Olympia-Bilanzen der deutschen Spieler

von Stefan Liebig
16.09.2026 – Unter den zehn Spielern der beiden deutschen Teams befinden sich keine Neulinge. Alle haben bereits Olympiaerfahrung sammeln können. Über die meiste Erfahrung verfügt natürlich Elisabeth Paehtz. Sie spielte ihre erste Olympiade im Jahr 1998 – da waren die meisten deutschen Teilnehmer noch nicht geboren! | Fotos: Mark Livshitz (Titelfoto aus dem Jahr 2021), Lennart Ootes, Michal Walusza, Angelika Valkova, Reinhard Ahrens, Stefan Liebig

Ihr persönlicher Schachtrainer - Egal, ob Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des Vereinsschachs machen oder bereits auf Turnierniveau spielen: Mit FRITZ trainieren Sie effizienter, intelligenter und individueller als je zuvor.
FRITZ ist mehr als nur eine Schach-Engine – es ist eine Trainingsrevolution! Egal, ob Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des Vereinsschachs machen oder bereits auf Turnierniveau spielen: Mit FRITZ trainieren Sie effizienter, intelligenter und individueller als je zuvor.

Deutsches Frauenteam

Das deutsche Frauenteam mit Dinara Wagner, Elisabeth Pähtz, Hanna Marie Klek, Jana Schneider und Lara Schulze ist stark besetzt und gehört daher als zehntstärkstes der Setzliste zur Top 10 des Frauenwettbewerbs.

Brett 2: Elisabeth Pähtz


 

Elisabeth Pähtz bei der Olympiade in Budapest 2024. | Foto: Mark Livshitz

Ausnahmsweise geht es hier mal nicht mit Brett 1 los. Denn Elisabeth Pähtz spielte sage und schreibe 139 Partien bei Schacholympiaden (darunter sechs bei den coronabedingten Online-Olympiaden 2020 und 2021). Ihr Debüt in Elista 1998 war gegen Suzana Chang erfolgreich, allerdings folgten dann fünf Niederlagen. 2000 in Istanbul konnte sie mit einer sehr starken Leistung ihre Gesamtbilanz aber bereits ins Plus drehen: Sie gewann sechs Partien, verlor nur eine und spielte fünfmal Remis. Nach weiteren sage und schreibe elf Teilnahmen steht Pähtz nun bei 82 Punkten aus 133 Partien. Auf Rang 2 steht übrigens Gisela Fischdick mit 92 Partien bei acht Teilnahmen.

Olympiade-Partien von Elisabeth Pähtz:


Die ChessBase Mega Database 2026 ist mit über 11,7 Millionen Partien aus dem Zeitraum 1475 bis 2025 im ChessBase Qualitätsstandard die exklusive Schachdatenbank für höchste Ansprüche. Mit über 114.000 kommentierten Partien beinhaltet die Mega 2026 die weltweit größte Sammlung hochklassig analysierter Partien. 

Brett 1: Dinara Wagner

Dinara Wagner reckt den Pokal für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 2026 in die Höhe. Mit dem Team von Viernheim gelang ihr dieser Coup. | Foto: Angelika Valkova

Bei den letzten beiden Olympiaden spielte Dinara Wagner an der Seite von Elisabeth Pähtz. In Chennai (2022) holte sie an Brett 3 6,5 aus 9 und übernahm zwei Jahre später das Spitzenbrett von Elisabeth Pähtz. Dort holte sie 50 Prozent, wobei sie in zehn Partien achtmal remisierte.

Olympiade-Partien von Dinara Wagner:

Brett 3: Hanna Marie Klek

Hanna Marie Klek bei der Olympiade in Chennai. |
Foto: Lennart Ootes

Bemerkenswert sind gleich zwei Daten: Zum einen ist Hanna Marie Klek tatsächlich die einzige Teamkollegin, die bei Pähtz´ Olympiadebüt bereits geboren (11.1.1995) war. Zum anderen spielte sie bereits 2008 ihre erste Olympiade in Dresden und setzte dann viele Jahre aus, bis sie 2022 ihr Comeback in Chennai gab, auch 2024 in Budapest war sie im Team. Mit 9,5 aus 20 kratzt Klek an der 50-Prozent-Marke, die sie in Samarkand sicher überspringen möchte. In Budapest spielte sie stark und gewann vier Partien bei zwei Remis und zwei Niederlagen.

Olympiade-Partien von Hanna Marie Klek:

Brett 4: Jana Schneider 

Holte 9 aus 10 bei ihrer bisher einzigen Olympiade in Chennai: Jana Schneider. | Foto: Michal Walusza

Für Jana Schneider ist es die zweite Olympiade: Nach ihrer Premiere in Chennai vor vier Jahren war sie in Budapest nicht im Kader. Nach ihrer Bilanz von Chennai hätte sie aber durchaus einen Platz verdient gehabt: Sie gewann acht ihrer zehn Partien, spielte zweimal Remis und verlor keine einzige an Brett 4. Wenn sie dies wiederholen könnte, wäre das ein wichtiger Grundstein für eine gute Teamplatzierung.

Olympiade-Partien von Jana Schneider:

Brett 5: Lara Schulze

Lara Schulze war in Budapest im deutschen Team und wird auch in Samarkand dabei sein. | Foto: eigenes Bild

Lara Schulze holte bei ihrem Debüt vor zwei Jahren 4,5 aus 7. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Daneben hat sie eine beachtliche Zahl von Partien bei den Online-Olympiaden absolviert. An fünf gesetzt im Team, wird sich zeigen, wie viele Partien sie spielen wird.

Olympiade-Partien von Lara Schulze:


Deutsches Openteam

Das deutsche Herrenteam mit Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Frederik Svane, Alexander Donchenko und Rasmus Savane gehört – nicht zuletzt auch wegen des guten Teamgeists – zum Favoritenkreis dieser Olympiade und ist hinter den USA, Titelverteidiger Indien, Gastgeber Usbekistan sowie China an Nummer 5 gesetzt.

Brett 1: Vincent Keymer

Spitzenbrett der deutschen Mannschaft: Vincent Keymer – hier bei der Endrunde der Bundesliga 2025/26 an der Seite des Ex-Weltmeisters und FIDE-Interimspräsidenten Viswanathan Anand. | Foto: Stefan Liebig

Vincent Keymer hat sich in der absoluten Weltspitze etabliert. Das 1. Brett bei der Olympiade kennt er von seinen beiden bisherigen Auftritten in Chennai und Budapest auch bereits: In Indien blieb er bei 6 aus 8 ungeschlagen und auch die 5,5 aus 9 in Budapest konnten sich sehen lassen. Auf die ganz großen Gegner ist er bei den beiden Olympiaden aber bisher noch nicht getroffen. Mal sehen, wie sich das Turnier in Samarkand für ihn und sein starkes Team entwickelt ...

Olympiade-Partien von Vincent Keymer:

Brett 2: Matthias Blübaum

Bei der Endrunde der Bundesliga (Foto) spielten sie ebenso gemeinsam wie bei den Olympiaden in Budapest und Chennai: Dimitrij Kollar und Matthias Blübaum. Ins Samarkandteam hat es Kollars im Gegensatz zu Blübaum nicht geschafft. | Foto: Stefan Liebig

Matthias Blübaum nimmt inzwischen an seiner fünften Olympiade teil (plus die beiden Online-Ausgaben). Der Kandidatenturnierteilnehmer 2026 erreichte bei seinen Turnieren in Baku, Batumi, Chennai und Budapest bisher 26 Punkte in 40 Partien. Er verlor lediglich fünf Partien bei 17 Siegen und 18 Remis.

Olympiade-Partien von Matthias Blübaum:

Brett 3: Frederik Svane:

Frederik Svane (hinten) und sein Bruder Rasmus sind an 3 und 5 aufgestellt. | Foto: Reinhard Ahrens

Sieben Siege und zwei Remis lautete die beeindruckende Debütbilanz von Frederik Svane bei der Olympiade in Budapest. Die Gegnerschaft bei seiner Performance von 2640 durchaus beachtlich stark. Gegen eine 8-aus-9-Bilanz hätten der 22-Jährige und seine Teamkollegen sicher auch in Samarkand nichts einzuwenden. 

Olympiade-Partien von Frederik Svane:

Brett 4: Alexander Donchenko 



Alexander Donchenko ist wie Frederik Svane zum zweiten Mal in einem Olympiateam. | Foto: Stefan Liebig

Auch Alexander Donchenkos Premierenbilanz von drei Siegen, drei Remis und nur einer Niederlage liest sich gut und lässt auf ein ebenso starkes Ergebnis in Samarkand hoffen.

Olympiade-Partien von Alexander Donchenko:

Brett 5: Rasmus Svane

Erstmals sind Rasmus und Frederik Svane (Foto oben) gemeinsam im deutschen Nationalteam der Olympiade aufgestellt. Rasmus schaffte es in Budapest nicht in den Kader. Er war aber bei den beiden Turnieren in Batumi und Chennai mit von der Partie. Mit 4,5 aus 8 und 5 aus 9 lag er dabei jeweils knapp über der 50-Prozent-Marke.

Olympiade-Partien von Rasmus Svane:


Ein ChessBase-Team ist ebenfalls vor Ort in Samarkand und wird täglich von der Schacholympiade berichten. Das Team hat einen gemeinsamen Messestand mit DGT und ist für alle Besucher ansprechbar und gibt eine Preview auf das in Kürze erscheinende ChessBase in der Mac-Version.

Links

Offizielle Turnierseite...

Ergebnisse und Tabelle bei Chess-Results: Offenes Turnier | Frauenturnier


Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
Diskussion und Feedback Senden Sie Ihr Feedback an die Redakteure