Pressemitteilung der FIDE
Alle zwei Jahre treffen sich Nationalmannschaften aus fast allen Teilen der Welt, um die außergewöhnliche internationale Reichweite des Sports zu feiern. Vom 16. September (erste Runde) bis zum 27. September werden in Samarkand 208 Teams im offenen Wettbewerb und 192 Teams im Frauenwettbewerb antreten. Diese Zahl übertrifft den bisherigen Rekord von 380 Teams, der 2024 in Budapest aufgestellt wurde.
Spieler, Schiedsrichter, Trainer und Kapitäne sind bereits eingetroffen. Obwohl der Großteil der Teilnehmer erst morgen zum Turnier stößt, sind viele von uns heute Morgen früh mit einem vollbesetzten Flugzeug voller internationaler Großmeister angereist.

Bei der Ankunft fiel sofort die besondere Busdekoration ins Auge – das lokale Organisationsteam hat an alles gedacht! | Foto: FIDE
Anstelle von Karawanen, die die alten Routen befahren, werden diesmal moderne Transportmittel wie der moderne usbekische 210 km/h-Afrosiyob-Schnellzug Akteure, Kulturen und Ideen zwischen Ost und West verbinden.
Abgesehen von den reinen Zahlen ist die Schacholympiade einzigartig: Sie verbindet Schachwettbewerbe auf höchstem Niveau mit der Möglichkeit für Verbände in sehr unterschiedlichen Entwicklungsstadien, sich auf derselben Bühne zu messen. Und an sportlicher Spannung mangelt es definitiv nicht!
Team Indien reist als Titelverteidiger nach seinem historischen Triumph in Budapest an, während die Vereinigten Staaten, China, Deutschland und viele andere etablierte Schachnationen nach Gold streben.

In einem kürzlich geführten Interview blickte Indiens Kapitän, Großmeister Srinath Narayanan (ganz links im obigen Foto), auf die Chancen seines Teams zurück: „Die Titelverteidigung bei der Schacholympiade ist immer eine große Herausforderung. Aber dieses indische Team hat viel Potenzial. Es herrscht Kontinuität im Kader, die Spieler sind erfahrener. Indien verfügt über eine hervorragende Kaderbreite an allen Brettern.“

Natürlich lasten auch enorme Erwartungen auf dem Heimteam Usbekistan, dem Überraschungssieger von 2022, da es sich zu einer der führenden Schachnationen der neuen Generation entwickelt hat.
Die Frauenolympiade verspricht einen ebenso spannenden Wettkampf. Indien wird alles daransetzen, seinen Titel von 2024 zu verteidigen, doch zahlreiche ambitionierte Nachwuchsverbände sind angereist, um die Inderinnen herauszufordern. Sowohl die Teilnehmer der offenen Klasse als auch die der Frauen wurden bereits vor einigen Wochen in der FIDE-Vorschau ausführlich besprochen.
Der Sieg bei einer Olympiade ist ebenso sehr ein Beleg für Konstanz wie für Kraft. In elf Runden wird jedes Team Momente erleben, in denen ein Sieg erwartet wird, Momente, in denen es sich verteidigen muss, und unweigerlich einige Wettkämpfe, in denen alles auf dem Spiel steht. Die Herausforderung besteht darin, dass die vier Spieler Tag für Tag ihre gewohnte Höchstleistung abrufen. Wie bei Staffeln oder Rudermannschaften kann ein herausragender Spieler Schwächen an anderer Stelle nicht dauerhaft ausgleichen.

Die Kapitäne müssen in ihrer Strategie vor dem Spiel ständig abwägen, wann sie auf Sieg spielen und wann ein solides Ergebnis die beste Wahl ist. Bei einem so langen und hart umkämpften Turnier kann die richtige Balance über die zwei Wochen hinweg genauso wichtig sein wie das beste Spiel. Es gibt keinen Königsweg zum Podium: Jedes Team gestaltet sein Turnier im Laufe der Olympiade auf seine eigene Art.
Doch die 46. Schacholympiade ist weit mehr als nur die beiden Hauptwettbewerbe. Für die nächsten zwei Wochen wird Samarkand zur Welthauptstadt des Schachs.

Die 3. FIDE-Schacholympiade für Menschen mit Behinderungen ist in vollem Gange und bringt mit 41 teilnehmenden Teams einen neuen Rekord auf. Die Teams bestehen aus Spielern mit Seh-, Hör- und körperlichen Beeinträchtigungen.
Abseits des Schachbretts finden der FIDE-Kongress und die Wahlen statt, bei denen die internationale Schachgemeinschaft über die zukünftige Ausrichtung des Sports diskutieren wird. Eine der wichtigsten Kommissionen ist der FIDE-Gipfel zum Thema „Schach in der Bildung“, der am 24. September stattfindet und Pädagogen, politische Entscheidungsträger und Forscher im Rahmen des FIDE-Jahres „Schach in der Bildung 2026“ zusammenbringt.
Das wichtige Treffen der Mannschaftskapitäne findet am 15. September um 15 Uhr im Tashkent Ballsaal des Hilton Samarkand Regency Hotels statt.

Unterdessen fand heute in Indien die traditionelle Fackelübergabe statt. FIDE-Interimspräsident GM Vishy Anand und Nitin Narang, Präsident des Indischen Schachverbands, übergaben die Fackel mit der olympischen Flamme an GM Javokhir Sindarov, der sie zur Schacholympiade in Samarkand mitnehmen wird.