetzt zu sein, beginnen. Dass es dieses Jahr vor der ersten Runde ein wenig chaotisch zuging, lässt sich mit der schweren Erkrankung eines Hauptorganisators kurz vor Beginn des Turniers erklären.

Das bedeutendste Ereignis in diesem Zusammenhang dürfte wohl sein, dass das Turnier mit Nigel Short seinen top gesetzten Spieler verlor. Sein Gegner Alexander Nosenko aus der Ukraine war wie 8 andere Spieler nicht zur ersten Runde erschienen, so dass die Schiedsrichter gemäß ihrer Ankündigung vor Turnierbeginn entschieden, die Auslosung dahingehend zu ändern, dass die spielfreien Spieler gegeneinander gepaart werden. Unter anderem deshalb, um nicht zu viele kampflose Partien hinnehmen zu müssen und dadurch manch einem Spieler die Chance auf eine Norm bereits in der ersten Runde zu verbauen. Nigel Short konnte sich trotz intensiver Diskussion und Überzeugungsversuche der Turnierleiter damit nicht anfreunden und da kein Kompromiss gefunden wurde, verließ er bereits 2 Stunden nach Turnierbeginn wieder die Insel. Egal wie die mit Sicherheit im Nachhinein eintretenden Regeldiskussionen ausgehen werden, beide Seiten haben gute Argumente und die Antwort werden wir wohl im Schachcodex suchen müssen. Für das Turnier und die zahlreichen Schachfans war der Verzicht der Nummer 17 der aktuellen Fide-Eloliste mit Sicherheit eine Enttäuschung, auch wenn sich das 93-köpfige Teilnehmerfeld, das den Kampf nach den Unruhen zu Beginn dann doch aufnahm, mit immerhin 27 GM und 13 IM durchaus sehen lassen kann.


Ort des Geschehens, das Ocean Castle Hotel ...


... und ein Blick in den Spielsaal


Vorjahressieger GM Vladimir Epishin (RUS)


GM Smbat G Lputian (ARM)


Links: GM Viorel Iordachescu (MDA) im lockeren Gespräch mit WGM Anna Zatonskih (USA)


GM Vasilios Kotronias (CYP)


GM Sarunas Sulskis (LTU)



GM Thomas Luther (GER)


Als einziger mit 3/3 gestartet: GM Oleg Korneev (RUS)


GM Lev Psakhis (ISR)


GM Artur Kogan (ISR)


GM Alexei Barsov (UZB)


GM John M Emms (ENG)


GM Peter K Wells (ENG)


GM Florian Handke (GER), der in der ersten Runde den Vorjahressieger Vladimir Epishin bezwingen konnte


IM Chanda Sandipan (IND)


IM Karel van der Weide (NED)


WGM Harriet Hunt (ENG)


Nach den Partien und dem anschließenden gemeinsamen Abendessen dreht sich auf der „Schachinsel“ weiterhin alles um das königliche Spiel. Ausgiebige Analysen der Partien bis spät in die Nacht in der Bar dürfen natürlich nicht fehlen. Manchmal spielen wir auch in sehr netter Atmosphäre Karten, bis die Auslosung der nächsten Runde ausgehängt wird und mit der Vorbereitung auf den nächsten Gegner die Schachfiguren wieder in den Vordergrund rücken.


Bei der Partieanalyse mit den schwarzen Steinen, GM Paul Motwani (SCO)


Gemütliche Analyserunde bei einem Bierchen


Karten spielen in netter Atmosphäre, v.l. Viorel Iordachescu, Daniel Fridman, Anna Zatonskih und Alexei Barsov

Besonders beeindruckend ist für mich allerdings die unglaubliche schöne Natur, die wir bei zahlreichen Spaziergängen genießen können, während uns die Sonne bei angenehmen Temperaturen zulächelt.


GM Daniel Fridman (LAT) genießt gut gelaunt das schöne Wetter



Die Bucht von Port Erin in der Abenddämmerung


Daniel Fridman und Anna Zatonskih beim abendlichen Spaziergang


Ganz entfernt ist schon der Turm zu erkennen, von dem wir später noch die Aussicht genossen


Der Turm noch mal aus der Nähe



Schild am Tower


Anna Zatonskih und Natalia Kiseleva genießen vom Tower die wunderbare Aussicht



Port Erin bei strahlend blauem Himmel


Obwohl ich mit Sicherheit schon viel herumgekommen bin, habe ich doch zum ersten Mal in meinem Leben bewusst das Phänomen von Ebbe und Flut erlebt. Einen Felsen, den wir kurz zuvor noch besucht hatten, begruben die Fluten etwas später vor unseren Augen unter sich.


Anna Zatonskih in dem Felsen, der kurze Zeit später vom Wasser verschluckt wurde

Für die Ergebnisse und Partien verweise ich an dieser Stelle auf die stets aktuelle offizielle Homepage. Dort sind auch schon zahlreiche Überraschungen zu bestaunen, es bleibt bis zum Schluss ganz spannend!

Fortsetzung folgt …

Natalia Kiseleva
 

 

 

 


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