NEU: ChessBase Magazin 112

21.06.2006 – ChessBase Magazin setzt seit der im April erschienenen Ausgabe 111 verstärkt auf die Präsentation und Kommentierung von Meisterpartien im beliebten Chess Media Format. Das bedeutet mehr direkte Information und gezielteres Training durch internationale Titelträger, die Ihnen Neuerungen, Strategien und Kombinationen in Bild und Ton erklären. Das neue ChessBase Magazin 112 präsentiert sich in diesem Sinne als echtes Multimedia Schach-Magazin. Neben der Hauptdatenbank mit über 1500 Partien und den klassischen Trainingsdatenbanken zu Taktik, Strategie, Endspiel etc. bietet das CBM 112 über eineinhalb Stunden Analysen, Training und Unterhaltung mit international renommierten Spielern und erfahrenen Trainern. Darüber hinaus gibt es aktuelle Theorie-Artikel, u.a. zum Drachen und zur Rubinstein-Variante in der Französischen Verteidigung.ChessBase Magazin 112 im Shop kaufen...Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

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Beiträge im Chess Media Format
Egal ob es um die Neuerungen in der Eröffnungstheorie, um strategische Meisterleistungen oder perfekte Endspieltechnik geht: Das Chess Media Format ermöglicht es, schachliche Themen optimal zu präsentieren und auf den Punkt zu bringen. Der deutsche GM Dr. Karsten Müller gibt in seiner Einleitung zu ChessBase Magazin 112 zunächst einen umfassenden Überblick über die wichtigen, in der Hauptdatenbank enthaltenen Turniere und skizziert den weiteren Umfangs der CD.

Als Abschluss seines Intros präsentiert er einige Highlights von CBM 112. Müller stellt u.a. Svidlers Glanzpartie gegen Topalov vor, in der der Russe mit Hilfe einer neuen Idee gegen die Berliner Verteidigung schnell klaren Vorteil erreichte.

In einer weiteren Spitzenpartie gelang es Shirov gegen Volotkin in einer der Hauptvarianten von Nimzo-Indisch (4.Dc2) einmal mehr das „Brett in Flammen“ zu setzen. Müller illustriert anhand dieser Partie den für Shirov charakteristischen Spielstil und zeigt auf, an welcher Stelle der gebürtige Lette die optimale Fortsetzung ausließ.

Der erfahrene ChessBase Autor und IM Jacob Aagaard führt eine Partie vor, die er kürzlich bei der Dänischen Meisterschaft gespielt und mit beeindruckendem Angriffsspiel gewinnen konnte. Anhand dieser Partie zeigt er u.a. auf, zu welchen Fehleinschätzungen junge Spieler prinzipiell tendieren und welchen praktischen Wert Routine und Erfahrung (auch) im Schach besitzen. Zudem demonstriert der für den Hamburger Schachklub spielende IM Oliver Reeh Ihnen zwei seiner Lieblingskombinationen aus der Bundesliga und stimmt Sie damit auf seine Taktikkolumne von CBM 112 ein..

Für alle, die Skandinavisch mit 3.Dd6 spielen oder die Skandinavisch DVD von IM Andrew Martin besitzen, bietet das ChessBase Magazin 112 zusätzliches wertvolles Material. In seinem Beitrag im Chess Media Format liefert Martin einen Nachtrag zu seiner Skandinavisch-DVD. Hier entwickelt Martin einen alternativen Aufbau für Schwarz als Antwort auf den weißen Aufbau mit 6.g3. In seinem Beitrag demonstriert Martin, dass Schwarz mit 6….Lg4 gesundes Spiel bekommt.

Den größten Umfang (knapp 1 Stunde) nimmt ein 5-teiliges Interview mit GM Yasser Seirawan ein, in dem er sich u.a. über sein Projekt einer wöchentlich auf Schach.de ausgestrahlten „Chess-Show“ äußert., seine Eindrücke vom Superturnier Morelia/Linares schildert und ausführlich von seinen ersten Begegnungen mit der Schachlegende Vitkor Korschnoi erzählt.

Die Hauptdatenbank CBM 112

Die Hauptdatei CBM 112 enthält 1585 Partien und 3 Datenbanktexte; 363 Partien sind kommentiert worden, u.a. von Shirov, Krasenkow, Rogozenko, Dr. Hübner, Dautov u.v.a. Auch in dieser CBM-Ausgabe finden sich wieder viele Topturniere.

Morelia/Linares. Das Turnier hatte einen wahrlich turbulenten Verlauf. Svidler startet mit 3,5 aus 4, dann gelingt ihm gar nichts mehr, am Ende hat er -1. Radjabov beginnt mit 0 aus 2, spielt dann ein sehr gutes Turnier und endet mit +2. Dass Topalov zwei unterschiedliche Hälften hat, sind wir ja schon gewohnt. Diesmal sind es 2,5 und 5,5 Punkte – jeweils aus 7. Leko startet furios mit 3,5 aus 4 und versucht die +3 ins Ziel zu bringen. Dann verliert er die beiden letzten Partien und steht mit leeren Händen da. Kein Wunder also, dass Aronian das Turnier gewinnt. Er hat von Anfang bis Ende seine Punkte gesammelt, zwar auch zwei Partien verloren, aber derer fünf gewonnen.

Bacrot,E – Aronian,L Morelia 2006 Stellung nach 34...Te2xe3

Dies ist eine Momentaufnahme aus einem nicht fehlerlosen Thriller. Schwarz hat seit dem 20. Zug eine Figur weniger, aber ein paar Bauern dafür. Remis wollten beide nicht, und so wurde gekämpft bis einer verlor: das war Bacrot.

Poikovsky. Die Sofia-Regel – Remisangebot nur über den Schiedsrichter möglich – würde dem Karpov-Turnier in Poikovsky auch ganz gut tun. Zum Glück waren Shirov und Bologan dabei. Der Letztere spielte katastrophal, was wie so oft dazu führte, dass sich alle auf ihn stürzten. Mit 2,5 aus 9 (darunter aber zwei Siege) wurde der Moldawier klar Letzter. Alexei Shirov kämpfte mehr als die anderen, ihm gelang mit dem Schlussrundensieg gegen den bis dahin punktgleichen Alexey Dreev der verdiente alleinige Turniersieg.


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Moscow Aeroflot. Es war wieder das aller Voraussicht nach stärkste offene Turnier des Jahres. Die Schlussrunde hatte es in sich, denn die beiden Führenden, Kiril Georgiev und Pavel Eljanov, unterlagen, wonach ein Quartett punktgleich an der Spitze lag; die beste Feinwertung sprach für Baadur Jobava. Der Georgier qualifizierte sich somit auch für das Dortmunder Sparkassen Chess Meeting 2006.

USA-ch. Mit einem riesigen Preisfonds schafft man es, dass fast alle Stars dabei waren. Das Spielsystem ist aber, gelinde gesagt, merkwürdig. Zwei Gruppen tragen 9 Runden Schweizer System aus und die beiden Sieger ermitteln in einem Schnellschachmatch über zwei Partien den Meister. Alexander Onischuk agierte in seiner Gruppe souverän und besiegte auch Yuri Shulman im Entscheidungsmatch.

Cuernavaca Young Masters. Zweierlei ist bemerkenswert: Cuernavaca liegt wie Morelia in Mexiko. Und „junge Meister“ sind es vielleicht vom Alter her, aber manche sind doch gestandene Spieler. Den Sieg teilten sich Ponomariov und Vallejo Pons.

Theorie-Artikel

A20 Englisch

Die Ausgangsposition von Zoltan Riblis Beitrag entsteht nach den Zügen 1.c4 e5 2.g3 Sf6 3.Lg2 d5 4.cxd5 Sxd5 5.Sf3 Sc6 6.0-0 Sb6 7.d3 Le7 8.Sbd2 0-0 9.a3 a5 10.b3 Le6 11.Lb2 f6 12.Dc2 Dd7



Zustande kommt diese Stellung, weil Schwarz im 6. Zug seinen Springer d5 freiwillig nach b6 zurückzieht (bei 6...Le7 müsste er mit 7.d4 rechnen). Dann verzichtet Weiß auf Sc3 (weil nach späterem Sc6-d4 und Sf3xd4 c5xd4 dieser Sc3 wieder ziehen müsste) und entwickelt den b1-Springer nach d2. Die Ergebnisse, die Weiß in dieser Variante erzielt, sind nicht schlecht. Wenn er zu d3-d4 kommt, sind seine Aussichten meistens ausgezeichnet. In der Diagrammstellung ist 13.Tfd1 Tfd8 die übliche Folge; dann steht Weiß vor einer Entscheidung. Das aktivere 14.Sc4 ist wohl die bessere Wahl, wenngleich ein Eröffnungsvorteil auch nicht zu erzielen ist. In der aktuellen Partie Portisch,L-Almasi,Z spielte der Altmeister relativ passiv mit 14.Tac1 und 15.Db1 weiter. Almasi demonstrierte überzeugend, wie Schwarz danach in Vorteil kommt.

B75 Sizilianisch

Ganz neu ist die Idee nicht: ein Zwitter aus Drachen-Aufbau und Najdorf-System. Die übliche Zugfolge dafür ist 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.f3 a6



In der ersten Partie mit dieser Stellung in der Mega 2006 führte Weltmeister Aljechin die schwarzen Steine. Er setzte allerdings mit Sc6 fort, was laut unserem Autor Dorian Rogozenko nicht die Idee ist. Vielmehr soll Schwarz Sbd7, b5 und Lb7 spielen, die kurze Rochade wird zurückgestellt. Der rumänische Großmeister erläutert in seinem Einleitungstext zunächst grundsätzliche Ideen und vergleicht mit dem „normalen“ Drachen. Dann geht er zu den konkreten Varianten über, deren Anzahl noch überschaubar ist; somit stellt der ganze Aufbau auch ein schnell erlernbares Repertoire gegen den offenen Sizilianer dar.

Übrigens ist der Anlass für die Datenbank eine Renaissance des schwarzen Aufbaus, den zuletzt auch starke Großmeister anwandten. Beim FIDE-Weltcup 2005 wurde er sogar von den theoretisch stets bestens vorbereiteten Khalifman und Sakaev aufs Brett gebracht. Allerdings spielte Khalifman 8.Dd2 b5?!, was eine Art Bluff darstellt, denn 9.a4! gibt klaren Vorteil, wird aber eher selten gespielt. Der Witz besteht darin, dass Weiß auf 8...Sbd7 am besten 9.Lc4 spielt (was der Bluff 8...b5 verhindert); nach 9...b5 10.Lb3 Lb7 11.Lh6 Lxh6 12.Dxh6 ist eine kritische Stellung entstanden, in der der Nachziehende auf jeden Fall gute Nerven braucht.

C10 Französisch

Die Rubinstein-Variante 1.e4 e6 2.d4 d5 3. Sc3 dxe4 4.Sxe4 hat aus schwarzer Sicht einen großen Vorzug: sie ist natürlich auch gegen 3.Sd2 anwendbar, und damit ist der weitaus größte Teil von Französisch abgedeckt. Die Hauptvariante ist 4...Sd7 5.Sf3 Sgf6 6.Sxf6 Sxf6. In seinem aktuellen Beitrag beschäftigt sich Alexander Finkel noch einmal mit dem relativ neuen 7.c3.



Diesmal untersucht er andere Züge als 7...c5, wobei sich sein Interesse vor allem auf 7...Le7 konzentriert. Zitat: „Einer der größten Französisch-Spezialisten der Welt, Evgeny Bareev, hat 7...Le7 bei einer Reihe von Gelegenheiten angewandt, was definitiv bedeutet, dass dieses Abspiel für Schwarz spielbar ist.“ Finkel ist es „nicht gelungen, ein Abspiel mit einem stabilen Eröffnungsvorteil zu finden.“ Pläne mit der weißen kurzen Rochade schätzt er als nicht besonders gefährlich für Schwarz ein, die lange Rochade führt wie so oft zu Stellungen mit beiderseitigen Chancen.

C40 Mittelgambit im Nachzuge

In seinem abschließenden Beitrag zum Mittelgambit im Nachzuge (1.e4 e5 2.Sf3 d5) kommt Peter Leisebein zu der kritischen Variante 3.exd5 e4 4.De2! Sf6 5.d3!



Hier kommen verschiedene schwarze Opfervarianten in Betracht, die aber alle nicht richtig gefallen können. Der Autor empfiehlt 5...Dxd5 und hat den Damenzug in vielen Fernschachpartien angewandt.

Weitere Datenbanken

Wie gewohnt hat Valery Atlas eine Taktikdatenbank erstellt, die nach einem Einleitungstext 25 mit Trainingsfragen versehene Partien enthält. Das Thema von Peter Wells Strategiebeitrag lautet „Das Qualitätsopfer – ein Neuaufguss“. Im zweiten Teil geht es dabei auch um Qualitätsopfer „Jenseits der Eröffnungsphase“. Wie fast immer hat Wells ein Beispiel aus der eigenen Praxis dabei. Siehe auch hier im Heft ab Seite 29 eine etwas gekürzte Fassung der Datenbank. Die Endspieldatenbank von Karsten Müller enthält einen Einleitungstext und 36 Partien. Die liebevoll gestaltete Datenbank der ICCF enthält fünf Texte mit Informationen über die aktuellen Weltmeisterschaften, verschiedene Fernschachturniere sowie Titel und Ratingzahlen. Es folgen über 3000 Partien. Im Bereich History liegt von John Donaldson wieder eine echte Forschungsarbeit vor: es geht um das US Open 1966 in Seattle. Aus der Hinterlassenschaft des Turnierdirektors George Koltanowski sind Partieformulare aufgetaucht, die nun erfasst worden sind, so dass jetzt 201 Partien dieses Turniers im Datenformat verfügbar sind. Donaldson hat zudem Kommentare und Fotos aus Chess Life, Chess Review, the Washington Chess Letter, Sacha Pasaule und der New York Times für die Datenbank verwendet. London 1927 gilt heute als die erste offizielle Schacholympiade der FIDE. Vorausgegangen waren die beiden inoffiziellen in Paris 1924 und Budapest 1926 (diese Einstufung wurde aber erst nach 1945 vorgenommen). In London waren 16 Länder am Start (gegenüber nur vieren in Budapest). Johannes Fischer hat die Quellen studiert und einen Bericht über London 1927 angefertigt. Er schreibt u.a.: „Möglich, dass es der Olympiade vorher auch an einem Symbol gefehlt hatte. Doch auch da wurde in London Abhilfe geschaffen, und zwar durch den englischen Mäzen Frederick Gustavus Hamilton-Russel. Er stiftete einen wertvollen Goldpokal als Siegertrophäe, den die jeweilige Siegermannschaft der Olympiade als Wanderpokal erhalten sollte. Und noch immer geht dieser Pokal an die jeweilige Siegermannschaft.“ Der Verlauf der Olympiade war spannend. Favorisiert waren die Ungarn, u.a. mit Geza Maroczy, und sie führten auch ständig. Aber vor der letzten Runde hatten die Dänen, deren Spieler relativ unbekannt waren und bei denen Nimzowitsch nicht dabei war, gleichgezogen. Doch Ungarn schlug das Schlusslicht Spanien hoch, während Dänemark gegen Belgien (mit Koltanowski) nicht über ein 2:2 hinauskam. Deutschland, mit Tarrasch, Carls, Mieses und Wagner, kam auf Rang 6 ein. Mit Lasker und Bogoljubow wäre man wohl der Topfavorit gewesen.





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