Norway Chess, Runde 6: Carlsen setzt sich an die Spitze

von Johannes Fischer
07.06.2022 – Mit einem eindrucksvollen Sieg in der klassischen Partie gegen Shakhriyar Mamedyarov übernahm Magnus Carlsen nach sechs Runden beim Norway Chess Turnier die alleinige Tabellenführung. Mit 12,5 Punkten liegt Carlsen jetzt einen Punkt vor Vishy Anand, der im Armageddon mit Schwarz gegen Anish Giri gewann. | Fotos: Lennart Ootes

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Norway Chess, Runde 6

Carlsen war der einzige Spieler, der in Runde 6 in der klassischen Partie gewann. Die vier anderen Begegnungen endeten alle Remis und wurden erst im Armageddon entschieden.

Gegen Mamedyarov gewann Carlsen durch gute Vorbereitung, gute Technik und seine Fähigkeit, den Gegner unter Druck zu setzen.

M. Carlsen 3-0 S. Mamedyarov

 

Magnus Carlsen während der Partie und... | Foto: Lennart Ootes

...und Magnus Carlsen nach der Partie. | Foto: Lennart Ootes

Anish Giri 1-1,5 Vishy Anand

Vishy Anand spielt in Stavanger bislang ein hervorragendes Turnier und in Runde 6 zeigte er gegen Anish Giri seine ganze Klasse und seine Erfahrung. In der klassischen Partie gab er im Mittelspiel überraschend seinen Läufer gegen einer Springer des Weißen, aber hatte anschließend keine Probleme, das Läuferpaar des Weißen zu neutralisieren und die Partie Remis zu halten.

 

Auch in der darauf folgenden Armageddon-Partie parierte er alle Gewinnversuche des Weißen und kam zu einem ungefährdeten Remis.

 

Anish Giri und Vishy Anand nach der Armageddon-Partie | Foto: Lennart Ootes

Wesley So 1,5-1 Aryan Tari

In der Partie mit klassischer Bedenkzeit setzte Wesley So Aryan Tari von Beginn an unter Druck, aber konnte seine Vorteile nie in etwas Greifbares verwandeln und musste sich am Ende mit einem Remis begnügen.

Nachdenklich: Wesley So | Foto: Lennart Ootes

In der Armageddon-Partie wählte So einen anderen Ansatz: In einer scharfen Variante der Tarrasch-Verteidigung brachte er ein zweischneidiges Damenopfer, das nach zwei Ungenauigkeiten Taris zu einem spektakulären Sieg, wenn auch glücklichem Sieg, führte.

 

Wang Hao 1-1,5 M. Vachier-Lagrave

Nach einem schnellen Remis in der klassischen Partie, kam Maxime Vachier-Lagrave im Armageddon zum Erfolg: Im Londoner System geriet Wang Hao mit Weiß allmählich unter Druck und übersah dann einen taktischen Schlag des Schwarzen.

 

Wang Hao | Foto: Lennart Ootes

Maxime Vachier-Lagrave | Foto: Lennart Ootes

T. Radjabov 1-1,5 V. Topalov

In der klassischen Partie fanden Teimour Radjabov und Veselin Topalov schnell eine Möglichkeit, die Partie mit einem Dauerschach Remis enden zu lassen, und auch die Armageddon-Partie endete mit einem Dauerschach. Allerdings stand Topalov da bereits auf Gewinn, aber da im Armageddon ein Remis mit Schwarz zum Sieg reicht, begnügte er sich mit der Punkteteilung.

 

Veselin Topalov | Foto: Lennart Ootes

Stand nach 6 Runden

M. Carlsen 12,5
V. Anand 11,5
W. So 10
S. Mamedyarov 8,5
M. Vachier-Lagrave 8,5
A. Giri 8
A. Tari 7
V. Topalov 6
T. Radjabov 4
Wang Hao 4

Partien mit klassischer Bedenkzeit

 

Armageddon-Partien

 

Turnierseite


Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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