14.09.2026 – Die Ganges Grandmasters haben die vierte Saison der Tech Mahindra Global Chess League gewonnen. Im Finale in Bengaluru setzte sich das Team um Ian Nepomniachtchi gegen Titelverteidiger Alpine APL Pipers mit 4:2 durch. Nach einem 3:3 im ersten Match fiel die Entscheidung im zweiten Durchgang – mit einem spektakulären Sieg Nepomniachtchis gegen Magnus Carlsen und dem entscheidenden Punkt von Stavroula Tsolakidou gegen Humpy Koneru. Für Viswanathan Anand und seine PBG Alaskan Knights endete das Turnier dagegen bereits vor dem Finaltag. | Fotos und Videos: ChessBase India
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Furioser Finaltag
Der letzte Tag der Global Chess League hielt, was die knappe Turnierwoche versprochen hatte. Zunächst ging es im Spiel um Platz drei zwischen den CheQ Mumba Masters und den FYERS American Gambits um einen Podestplatz. Anschließend trafen im Finale die Ganges Grandmasters und die Alpine APL Pipers aufeinander – und damit zwei Mannschaften, die bereits die Vorrunde an der Spitze abgeschlossen hatten. Am Ende durften die Ganges Grandmasters erstmals den Siegerpokal in die Höhe stemmen.
Die beiden Matchwinner des Finals rahmen das Team ein: Ian Nepomniachtchi (l.) und Stavroula Tsolakidou (r.). Dazwischen: Levon Aronian, Leinier Dominguez, Teamchef Adhiban Baskaran und Polina Shuvalova. | Foto: ChessBase India
Das Finale begann mit einem 3:3 und damit mit einer denkbar knappen Ausgangslage fürs Rückspiel. Levon Aronian brachte Ganges mit seinem Sieg gegen Anish Giri in Führung, doch Volodar Murzin glich für die Pipers gegen Leon Luke Mendonca aus. Die übrigen vier Partien endeten remis. Damit war nach dem ersten Match weiterhin alles offen.
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Im zweiten Durchgang mussten die Grandmasters mit den schwarzen Figuren antreten. Ausgerechnet auf dem wichtigsten Brett entwickelte sich nun die entscheidende Partie: Ian Nepomniachtchi traf auf Magnus Carlsen. Der Norweger schien zwischenzeitlich auf dem Weg zum Sieg zu sein, doch Nepomniachtchi fand einen taktischen Ausweg.
Hier war für Carlsen noch alles in Ordnung:
Doch der Ex-Weltmeister zog: 28.Dxb5? Das machte aus seinem deutlichen Vorteil eine ausgeglichene Stellung. Es ging mit 28...c4 29.Dd7 Mit dem spektakulären Läuferopfer 29...Lxf2 leitete Nepomniachtchi die Wende ein und brachte Carlsens König sowie dessen Stellung zunehmend unter Druck.
30.Kxf2 Txb2+ 31.Kf1?! Dc5 31.Td2?? -+ weiter. Nach dem 39. Zug gab Carlsen auf.
Nepomniachtchi bezeichnete seinen entscheidenden Einfall anschließend mit bemerkenswerter Selbstironie: „Ich hatte wahnsinniges Glück, das war meine einzige Idee, …Lxf2 – das erinnerte mich an so ein Kinderturnier, bei dem man inständig hofft, dass der Gegner einen Fehler macht … und es hat geklappt!“
Für Nepomniachtchi war es zudem ein besonders symbolischer Erfolg: Sein langjähriger Rivale Carlsen hatte ihn 2021 im WM-Match bezwungen und 2024 beim geteilten Weltblitzmeistertitel ebenfalls hinter sich gelassen. Nun war es Nepomniachtchi, der im entscheidenden Moment den Weltstar stoppte. | Video: ChessBase India
Der fassungslose Magnus Carlsen. | Foto: ChessBase India
Die endgültige Entscheidung fiel jedoch nicht auf dem Icon-Brett. Während sich die übrigen Partien dem Remis näherten, kämpfte Stavroula Tsolakidou gegen Humpy Koneru um den entscheidenden Punkt. Die Griechin hatte zwischenzeitlich selbst Gewinnchancen ausgelassen, geriet anschließend sogar in Schwierigkeiten.
Humpy verpasste mit 44.Kb2?? die letzte Möglichkeit, die Partie zu halten. Mit dem Königszug nach c3 oder d2 hätte sie großen, mit d1, b3 oder c1 immerhin noch kleinen Vorteil behalten. Doch die Inderin wählte den einzigen Verlustzug des Königs aus. Es folgte: 44...Te6 45.Dc3? Txe2+ 46.Kb3 De6+ 47.Ka4? Da6+ 48.Kb3 Dxb7+ 0:1
Tsolakidou nutzte ihre Chance, zur Matchwinnerin zu werden und machte mit ihrem Sieg den 4:2-Erfolg der Ganges Grandmasters perfekt.
„Es ist etwas Besonderes, gegen den Titelverteidiger zu gewinnen; jetzt müssen wir nächstes Jahr selbst den Titel holen!“, sagte Tsolakidou anschließend.
Die 25-Jährige wurde zudem zur Spielerin des Turniers gewählt. Ihre Leistung war tatsächlich einer der Höhepunkte der GCL-Saison: Nach einem schwierigen Start fand sie im zweiten Teil des Wettbewerbs zu beeindruckender Form und gewann unter anderem gegen Alexandra Kosteniuk und im Finale gegen Humpy Koneru.
Die erfolgreichsten Punktesammler
Levon Aronian hob nach dem Erfolg den Einfluss von Teamcoach Adhiban Baskaran hervor. Dessen Strategie habe eine wichtige Rolle gespielt. „Und weil sie unentschieden gespielt hatten, waren sie sich nicht sicher, wie sie kämpfen sollten. Hätten wir gewonnen, wäre es vielleicht nicht so einfach gewesen.“
Der Armenier verwies damit auf das 3:3 im ersten Finalmatch: Gerade dieses Ergebnis habe den Gegner möglicherweise in eine schwierigere psychologische Situation gebracht.
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Bemerkenswert war außerdem die Leistung von Polina Shuvalova. Die Russin gewann zwar am Finaltag keine Partie, kam aber insgesamt auf sieben Punkte aus zehn Spielen und erzielte damit die höchste individuelle Punktzahl des Turniers. Gemeinsam mit Tsolakidou bildete sie einen wesentlichen Bestandteil des erfolgreichen Frauenduos der neuen GCL-Champions. Auch Leon Luke Mendonca trug mit wichtigen Erfolgen auf dem Prodigy-Brett zum Titel bei.
Im Spiel um Platz drei setzten sich die FYERS American Gambits mit Javokhir Sindarov an der Spitze gegen die CheQ Mumba Masters mit Maxime Vachier-Lagrave durch. Nach einem knappen 3½:2½ im ersten Match gewann das Team um Sindarov den zweiten Durchgang mit 4:2 und sicherte sich damit Bronze. Besonders stark präsentierten sich Nihal Sarin und Marc'Andria Maurizzi, die beide ihre Partien gewannen und damit maßgeblich zum Erfolg beitrugen.
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Stefan LiebigStefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
13.09.2026 – Die Alpine APL Pipers mit Magnus Carlsen und Ganges Grandmasters mit Nepomniachtchi qualifizierten sich für das Finale, obwohl beide Teams am Samstag verloren. CheQ Mumba Masters (mit Maxime Vachier-Lagrave) besiegten FYERS American Gambits (mit Javokhir Sindarov), schlossen damit zu ihren Gegnern in der Tabelle auf. Damit steht zugleich fest, dass die CheQ Mumba Masters im Spiel um Platz 3 wieder gegen die FYERS American Gambits antreten. | Foto: ChessBase India
12.09.2026 – Nach den Partien am Freitag steht daher für jede Mannschaft nur noch ein Match aus, bevor feststeht, wer in das Finale einzieht. Vor den Runden am Samstag führen Ganges Grandmasters (mit Nepomniachtchi) und Alpine APL Pipers (mit Magnus Carlsen und Vidit Gujrathi) mit jeweils 18 Teampunkten. Die Mannschaft der FYERS American Gambits (mit Sindarov) steht bei 15 Mannschaftspunkten und weniger Brettpunkten als die führenden Teams. Die 7:9-Niederlage gegen Alpine APL Pipers macht sich in der Tabelle bemerkbar. Vidit Gujrathi erzielte den entscheidenden Sieg gegen Daniil Dubov. | Foto: Global Chess League
Königsindisch-Fans, die zum Mar del Plata Angriff (7...Sc6) greifen, wenn Weiß das klassische System spielt (1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0), streben komplexe Stellungen mit beidseitigen Angriffen an offenen Flügeln an, in denen langfristige strategische Planung und taktische Aufmerksamkeit in kritischen Momenten gefragt ist. Computer wissen oft nicht, was in den entstehenden komplexen strategischen Stellungen zu tun ist, und das kommt Spielern entgegen, die gerne selber denken, anstatt lange theoretische Varianten auswendig zu lernen. Aber der zur Zeit moderne Bajonett-Angriff (9.b4) stört die schwarzen Pläne. Denn nach der schwarzen Hauptfortsetzung 9...Sh5 öffnet sich die Stellung und es kommt zu langen, forcierten Varianten, die man mit Computerhilfe analysieren kann. Diese DVD bietet ein gutes Mittel gegen den weißen Bajonett-Angriff: 9...a5! Dieser Zug führt zu gesunden Stellungen, in denen es nur wenig konkrete Varianten gibt und in der Strategie wichtiger als Taktik ist. Objektiv sind die Chancen ausgeglichen, aber wenn Schwarz die Stellung kennt, kann die Lage schnell kritisch für Weiß werden.
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Italian Game Powerbase 2026 ist eine Datenbank und enthält 8571 hochklassige Partien aus der Mega 2027 bzw. der Correspondence Database 2026, davon sind 479 kommentiert.
Videos: Nico Zwirs zeigt Sizilianisch mit 2…e6 3.d4 cxd4 4.Dxd4 Sc6 5.De3 Sf6 6.Sc3, Mihail Marin prüft Sindarovs 6.Se5 im Damenbauernspiel. Dazu die „Wundertüte“ mit 41 Analysen von Berg, Ftacnik, Gupta u.v.a.
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