Reform der Zweiten Bundesliga

von ChessBase
11.02.2022 – Im Deutschen Schachbund wurde eine Reform der Zweiten Bundesliga diskutiert und nun beschlossen. Eine kleiner Zweite Liga mit zwei Staffeln soll organisatorisch der Bundesliga angenähert werden, um z.B. die häufigen Aufstiegsverzichte zu reduzieren. Offen ist, ob eine Dritte Liga eingeführt wird.

ChessBase 17 - Megapaket ChessBase 17 - Megapaket

ChessBase ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Pressemitteilung

Informationen der Spielleitung

vom 9. Februar 2022

Reform der 2. Schach-Bundesliga

Bei der Sitzung der Bundesspielkommission am 8. Januar 2022 wurde eine zweigeteilte 2. Schach-Bundesliga mit 2 x 12 Mannschaften mit großer Mehrheit befürwortet. Die Vorschläge bzgl. einer 3. Schach-Bundesliga stießen auf ein geteiltes Echo. Daher wurde die Kommission zur Reform der 2. Schach-Bundesliga beauftragt, alternative Vorschläge zu entwickeln. Diese sind im Dokument im Anhang enthalten und werden bei der nächsten Sitzung der Bundesspielkommission (siehe nachfolgenden Abschnitt) diskutiert. Die Erweiterungen gegenüber dem ersten Entwurf sind gelb markiert. Vor der Sitzung wird noch ein Vorschlag für den Übergang von der aktuellen Struktur in die verschiedenen vorgeschlagenen neuen Strukturen verschickt.

Videokonferenz der Bundesspielkommission

Die nächste Sitzung der Bundesspielkommission findet am Dienstag, den 1. März 2022 um 19 Uhr statt. Neben den organisatorischen Punkten ist die geplante Reform der 2. Schach-Bundesliga der einzige Tagesordnungspunkt. Wie besprochen, sollten die Landesspielleiter bis dahin ein Feedback ihrer jeweiligen Landesverbände vorliegen haben.

Da wir die Sitzung in eine spielfreie Woche der DSOL legen wollten und es auch hier bereits viele Einschränkungen gibt, kann ich dieses Mal leider keine drei Alternativtermine zur Auswahl anbieten. Ich hoffe, alle Mitglieder der Kommission können den Termin möglich machen oder einen Vertreter schicken.

Deutsche Schach-Online-Liga

Die dritte Auflage der Deutschen Schach-Online-Liga (DSOL) ist mit 320 Mannschaften gestartet. Ergebnisse und weitere Informationen sind auf der DSOL-Seite zu finden.

Reform der 2. Schach-Bundesliga

Die Bundesspielkommission des Deutschen Schachbundes hat in ihrer Videokonferenz am 10. November 2021 beschossen, einen neuen Anlauf zu einer Strukturreform der 2. Schach-Bundesliga zu nehmen. Zur Vorbereitung von Vorschlägen wurde ein Ausschuss mit folgenden Mitgliedern eingesetzt: Michael S. Langer (Präsident des Niedersächsischen Schachverbandes), Dr. Jürgen Klüners (DSB-Schiedsrichterkommission), Jürgen Kohlstädt (zentraler Leiter der Schach-Bundesliga), Frank Strozewski (Landesspielleiter NRW und Staffelleiter 2. Bundesliga West), Thomas Wiedmann (Landesspielleiter Württemberg und Staffelleiter 2. Bundesliga Süd), Gregor Johann (Landesspielleiter Rheinland-Pfalz und Bundesturnierdirektor).

Zielsetzung der Reform

  • Steigerung der Attraktivität der 2. Schach-Bundesliga
  • Vermeiden von Konstellationen, in der nicht alle Aufstiegsplätze in die 1. Schach-Bundesliga besetzt werden können, wie z.B. letzte Saison in der 2. Schach-Bundesliga-Süd
  • Verkleinerung der Unterschiede zwischen 1. und 2. Schach-Bundesliga (in Bezug auf Spielstärke und Organisationskapazitäten)
  • Schaffung von verbesserten Möglichkeiten zur Erzielung von Spielernomen in der 2. Schach-Bundesliga und Möglichkeit zur Erzielung von Spielernomen in der Spielklasse darunter.

Struktur der 2. Schach-Bundesliga

Um die Liga attraktiver zu machen und Leistungsstärke zu erhöhen, schlagen wir eine zweigeteilte 2. Schach-Bundesliga vor, die in Doppelrunden spielt. Jede der beiden Staffeln soll mit 12 Mannschaften nach geographischen Gesichtspunkten eingeteilt ein Rundenturnier spielen. Dadurch ergibt sich im Gegensatz zu 10er-Gruppen, die in Doppelrundenspielen, nach jedem Spieltag ein „gerades Tabellenbild“. 

Frank Strozewski hat die letzten drei Spielzeiten aufbereitet und hierbei nicht die gemeldeten, sondern die eingesetzten Spieler*innen nach Anzahl der Einsätze ausgewertet, Die stärksten 24 Teams wären die folgenden. Dies soll nicht die Grundlage der Qualifikation für die neue 2. Schach-Bundesliga sein, sondern nur verdeutlichen, wie sich die Spielstärke nach der neuen Einteilung darstellen könnte.

Die 24 stärksten Teams der vergangenen drei Spielzeiten:

1 n Aue 2432
2 n Tegel 2408
3 n Porz 2402
4 n Düsseldorf 2396
5 n Bremern 2 2393
6 n Erfurt 2387
7 n Siegburg 2383
8 n St. Pauli 2381
9 n SF Berlin 2 2372
10 n Zehlendorf 2356
11 n HSK 2 2356
12 n Solingen 2 2350
1 s Emmendingen 2521
2 s München 1836 2512
3 s Heusenstamm 2494
4 s Baden-Baden 2 2455
5 s Zugzwang 2407
6 s Deggendorf 2406
7 s Eppingen 2404
8 s Hofheim 2395
9 s Remagen 2379
10 s Schönaich 2379
11 s Bayern 2 2359
12 s Koblenz 2347

 

Aktuell liegt in den Staffeln der 2. Schach-Bundesliga eine deutlich höhere Differenz (von 2203-2521 Elo, 7 Mannschaften unter Elo-Schnitt 2300) zwischen der stärksten und der schwächsten Mannschaft vor.

Bei der Sitzung der Bundesspielkommission am 8. Januar 2022 wurde eine zweigeteilte 2. Schach- Bundesliga mit 2 x 12 Mannschaften mit großer Mehrheit befürwortet.

Struktur der 3. Schach-Bundesliga

Für die 3. Schach-Bundesliga stellen wir zwei Varianten zur Diskussion:

  • 4 Staffeln á 12 Mannschaften
  • 6 Staffeln á 10 Mannschaften

Für die erste Variante spricht, dass

  • die Struktur in 2./3. Liga gleich ist
  • durch 11 Partien eine verbesserte Normenmöglichkeit besteht

Für die zweite Variante spricht, dass

  • kürzere Fahrtstrecken entstehen und zumindest bei der Austragung in Einzelrunden oftmals eine Übernachtung nicht erforderlich sein wird.

Es würde wie bisher 12 Aufsteiger aus den Oberligen in die neue 3. Liga geben. Weitere Details und die Übergangsregelungen werden wir ausarbeiten, wenn die grundsätzliche Idee der Umstrukturierung Zustimmung findet.

Bei der Sitzung der Bundesspielkommission am 8. Januar 2022 stießen die Vorschläge bzgl. einer 3. Schach-Bundesliga auf ein geteiltes Echo. Argumente gegen den Vorschlag waren im Wesentlichen:

  • Schwächung der Oberligen
  • Fast alle Schachspieler in Deutschland spielen eine Klasse niedriger

Als follow-up sollen die Landesverbände und der Ausschuss Vorschläge erarbeiten, wie eine Struktur unterhalb einer zweigleisigen 2. Schach-Bundesliga ausschauen könnte. Der Ausschuss schlägt als Alternative das Folgende vor:

Verzicht auf eine 3. Schach-Bundesliga
Aus bisher 12 Aufsteigern müssen 6 gemacht werden, da nicht mehr als 3 Teams aus einer Zweitligastaffel absteigen sollen.

Bisherige Aufsteiger:

  • 2 x OL Bayern
  • 2 x OL NRW
  • 1 x OL Württemberg
  • 1 x OL Baden
  • 3 x OL Nord (3 Staffeln)
  • 2 x OL Ost (2 Staffeln)
  • 1 x OL Südwest

Konzepte:

  • Ein play-off Spiel der bisherigen Aufstiegsteams oder
  • Je 1 direkter Aufsteiger aus NRW und Bayern, übrige 8 Vertreter tragen ein play-off Spiel für 4 Aufsteiger aus oder
  • Je 1 direkter Aufsteiger aus NRW, Bayern, Baden-Württemberg, übrige 6 Vertreter tragen ein play-off Spiel für 3 Aufsteiger aus oder
  • Je 1 direkter Aufsteiger aus NRW, Bayern, Baden-Württemberg, 2 Ostmeister tragen ein play-off Spiel aus, übrige 4 Vertreter tragen ein play-off Spiel für 2 Aufsteiger aus

Die Paarungen der play-offs können frei gelost werden oder über eine Setzliste nach Spielstärke gebildet werden (1 vs. n; 2 vs. n-1, usw.).

Der Übergang von einer viergliedrigen 2. Schach-Bundesliga in eine zweigliedrige kann in Stufen erfolgen:

  • 1. Jahr: 4 Staffeln á 10 Teams, 4 x 4 Absteiger aus der 2. BL / 6 Aufsteiger aus der OL
  • ➡ verbleiben 30 Teams
  • 2. Jahr: 3 Staffeln á 10 Teams, 3 x 4 Absteiger aus der 2. BL / 6 Aufsteiger aus der OL
  • ➡ verbleiben 24 Teams
  • 3. Jahr: 2 Staffeln á 12 Teams

Die Kommission ist sich einig, weiterhin die Einführung einer zweigleisigen 2. Bundesliga mit 2*12 Mannschaften vorschlagen.

In der nächsten Sitzung der Bundesspielkommission soll dann über die 3 Varianten (keine 3. Liga, 3. Liga mit 4*12 Mannschaften, 3. Liga mit 6*10 Mannschaften) diskutiert werden. In allen Varianten kann es einen einjährigen bzw. zweijährigen Übergang auf die neue Struktur geben.

Beitrag beim Deutschen Schachbund...

 


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

Lt Marseille Lt Marseille 13.02.2022 01:25
Die 2. Liga in ihrer bisherigen Form war auch für lokal geprägte Vereine meist noch irgendwie zu stemmen. Das habe ich für Tempo Göttingen fünfmal als Manager bzw. playing or non playing Captain erfolgreich mitgemacht und demonstriert.

Die geplante 2. Liga wird es nicht sein, die erwartete Folge: Mehr Rückzüge, nun auch aus Liga 2! Chessbase archiviert alles - reden wir in 10 Jahren 'mal, ob ich Recht hatte (ich hoffe für die Betroffenen, dass ich mich irre). Diese geplante 3. Liga degradiert die Meister auf Landesebene und wird nur einen bürokratischen Mehraufwand zeitigen.

Und: zeitigen: Der Moment für diese Strukturreform ist ein denkbar ungünstiger. Viele, auch leistungsbezogen operierende Vereine, müssen nun erst einmal schauen, dass sie heil und wettbewerbsfähig aus der Corona - Krise kommen - ich weiß aus sicherer Quelle, dass es nach Corona einige gute, alte Vereine (zumindest in ihrer bisherigen Form und Leistungsstärke) nicht mehr geben wird - Euer Lothar
Rubin_Stein Rubin_Stein 11.02.2022 03:42
Die Begründung für die neue 2.Liga finde ich etwas aufgepeppt. Was ist daran "attraktiver" und für wen? Werden die Mannschaften stärker, nur weil es weniger sind? Nur so würde ja der Leistungsunterschied zur 1.BL geringer werden. Die Kostenbelastung in Form von Reisekosten nimmt auf jeden Fall zu. Ist aber wohl kaum die "Angleichung", die man anstrebt?

Dass in der von der Pandemie geprägten Saison am Ende aus dem Süden keiner aufsteigt, weil die ersten beiden zurückziehen und der Dritte eben OSG II ist, ist ein Sonderfall, für dessen Vermeidung man nicht unbedingt eine Struktur bräuchte. Steigen dann künftig eigentlich die jeweils beiden Ersten auf?

Na gut, man wird es wohl so beschließen, aber wenn man A sagt, muss man auch B sagen, d.h. die 3.Liga einführen, weil ein Meister sollte - abgesehen von einer Übergangssaison - immer aufsteigen. Nach harter, langer Saison endlich Meister sein und dann am Ende nach verlorenem Play-Off doch nicht aufsteigen, das ist nichts. Zumal ich sonst eine große Leistungslücke zwischen 2. Liga und den OL sehen würde. Wenn Reform, dann richtig oder gar nicht.

Am Ende spielen fast alle eine Klasse tiefer, ob das gut für die Entwicklung des Vereinsschach in Deutschland ist? Zumal der ursprünglich genannte Nutzen eben doch etwas aufgepeppt erscheint.
Sturmaske Sturmaske 11.02.2022 01:58
Diese ganze Neugestaltung mit drei Bundesligen ist absoluter Schwachsinn. Die meisten Vereine haben dafür gar keine finanziellen Mittel, um das richtig zu bewältigen. Es klappt ja nicht mal mit zwei Bundesligen.
1