Nicht alle Umwege führen nach Rom

von Karsten Müller
16.06.2015 – Regelmäßig präsentiert Ihnen ChessBase-Magazin-Autor Karsten Müller in seinem Blog ein sehenswertes oder besonders lehrreiches Endspiel. Ein Klick auf das Diagramm öffnet ein größeres Brett. Heute um 16.00 Uhr geht Kasten Müller wieder mit seiner Endgame Magic Show auf Sendung. Als Gast begrüßt er im Studio Erwin L'Ami...

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Nicht alle Umwege führen nach Rom


Weiß am Zug. Wie gewinnt er das Bauernendspiel?

 

 

 

Karsten Müller betreut seit vielen Ausgaben die Endspielrubrik des ChessBase Magazins. In jeder Ausgabe des ChessBase Magazins finden Sie neben klassischen Analysen auch interaktive Videoaufnahmen zu den sehenswertesten Endspielen. Hier hat der Nutzer die Chance, die Lösungen und Varianten am Brett auszuprobieren und bekommt direkt im Anschluss das Videofeedback des Autors.

Thema der Enspielkolumne im CBM 166: Endspiele aus dem Wolgagambit 

Neu! ChessBase Magazin #166 (Juni/Juli)


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Krisztian Szabo: Königsindisch mit 6.h3

"Für beide Seiten spielbar". So lautet das Fazit, das Chefredakteur Rainer Knaak aus Krisztian Szabos Artikel über Königsindisch rmit 6.h3 zieht. Es spricht also viel dafür, dass uns diese Variante, die derzeit "die Mode gegen Königsindisch diktiert", auch in Zukunft noch viel beschäftigen wird!

Szabo untersucht die Fortsetzungen nach 6...e5 7.d5 Sh5 und dem neuen Hauptzug 8.g3. Hier bieten sich Schwarz diverse Möglichkeiten, z.B. 8...a5, 8...Sa6 oder auch 8...De8. Am schärfsten aber sind die Varianten, die nach 8...f5 9.exf5 gxf5 entstehen. Hier wiederum hat Weiß die Wahl zwischen 10.Sh4 und dem ultrascharfen 10.Sg5. 

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Alle Eröffnungs-Übersichten aus ChessBase Magazin #166

Ris: Englisch A22
1.c4 e5 2.Sc3 Sf6 3.g3 Lb4 4.Lg2 0-0 5.e4 Lxc3 6.dxc3

 

Der nach Botvinnik benannte Aufbau mit 5.e4 zieht sofortiges Schlagen auf c3 nach sich, ansonsten würde Weiß Sge2 spielen und den Sc3 decken. Im ersten Teil untersucht Robert Ris das Schlagen mit dem d-Bauern, welches Schwarz aber nicht fürchten muss.

Skembris: Englische Symmetrievariante A39
1.c4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 g6 4.g3 Lg7 5.Lg2 Sf6 6.d4 cxd4 7.Sxd4 0-0 8.0-0 Da5

 

Mit 8...Da5 wird der weiße Aufbau gestört. Falls der Sd4 wegzieht, kann Schwarz sich mit ...d6 entwickeln. Wie Spyridon Skembris in seinem Beitrag erläutert, besteht der aussichtsreichste weiße Aufbau in 9.Sb3 Dh5 10.c5.

Marin: Känguru-Verteidigung A40
1.d4 e6 2.c4 Lb4+ 3.Sc3 b6

 

Mit 3.Sc3 (statt der beliebteren Züge 3.Ld2 sowie 3.Sd2) deutet Weiß an, dass er nichts gegen Nimzoindisch hätte. Doch Mihail Marin versucht mit seinem Spielvorschlag für Schwarz, genau dies zu vermeiden. Seine umfangreichen Analysen belegen, dass dies gelingen kann.

Sumets: Caro-Kann B12
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 Lf5 4.Sf3 e6 5.Le2 Se7 6.0-0 c5 7.c4

 

Weiß hat hier Entwicklungsvorsprung und möchte das Zentrum öffnen. Andrey Sumets untersucht die wichtigsten Spielpläne für beide Seiten und sieht im Moment eher Schwarz in der Pflicht, nach Verbesserungen zu suchen.

Illingworth: Französisch C05
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 Sf6 4.e5 Sfd7 5.f4 c5 6.c3 Sc6 7.Sdf3

 

Mit diesem Aufbau kann Weiß laut Max Illingworth keinen Vorteil erzwingen. Er ist jedoch ein wenig aus der Mode gekommen und könnte Schwarz vor unerwartete Probleme stellen. Der Beitrag unseres australischen Autors aus weißer Sicht stellt dafür eine große Hilfe dar.

Wyss: Französisch C18
1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.e5 c5 5.a3 Lxc3+ 6.bxc3 Se7 7.Dg4 0-0 8.Ld3 f5 9.exf6 Txf6 10.Lg5 Tf7 11.Dh5 g6 12.Dd1 e5

 

Unser Schweizer Autor Jonas Wyss hat das Bauernopfer 12...e5 mehrfach mit Erfolg in der Praxis angewandt. Zwar kann Weiß wohl mit genauestem Spiel einen minimalen Vorteil erlangen, doch sehr wahrscheinlich ist das ohne Vorkenntnisse nicht.

Souleidis: Philidor-Verteidigung C41
1.e4 d6 2.d4 Sf6 3.Sc3 e5 4.Sf3 Sbd7 5.Lc4 Le7 6.0-0 Sb6

 

Der Zug 6...Sb6 ist ein relativ neuer Versuch. Die Idee: Ehe dem Lc4 auf a2 ein sicheres Feld winkt, wird er befragt. Georgios Souleidis untersucht auf der DVD die wichtigsten Varianten und sieht keinen Vorteil für Weiß. Vielfach wird heute deshalb schon 6.a4 gespielt.

Kuzmin: Vierspringerspiel C47
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Lb4 6.Sxc6 bxc6 7.Ld3 0-0 8.0-0 Te8

 

Im Vierspringerspiel ist die Remisquote hoch, aber vielleicht kann Schwarz mit dem von Alexey Kuzmin empfohlenen 8...Te8 gehaltvollere Stellungen erreichen. Nach bisherigem Stand der Theorie sollte sich Schwarz gut behaupten.

Karolyi: Damenbauernspiel D02
1.Sf3 d5 2.g3 Sc6 3.d4 Lf5

 

Wie Tibor Karolyi in seinem detaillierten Beitrag erläutert, möchte Schwarz mit seinem Spielplan den Königsindischen Angriff vermeiden. Der Lf5 zielt in zwei Richtungen: Mit ...Sb4 wird der weiße Aufbau gestört, häufig folgt aber auch später ...Lh3.

Krasenkow: Damengambit/Halbslawisch D23/D43
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.Da4+

 

Mit dem Damenschach vermeidet Weiß die Wiener Variante (5.e4 Lb4), aber nach 5...c6 6.Dxc4 ist Halbslawisch erreicht. Michal Krasenkow präsentiert einen Spielvorschlag für Weiß, der Schwarz zu genauem Spiel zwingt.

Postny: Damengambit D37
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 Le7 5.Lf4 0-0 6.e3 Sbd7 7.c5 Se4

 

Die Theorie der Variante 5.Lf4 ist in den letzten Jahre enorm angewachsen. Wie Evgeny Postny erläutert, möchte Schwarz mit 7...Se4 nicht nur der Theorie ausweichen, sondern auch selbst etwas aktiv werden. Wie es aussieht, reicht das zum Ausgleich, die Aktivität bleibt aber bei Weiß.

Schipkov: Königsindisch E60
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.f3 Lg7 4.e4 d6 5.Se2

 

Der Zug 3.f3 als Waffe gegen Grünfeld-Indisch ist in den letzten Jahren sehr populär geworden. Spielt Schwarz aber Königsindisch, kann Weiß auch auf den Übergang zum Sämisch-System verzichten - er lässt Sb1-c3 weg. Boris Schipkov stellt die neuesten Ergebnisse vor.

Szabo: Königsindisch E90
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.h3 e5 7.d5 Sh5 8.g3

 

Diese Variante war in letzter Zeit ungemein populär. Krisztian Szabo hat die wichtigsten neuen Entwicklungen untersucht und sieht "eine gesunde Variante, die mit beiden Seiten spielbar ist." Viel hängt davon ab, wie gut man die entstehenden Stellungen versteht.

 

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Karsten Müller gilt als einer der größten Endspielexperten weltweit. Dazu hat sein zusammen mit Frank Lamprecht verfasstes Buch „Grundlagen der Schachendspiele“ ebenso beigetragen wie seine Kolumnen auf der Webseite ChessCafe sowie im ChessBase Magazin. M.s ChessBase-DVDs im Fritztrainer-Format über Endspiele sind Bestseller. Der promovierte Mathematiker lebt in Hamburg, wo er auch für den HSK viele Jahre in der Bundesliga auf Punktejagd ging.

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