Oslo Esports Cup: Carlsen gewinnt, Praggnanandhaa verliert

von André Schulz
28.04.2022 – Im Fernduell zwischen Magnus Carlsen und Praggnanandhaa um den Turniersieg beim Oslo Esports Cup punktete der Weltmeister gegen Eric Hansen, während sich für Praggnanandhaa Jan-Krzysztof Duda als Spielverderber erwies. Der polnische Spitzenspieler gewann das Match und hat nun selber noch theoretische Chancen auf den Turniersieg. | Fotos und Grafiken: Play Magnus Group

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Praggnanand Rameshbabu ist sicher der Überraschungsmann beim Oslo Esports Cup, der über Computer online, aber mit den Spielern vor Ort in einem Studio als Rundenturnier ausgetragen wird. Die acht Spieler liefern sich ihre Duelle im Schnellschach, wobei jeweils maximal vier reguläre Partien gespielt werden. Bei Gleichstand folgte in Stichkampf mit Blitzpartien und, wenn nötig, eine Entscheidungspartie.

Üblicherweise ist Magnus Carlsen Chef Ring bei den von seiner Firma Play Magnus Group ins Leben gerufenen Turnieren der Meltwater Champions Chess Serie. Hier hat ihm der jüngste Spieler im Feld Praggnanandhaa die Show geklaut. Der Weltmeister kassierte zu Anfang eine Niederlage gegen Le Quang Liem, erklärte sich das durch gesundheitliche Unpässlichkeit, während der indische Wonderboy von Sieg zu Sieg eilte. Carlsen gewann dann aber das direkte Duell deutlich mit 3:0, um sich eine Runde später noch eine Niederlage gegen seinen eigenen Sekundanten im letzten WM-Kampf Jorden van Foreest zu leisten. Dafür ursächlich war ein seltener Fall von Schachblindheit beim Weltmeister. Er hatte einen gegnerischen Läufer übersehen und stellte einen ganzen Turm ein.

Zwei Runden vor Schluss hatte Praggnanandhaa beste Chancen auf den Turniersieg. In der vorletzten Runde traf Carlsen auf Eric Hansen, der von allen Spielern die schwächste Elozahl aufweist. Praggnanandhaa hatte es mit Jan-Krzystof Duda zu tun.

Das Match zwischen Magnus Carlsen und Eric Hansen verlief einseitig. Carlsen gewann die erste Partie. In der zweiten Partie entkam Hansen, der in diesem Turnier seiner Bestform hinterher läuft,  in ein Remis und klagte: "Irgendetwas stimmt im Moment nicht mit meinem Kopf. Mir fehlt so viel, und in dieser Partie hatte ich großes Glück, dass ich mit einem Remis davongekommen bin." Die dritte Partie ging erneut an den Weltmeister.

 

 

 

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Weniger leicht hatte es Praggnanandhaa gegen den polnischen Spitzenspieler Jan-Krzystof Duda, der kurz zuvor seinen 26sten Geburtstag gefeiert hatte. In der ersten Partie sah Praggnanandhaa sich mit den schwarzen Steinen mit einem ungewöhnlichen Aufbau in der Englischen Eröffnung konfrontiert und verlor die Partie schließlich im Schwerfigurenendspiel.

In der zweiten Partie lieferten sich die beiden Großmeister ein langes Theorieduell in der Grünfeld Verteidigung. 


 

 

 

 

Die dritte Partie endete remis und damit stand Praggnanands zweite Niederlage fest.

 


Das Match zwischen Le Quang Liem gegen Anish Giri endete zugunsten des Vietnamesen. Le gewann die erste und die zweite Partie. Ein Remis in der dritten Partie reichte zum Matchsieg. Anish Giri hatte ein paar Probleme beim Spiel mit der Maus und erklärte das im Interview. 
 


Das längste Match lieferten sich Jorden van Foreest und Shakhriyar Mamedyarov. Der Niederländer ging mit einem Sieg in Partie zwei in Führung. Nach einem Remis in Partie drei glich Mamedyarov in der vierten Partie aus. Den Stichkampf gewann der Aseri mit einem Sieg in der zweiten Blitzpartie.

Magnus Carlsen und Praggnanandhaa Rameshbabu liefern sich in der Schlussrunde nun ein weiteres Fernduell um den Turniersieg. Carlsen bekommt es in Runde 7 mit dem unberechenbaren Shakhriyar Mamedyarov zu tun, während Praggnanandhaa gegen Anish Giri antreten muss. Auf die Frage, ob er das Turnier morgen gewinnen kann, meinte Praggnanandhaa weise: "Ich will morgen einfach besseres Schach spielen und dann werden wir sehen."

Auch Jan-Krzysztof Duda hat theoretische Chancen, denn er liegt nur einen Punkt hinter der Spitze. Er müsste gegen Eric Hansen gewinnen und auf Niederlagen von Carlsen und Praggnanandhaa hoffen. 

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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