Ordentlicher deutscher Start bei der Europameisterschaft

von André Schulz
30.10.2017 – Die beiden deutschen Teams starteten ordentlich in die Europa-Mannschaftsmeisterschaft, die Männer mit Remis und einem Sieg, die Frauen mit einem Sieg und einer Niederlage gegen starke Polinnen. (Foto: European Chess Union)

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Start mit Remis und Sieg

Eigentlich war die deutsche Mannschaft zum Auftakt der Mannschaftseuropameisterschaft auf Kreta gegen Griechenland, als Neunte der Setzliste gegen über Platz 29, den die Griechen einnehmen. Am Ende stand ein 2:2 zu Buche. Matthias Blübaum holte gegen Andreas Kelires einen ganzen Punkt, nachdem der Grieche im 22. Zug eine gute Möglichkeit verstreichen ließ.

 

Statt Druckspiel zu bekommen, verlor Weiß einen Bauern und wurde dann rasch überspielt - Blübaum ritt mit seiner Kavallerie in die weiße Stellung ein und nach 30.Td1 konnte er schon zum entscheidenden Punch ansetzen.

 

Der Punkt erwies sich am Ende als sehr wichtig, denn Rasmus Svane unterlag, ebenfalls mit Schwarz spielend, nach langem Kampf Athanasios Mastrovasilis.

Dass die Griechen ein sperriger Gegner sind, bewiesen sie am zweiten Tag, wo sie gegen Mitfavorit Armenien auch nur knapp, mit 1,5:2,5, unterlagen.

Deutschland traf in der 2. Runde auf die Slowakische Mannschaften, die von "Oldie" Lubomir Ftacnik angeführt wird. Ftacnik feiert heute seinen 60. Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch, auch an dieser Stelle.

"Veteran" Lubomir Ftacnik (Foto: European Chess Union)

Gegen die Slowakei, in der Setzliste einen Platz vor Griechenland auf Rang 28, konnte das deutsche Team seinen Eloüberschuss besser zur Geltung bringen und siegte klar mit 3,5:0,5. 

Bo. 28
 
  Slovakia
Rtg - 9
 
  Germany
Rtg ½ :3½
12.1 GM
 
Ftacnik, Lubomir
2546 - GM
 
Meier, Georg
2655 0 - 1
12.2 GM
 
Markos, Jan
2559 - GM
 
Bluebaum, Matthias
2643 ½ - ½
12.3 IM
 
Repka, Christopher
2470 - GM
 
Fridman, Daniel
2626 0 - 1
12.4 IM
 
Mazur, Stefan
2460 - GM
 
Svane, Rasmus
2595 0 - 1

Gegen Stefan Mazur zeigt Rasmus Svane auf lehrbuchartige Weise, wie man mit Weiß in Benoni-Strukturen mit Bauernvorstößen im Zentrum in Vorteil kommt.

 

Daniel Fridman brachte sich mit einem taktischen Trick in Vorteil, den sein Gegner aufgrund der ungewöhnlichen Nebenbedingungen vermutlich gar nicht beachtet hatte. 

 

Der entwurzelte Sd5 hatte kein Fluchtfeld und konnte von Schwarz in aller Ruhe eingesammelt werden.

Mit ihren drei Mannschaftspunkten belegt das deutsche Team Platz zehn und trifft heute auf Italien. Vorsicht: Die Italiener schlugen in der ersten Runde Mitfavorit Aserbaidschan. Sabino Brunello gewann gegen Arkadij Naiditsch und Luca Moroni besiegte Gadir Guseinov. 

Die Überraschung der zweiten Runde gelang hingegen der Niederländischen Mannschaft, die zu einem 2,5:1,5-Sieg über die Ukraine kam.

Die niederländische Mannschaft

Die niederländische Mannschaft (Foto: European Chess Union)

Die Ukraine - ohne Ivanchuk - ist Dritte der Setzliste hinter Russland und Aserbaidschan, Die Niederlande sind hinter Deutschland Zehnte. Die Partien an den Brettern zwei bis vier endeten Remis. Den Siegpunkt erzielte Anish Giri am ersten Brett gegen Pavel Eljanov.

 

 

The Ruy Lopez Breyer Variation

Niemand Geringeres als Pavel Eljanov bringt Ihnen die Variante näher, die Gyula Breyer bereits 1911 entdeckte und die heute im Eröffnugnsrepertoire von Weltmeistern wie Kasparov, Kramnik, Anand oder Carlsen ist.

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Stand nach zwei Runden

Rk. Team  TB1 
1 Hungary 4
2 Netherlands 4
3 Armenia 4
4 Czech Republic 4
5 Italy 4
6 Croatia 4
7 Russia 4
8 France 3
9 Spain 3
10 Germany 3
11 England 3
12 Israel 3
13 Poland 3
14 Greece 1 2
15 Azerbaijan 2
16 Belarus 2
17 Serbia 2
18 Turkey 2
19 Ukraine 2
20 Georgia 2
21 Portugal 2
22 Slovenia 2
23 Montenegro 2
24 Iceland 2
25 Switzerland 2
26 Romania 2
27 Greece 2 1
28 Moldova 1
29 Norway 1
30 Slovakia 1
31 Faroe Islands 1
32 FYROM 1
33 Greece - Crete 1
34 Scotland 1
35 Belgium 0
36 Albania 0
37 Denmark 0
38 Kosovo* 0
39 Finland 0
40 Austria 0

Partien der Runden 1 und 2

 

Frauenturnier

Die deutschen Frauen, immerhin Nummer fünf der Setzliste, starteten standesgemäß mit einem 3:1 über die slowakischen Frauen. In der zweiten Runde traf das deutsche Team auf Polen, das im Frauenschach seit vielen Jahren zur Weltspitze gehört. Entschieden wurde der Wettkampf an den beiden Mittelbrettern, wo Karina Szczepkowska gegen Josefine Heinemann und Klaudia Kulon gegen Sarah Hoolt zwei volle Punkte holten. 

Nach ungewöhnlicher weißer Eröffnungsbehandlung stand bei Sarah Hoolt eine spannende Position auf dem Brett, in der die deutsche Nummer Zwei keinesfalls schlechter stand. In komplizierter Stellung erwies sich dann der vermeintliche taktische Trick 31...Lxe5 als Bumerang.

 

Heute trifft Deutschland auf die tschechische Mannschaft. 

Stand nach zwei Runden

Rk. Team  TB1 
1 Israel 4
2 Georgia 4
3 Spain 4
4 Poland 4
5 Ukraine 4
6 Turkey 4
7 Hungary 4
8 Russia 4
9 Slovenia 2
10 Czech Republic 2
11 Belarus 2
12 Greece 1 2
13 Netherlands 2
14 Azerbaijan 2
15 Serbia 2
16 Armenia 2
17 Germany 2
18 FYROM 2
19 Slovakia 2
20 Italy 2
21 France 2
22 Romania 2
23 Norway 1
24 Lithuania 1
25 Greece 2 1
26 Croatia 1
27 Switzerland 0
28 England 0
29 Belgium 0
30 Montenegro 0
31 Austria 0
32 Finland 0

Partien der Runden 1 und 2

 

Offizielle Turnierseite...

Turnierseite der ECU...

Ergebnisse bei Chess-results...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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