Morelia-Linares: And the winner is... Levon Aronian!

11.03.2006 – Nach drei Wochen, vierzehn Runden und 56 Partien auf zwei Kontinenten hat die diesjährige Auflage des Linares-Turniers, nun Morelia-Linares, sein Ende gefunden. Sieger ist Levon Aronian. Lange Zeit sah es nach einem Start-Ziel-Sieg von Peter Leko aus. Doch der Ungar konnte seinen drei Siegen in Morelia keinen mehr hinzufügen und musste gestern nach seiner Niederlage gegen Topalov hinnehmen, dass Aronian, Radjabov und Topalov nach Punkten gleich zogen. Heute verlor gegen Aronian. Damit wurde der Armenier Turniersieger, denn Radjabov begnügte sich mit Remis gegen Bacrot und Topalov ereilte das gleiche Ergebnis in Form eines Dauerschachs gegen Vallejo. Turnierseite...Bericht, Partien, Fotos, Videos...

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Morelia: And the winner is...Aronian!
Text: André Schulz, Fotos und Videos: Nadja Woisin
 

 
 

 

Runde 14: Samstag, 11. März

Peter Leko 

 0-1

Levon Aronian

Etienne Bacrot 

½-½

Teimour Radjabov

Peter Svidler 

½-½

Vassily Ivanchuk

Francisco Vallejo 

½-½

Veselin Topalov

 

Endstand:


Alle Partien (pgn)...

Nach seiner gestrigen Niederlage gegen Topalov musste sich Peter Leko gleich von drei Spielern an de Spitze einholen lassen. Topalov, Radjabov und Aronian rückten zu dem Ungarn auf, wobei Topalov mit den meisten Siegen, was hier als Sonderwertung bei Punktgleichheit in Anspruch genommen wird, die besten Aussichten auf den Turniersieg hatte. An dieser Stelle möchte ich anregen, dass die FIDE einmal eine einheitliche Regelung für die Sonderwertung, die bei Punktgleichheit zur Anwendung kommt, einheitlich regelt und dies nicht den Veranstaltern vor Ort überlässt.

Heute meldete sich Teimour Radjabov relativ schnell und überraschend vom Kampf um den Turniersieg ab und machte bei vollem Brett gegen Bacrot remis, wenn auch mit Schwarz. Für den 19-jährigen Aseri ist das Turnier dennoch ein großer Erfolg.


Etienne Bacrot

Teimour Radjabov

Dann musste auch Topalov das Remis hinnehmen, dass ihn gegen Vallejo in Form von Dauerschach ereilte.




Paco Vallejo

So blieb als Klärung zur Frage des Turniersiegers noch die Partie zwischen Leko und Aronian.



Der Ungar, der das Turnier die meiste Zeit angeführt hatte, war mit den weißen Steinen in relativem Vorteil, sah sich in einem spanischen Antimarshall aber dann bald einer stärker werdenden schwarzen Initiative gegenüber. Im 22.Zug stellte er einen Bauern ein und geriet in ein sehr schwieriges Endspiel, dass er zu halten nicht in der Lage war.

Leko,P (2740) - Aronian,L (2752) [C88]

XXIII SuperGM Morelia/Linares MEX/ESP (14), 11.03.2006

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0–0 Le7 6.Te1 b5 7.Lb3 0–0 8.a4 b4 9.d3 d6 10.a5 Le6 11.Sbd2 Dc8 12.Sc4 Tb8 13.Lg5 Kh8 14.h3 Sg8 15.c3 bxc3 16.bxc3 f5 17.La4 fxe4 18.Lxc6 exf3 19.Lxe7 Sxe7 20.Lxf3 Sg6 21.Lg4 Sf4



Die weiße Stellung ist bereits schwierig, aber mit dem nächsten Zug stellt Leko einen Bauern ein, denn die weiße Dame kommt mit Tempo nach b3 - Angriff auf a2 und c4.

22.Ta2? Db7 23.Lf3 Db3 24.Tc2 [24.Dxb3 Txb3 25.Td2 Sxh3+–+ (25...Txc3–+) ] 24...Sxd3 25.Dxd3 Dxc4 26.Dxc4 Lxc4 27.Lc6 Tb3 28.g3 g5 29.Te3 Ta3 30.Le4 Txa5 31.g4 Ld5 32.f3 Lxe4 33.fxe4 Ta1+ 34.Kg2 Tff1 35.Tee2 Tg1+ 36.Kh2 Th1+ 37.Kg3 Tag1+ 38.Tg2 Te1 39.Tgf2 Te3+ 40.Kg2 Texh3 0–1


Damit heißt der Sieger von Morelia-Linares 2006 Levon Aronian. Die deutschen Schachfreunde wird es freuen, denn Aronian ist zwar Armenier, hat aber immerhin Berlin zu seiner Heimat gewählt. Die Partie zwischen Svidler und Ivanchuk endete ebenfalls remis, wenn gleich Svidler zeitweise dem Gewinn nahe war.



Die Idee, das Linares-Turnier zur Hälfte in das mexikanische Morelia zu verlegen, wirkte seinerzeit auf den ersten Blick etwas seltsam, hat dem Turnier aber gut getan.



The Bürgermeister von Linares Juan Fernández mit dem
Kultursekretär von Morelia Luis Jaime Cortez Méndez
 

Mexiko und Morelia ist für das internationale Spitzenschach eine Neuentdeckung und die Organisatoren in Mexiko haben ihre Aufgabe hervorragend erfüllt. Die europäischen Spitzenspieler lösten bei der Bevölkerung große Begeisterung aus. Mit den einstigen Linares-Langweilerturnieren hat diese Ausgabe nichts gemein. Es wurde mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen fast durchweg gekämpft. Viele Partien wurden entschieden. Das lag mit Sicherheit am Personal, denn viele der Spieler sind als kompromisslose Kämpfer bekannt. Der einzige Sicherheitsspieler am Start war Peter Leko und fast hätte ihm das Konzept zum Turniersieg verholfen. Am Ende ist er der tragische Held und muss sich selber fragen, ob er nicht in der einen oder anderen Partie doch hätte mehr riskieren können und sollen. Insbesondere sein Remis mit den weißen Steinen gegen Vallejo in (Fast-) Gewinnstellung gibt Rätsel auf. Veselin Topalov zeigte zwei Gesichter. In Morelia war er mit 2,5 aus 7 am Tabellenende. Nach dem Transfer nach Linares gewann er viermal und wäre fast noch Turniersieger geworden. Auch Teimour Radjabov begann mit Niederlagen und holte dann mehr und mehr auf. Eine umgekehrte Tendenz zeigte Peter Svidler. Der Russe startete sehr gut und ließ dann stark nach. Vassiliy Ivanchuk landete im Mittelfeld. Sein Spiel war von vielen Höhrpunkten und Rückschlägen durchsetzt. Bisweilen spielete er gut aber nicht erfolgreich, manchmal spielte er auch einfach schlecht. Vallejo hatte es in diesem Feld schwer und wurde Letzter.


Paco Albalate, techn. Direktor des Turniers, kann zufrieden sein

 

 

Analyse:


Aronian und Sekundant Potkin


Spieler mit Sekundanten. Aronian und Potkin, Leko und Petrosian


Peter leko mit Trainer und Schwiegervater Arshak petrosian
 




Levon Aronian ist offenbar zufrieden

 

Zeitplan und Ergebnisse:

Morelia

Runde 1: Samstag, 18. Februar
Francisco Vallejo 
 0-1  Peter Leko
Peter Svidler 
 1-0  Veselin Topalov
Etienne Bacrot 
½-½  Vassily Ivanchuk
Levon Aronian 
 1-0  Teimour Radjabov
Runde 2: Sonntag, 19. Februar
Peter Leko 
 1-0 Teimour Radjabov
Vassily Ivanchuk 
 1-0 Levon Aronian
Veselin Topalov 
½-½ Etienne Bacrot
Francisco Vallejo 
 0-1 Peter Svidler
Runde 3: Monday, 20. Februar
Peter Svidler 
½-½ Peter Leko
Etienne Bacrot 
½-½ Francisco Vallejo
Levon Aronian 
½-½ Veselin Topalov
Teimour Radjabov 
½-½ Vassily Ivanchuk

Ruhetag:
Dienstag, 21.Februar

Runde 4: Mittwoch, 22. Februar
Peter Leko 
1-0  Vassily Ivanchuk
Veselin Topalov 
 0-1 Teimour Radjabov
Francisco Vallejo 
½-½ Levon Aronian
Peter Svidler 
 1-0 Etienne Bacrot
Runde 5:  Donnerstag, 23.Februar
Etienne Bacrot 
 ½-½ Peter Leko
Levon Aronian 
 1-0 Peter Svidler
Teimour Radjabov 
 ½-½ Francisco Vallejo
Vassily Ivanchuk 
 0-1 Veselin Topalov

Ruhetag:
Freitag, 24. Februar

Runde 6: Samstag, 25.Februar
Levon Aronian 
 ½-½ Peter Leko
Teimour Radjabov 
 1-0 Etienne Bacrot
Vassily Ivanchuk 
 1-0 Peter Svidler
Veselin Topalov 
 0-1 Francisco Vallejo
Runde 7: Sonntag, 26. Februar
Peter Leko 
½-½ Veselin Topalov
Francisco Vallejo 
½-½  Vassily Ivanchuk
Peter Svidler 
½-½  Teimour Radjabov
Etienne Bacrot 
 0-1  Levon Aronian

Transfer nach Linares, Spanien

Linares

Runde 8: Freitag, 3. März

Peter Leko 

 ½-½

Francisco Vallejo

Veselin Topalov 

 1-0

Peter Svidler

Vassily Ivanchuk 

 0-1

Etienne Bacrot

Teimour Radjabov 

 ½-½

Levon Aronian

Runde 9: Samstag, 4. März

Teimour Radjabov 

½-½

Peter Leko

Levon Aronian 

½-½

Vassily Ivanchuk

Etienne Bacrot 

0-1 

Veselin Topalov

Peter Svidler 

½-½

Francisco Vallejo

Runde 10: Sonntag, 5. März

Peter Leko 

½-½

Peter Svidler

Francisco Vallejo 

 0-1

Etienne Bacrot

Veselin Topalov 

 1-0

Levon Aronian

Vassily Ivanchuk 

 0-1

Teimour Radjabov

Ruhetag:
Montag, 6. März

Runde 11: Dienstag, 7. März

Vassily Ivanchuk 

½-½

Peter Leko

Teimour Radjabov 

½-½

Veselin Topalov

Levon Aronian 

 1-0

Francisco Vallejo

Etienne Bacrot 

½-½

Peter Svidler

Runde 12: Mittwoch, 8. März

Peter Leko 

½-½

Etienne Bacrot

Peter Svidler 

½-½

Levon Aronian

Francisco Vallejo 

½-½

Teimour Radjabov

Veselin Topalov 

½-½

Vassily Ivanchuk

Ruhetag:
Donnerstag, 9. März

Runde 13: Freitag, 10. März

Veselin Topalov 

 1-0

Peter Leko

Vassily Ivanchuk 

 1-0

Francisco Vallejo

Teimour Radjabov 

 1-0

Peter Svidler

Levon Aronian 

½-½

Etienne Bacrot

Runde 14: Samstag, 11. März

Peter Leko 

 0-1

Levon Aronian

Etienne Bacrot 

½-½

Teimour Radjabov

Peter Svidler 

½-½

Vassily Ivanchuk

Francisco Vallejo 

½-½

Veselin Topalov

Ende des Turniers

 

 

 


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