08.04.2026 – Nach der überaus erfolgreichen Miniserie "The Queen's" Gambit und der Polgar-Doku "Die Königin des Schachs" bringt Netflix ein weiteres Schachthema auf den Bildschirm. In der Doku "Untold Chess Mates" geht es um die Kontroverse von Magnus Carlsen und Hans Niemann. Gestern war Premiere. | Fotos: Screenshots aus dem Film/ Netflix
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Die Nachricht vom Rückzug von Magnus Carlsen aus dem Sinquefield Cup 2022 schlug wie eine Bombe in die Schachwelt ein. Tags zuvor hatte der weltbeste Schachspieler chancenlos gegen den jungen US-amerikanischen Newcomer Hans Niemann verloren. Carlsen gab keinen konkreten Grund für seinen Rückzug, sondern machte in den Sozialen Medien nur vage Andeutungen, aber bald war klar, worauf der Norweger hinauswollte: Er beschuldigte Niemann des Computerbetruges. In einem Online-Turnier bald danach weigerte sich Carlsen gegen Niemann zu spielen und gab die Partie nach dem ersten Zug auf. Nun wurde Carlsen in seinen Statement auch etwas konkreter.
Der Vorfall beschäftigte über Monate die Schachwelt und als dann auch noch Analkugeln als mögliche Hilfsmittel ins Spiel kamen - eigentlich war das ein Witz eines Kommentators - interessierten sich nun auch die sich auch die großen Medien, Onlineportale und TV-Sender, für die Geschichte. Schach war in aller Munde.
Die Geschichte hatte viele Aspekte und erlaubte viele Deutungsversuche. Der beste Spieler der Welt verliert gegen einen Underdog. Kann er nicht mit Anstand verlieren? Oder wurde hier wirklich betrogen? Und wenn ja, wie?
Nakamura schloss sich in seinem Stream der Ansicht von Carlsen an. Die Schach-Spiele-Plattform Chess.com sprang ebenfalls Carlsen bei, veröffentlichte Statistiken über Niemanns ungewöhnlich schnellen Spielstärkezuwachs und enthüllte, dass Niemann früher bei Online-Turnieren wegen Computer-Betruges schon zweimal ausgeschlossen worden war.
Experten wiesen jedoch anhand von Computervergleichen und anderen Statistiken nach, dass Niemanns Partie gegen Carlsen und auch andere lange Partien über über jeden Betrugsverdacht erhaben waren. Dass es zumindest keine Anzeichen für einen Computerbtrug gab.
Außerdem wurde die Spieler ja beim Sinquefield auf technische Hilfsmittel kontrolliert. Pfiffige Journalisten machten einen Eigenversuch und probierten, sich trotz der Kontrollen mit elektronischen Hilfsmitteln in Turniersäle zu mogeln. Was auch gelang. Nicht in Saint Louis, aber anderswo.
Niemann wehrte sich auf juristischem Wege. Er sah seinen Ruf massive beschädigt und verklagte Magnus Carlsen, Hikaru Nakamura, David Rensch, Magnus Chess und Chess.com auf je 100 Millionen Dollar Schadensersatz. Ein Teil der Klage wurde abgewiesen. In einem anderen Teil kam es zum Vergleich. Die Episode ist abgeschlossen, aber nicht geklärt. Hat Niemann betrogen oder nicht?
In einer Dokumentation von Netflix kommen nun die Beteiligten zu Wort, vor allem Magnus Carlsen und Hans Niemann, aber auch Hikaru Nakamura, David Rensch und Henrik Carlsen und erzählen ihre Sicht der Dinge oder wie sie die Geschichte erlebt haben.
Aus Sicht von Hans Niemann war der Vorfall eine Verschwörung, da Carlsen und chess.com nämlich gerade zu der Zeit ihre Fusion vorbereiteten. Die anderen sehen Niemann als begabten, aber bisweilen verwirrten jungen Schachprofi.
Der 75-minütige Dokumentarfilm folgt in seiner Machart dem üblichen Netflix-Stil. Es gibt ein paar alte und neue Filmaufnahmen. Zwischendurch kommen die Protagonisten zu Wort. Oft sind sie in die Mitte großer Räume gesetzt. Bisweilen wird ein avantgardistischer Bildaufbau angeboten. Die Person, die gerade spricht, ist dann weit auf die linke oder rechte Bildseite gesetzt und von seitlich unten abgefilmt.
Filmschnipsel, Ausschnitte aus Nachrichtensendungen und abfotografierte Cover von Magazinen kommentieren die Geschichte. Im Hintergrund sorgt flotte Musik für eine dramatische Atmosphäre. Die gesprochenen Texte, aus dem Off oder von den interviewten Personen sind in der deutschen Fassung aus Deutsch synchronisiert und über den immer noch leise hörbaren Originaltext drübergelegt.
Viele der Netflix-Dokus, aber auch andere US-Dokumentationen, sind in diesem nicht besonders innovativen Erzählstil realisiert.
Carlsen und Niemann erzählen ihre Geschichte und wie sie Kontroverse erlebt haben. Nachdem die juristische Auseinandersetzung beigelegt wurde, kam es auch am Brett wieder zu Duellen. Ohne zu viel von der Geschichte in dieser Doku vorwegnehmen zu wollen - Freunde werden Carlsen und Niemann nicht mehr.
08.04.2026 – Der Polnische Schachverband richtet die Europameisterschaft 2026 in Katowice aus. Das Turnier findet vom 7. bis 19. April statt. 501 Spieler kämpfen um den Titel, Preisgelder und einen der 20 Qualifikationsplätze für die nächste Ausgabe des Weltcups. Zu den topgesetzten Teilnehmern zählen Igor Kovalenko (Ukraine), David Anton (Spanien) und Bogdan-Daniel Deac (Rumänien). | Live und mit Kommentar ab 15 Uhr
06.04.2026 – Am Ostersonntag tanken tausende Spieler bei strahlendem Wetter noch einmal Energie für die entscheidenden Runden 6 und 7. Währenddessen sorgt Sven Noppes im Hintergrund ruhig und professionell dafür, dass alles reibungslos läuft – das organisatorische Herz des Turniers. Das große Highlight: Vincent Keymer remisiert gegen Magnus Carlsen und übernimmt mit 6,5 Punkten die alleinige Führung. | Foto: Jeroen van den Belt
Königsindisch-Fans, die zum Mar del Plata Angriff (7...Sc6) greifen, wenn Weiß das klassische System spielt (1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0), streben komplexe Stellungen mit beidseitigen Angriffen an offenen Flügeln an, in denen langfristige strategische Planung und taktische Aufmerksamkeit in kritischen Momenten gefragt ist. Computer wissen oft nicht, was in den entstehenden komplexen strategischen Stellungen zu tun ist, und das kommt Spielern entgegen, die gerne selber denken, anstatt lange theoretische Varianten auswendig zu lernen. Aber der zur Zeit moderne Bajonett-Angriff (9.b4) stört die schwarzen Pläne. Denn nach der schwarzen Hauptfortsetzung 9...Sh5 öffnet sich die Stellung und es kommt zu langen, forcierten Varianten, die man mit Computerhilfe analysieren kann. Diese DVD bietet ein gutes Mittel gegen den weißen Bajonett-Angriff: 9...a5! Dieser Zug führt zu gesunden Stellungen, in denen es nur wenig konkrete Varianten gibt und in der Strategie wichtiger als Taktik ist. Objektiv sind die Chancen ausgeglichen, aber wenn Schwarz die Stellung kennt, kann die Lage schnell kritisch für Weiß werden.
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In diesem Kurs präsentiert Großmeisterin Elisabeth Pähtz das London-System als strukturierten und ambitionierten Ansatz mit frühem Lf4, der zu gehaltvollen und dynamischen Stellungen führt.
Eröffnungsvideos: Offenes Spanisch (Sipke Ernst) und Klassisches Sizilianisch (Nico Zwirs). Endspiel-Special von Igor Stohl: „Kurze oder lange Seite“ – wohin gehört der verteidigende König im Turmendspiel? „Wundertüte“ mit 35 Meisteranalysen.
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