Robert Ernst führt Österreichische Staatsmeisterschaft an

von Stefan Liebig
17.08.2026 – In Linz sind am Wochenende die österreichischen Staatsmeisterschaften im Standardschach und das parallel ausgetragene Oberbank-Challenger-Open gestartet. Nach zwei Runden ist in der geschlossenen Staatsmeisterschaft gibt es bereits einen alleinigen Führenden: FM Robert Ernst (auf dem Titelfoto links gegen Lukas Dotzer) hat als einziger Spieler zwei Punkte aus zwei Partien. Im Open ist das Feld naturgemäß wesentlich größer und noch eng zusammen. Die größte Überraschung gelang bislang Kay Hoffmann, der den FM Daniel Kristoferitsch besiegte sowie der erst 13-jährigen Alina Donets, die Milos Modric schlug. | Fotos: Peter Kranzl

GM Blohberger präsentiert in dieser zweiteiligen Reihe ein vollständiges Repertoire für Schwarz: praxisnah, verständlich, flexibel – statt seitenlanger Theoriewüsten gibt es klare Konzepte und leicht erlernbare Strategien.
Die Königsindische Verteidigung ist seit Jahrzehnten eine der dynamischsten und beliebtesten Antworten auf 1.d4. Spieler wie Garri Kasparow, Bobby Fischer oder Hikaru Nakamura haben sie auf höchstem Niveau eingesetzt – und sie begeistert bis heute, weil sie Schwarz nicht nur solides Spiel, sondern auch reiche Angriffs- und Gegenspielmöglichkeiten bietet. Der besondere Vorteil: Königsindisch ist ein universelles System, das sich gegen 1.d4, 1.c4 und 1.Sf3 gleichermaßen anwenden lässt. Großmeister Felix Blohberger, mehrfacher österreichischer Meister und erfahrener Sekundant, präsentiert in dieser zweiteiligen Reihe ein vollständiges Repertoire für Schwarz. Sein Ansatz: praxisnah, verständlich, flexibel – statt seitenlanger Theoriewüsten gibt es klare Konzepte und leicht erlernbare Strategien.
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Staatsmeisterschaft: Vier Spieler führen

Das zehnköpfige Meisterschaftsturnier wird als Rundenturnier ausgetragen. Die Topgesetzten Großmeister Felix Blohberger und Dominik Horvath sowie IM Valentin Baidetskyi haben bereits einen Punkt Abstand auf den überraschend mit zwei Siegen gestarteten FM Robert Ernst, der nur an Nummer 9 gesetzt ist. Mit Kirill Alekseenko, Markus Ragger, Valentin Dragnev, David Shengelia und Konstantin Peyrer fehlen zwar einige Top-Ten-Spieler Österreichs, doch es ist ein starkes Feld am Start. 


 

Die beiden Großmeister Felix Blohberger und Stefan Kindermann trennten sich im direkten Duell unentschieden und spielten auch in Runde zwei Remis – Blohberger mit Schwarz gegen Lukas Dotzer und Kindermann mit Weiß gegen Peter Balint. | Foto: Peter Kranzl

Der Hyper-Accelerated Dragon ist schnell und scharf. Schwarz entwickelt seinen Läufer sofort nach g7 und kann oftmals d5 in einem Zug spielen und ein Tempo sparen.
Dieser zweibändige Kurs präsentiert ein komplettes Repertoire für Schwarz nach 1.e4 c5 2.Sf3 g6 – dem Hyperbeschleunigten Drachen. In den letzten Jahren hat diese dynamische Variante deutlich an Popularität gewonnen, und mehrere der weltbesten Spieler haben sie in ihr Repertoire aufgenommen. Diese Variante bietet Schwarz zwei wesentliche Vorteile: Er muss sich weder mit der Rossolimo- noch mit der Moskauer Variante nach 3.Lb5 auseinandersetzen, und in vielen Abspielen kann er d5 in einem Zug spielen und so ein Tempo sparen. Im ersten Band geht es um die scharfen Varianten im Offenen Sizilianer, die exzellente Angriffschancen auf die lange Rochade bieten und der positionelle Maroczy Aufbau.
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kostenloses Beispielvideo: Maroczy Aufbau 6...Qb6

Der Auftakt brachte Ernst gleich einen Sieg gegen Österreichs Supertalent, den erst 15-jährigen Lukas Dotzer. Dotzer erholte sich aber und hielt die folgende Partie gegen Felix Blohberger remis. Der wiederum hatte auch in Runde 1 gegen Stefan Kindermann remisiert. Die einzige weitere Gewinnpartie neben Ernsts zweitem Sieg gegen Florian Schwabeneder gelang in Runde 1 Laurenz Borrmann, der ebenfalls gegen Schwabeneder gewann.

Hier die Analyse von Felix Blohberger zum Remis gegen Lukas Dotzer:

Tabelle nach zwei Runden:

Mit den Zügen d4–Sf3–e3–Ld3 strebt Weiß eine einfache Figurenentwicklung an – um dann Schritt für Schritt einen verheerenden Angriff am Königsflügel aufzubauen!
Eine der einfachsten Eröffnungen für Weiß und zugleich eine der frustrierendsten für Schwarz! Mit den Zügen d4–Sf3–e3–Ld3 setzt Weiß auf eine klare Figurenentwicklung und baut Schritt für Schritt einen verheerenden Angriff am Königsflügel auf.
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Kostenloses Beispielvideo: e4-e5 attacking ideas

Partien:

Challenger-Open: Große Spitzengruppe nach zwei Runden

Deutlich größer ist das Teilnehmerfeld im Oberbank-Challenger-Open. Das Turnier wird mit neun Runden im Schweizer System ausgetragen. Insgesamt sind 117 Spieler an den Start gegangen. Topgesetzt ist Ruben Gideon Koellner mit über 90 Elo-Punkten Vorsprung vor dem zweiten Jakob Postlmayer. Es folgen Olga Badelka und Gerald Hertneck.

Trompowsky ist besonders gut für schnellere Zeitkontrollen geeignet, weil Sie sich nicht endlos viele theoretische Varianten merken müssen und Ihren Gegner schon nach dem zweiten Zug aus seiner Komfortzone holen.
Heutzutage gibt's eine ganze Menge Anforderungen an ein Eröffnungsrepertoire: Es soll solide und nachhaltig sein, nicht zu viel auswendig gelernt werden müssen, gute Angriffsmöglichkeiten bieten, den Gegner früh zum Nachdenken bringen usw. Die Zeiten, in denen man mit der Eröffnung einen minimalen Vorteil erzielen konnte, sind vorbei, und wir sind besser dran mit einem praktischeren Ansatz – einfach die Stellung besser verstehen als der Gegner. Das Repertoire für Weiß 1.d4 ... 2.Bg5! von IM Robert Ris erfüllt all diese Anforderungen!
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Kostenloses Videobeispiel: 1.d4 Sf6 2.Lg5 e6 3.e4 Le7/d5/c5

Gespielt wird ebenfalls mit klassischer Bedenkzeit von 90 Minuten für die ersten 40 Züge, anschließend 30 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug. Im Challenger-Open außerdem die österreichische Frauen-Staatsmeisterschaft 2026 ausgespielt. Die drei bestplatzierten Spieler mit österreichischer FIDE-ID erhalten zudem Startplätze in der österreichischen Staatsmeisterschaft des kommenden Jahres. Ausländische Teilnehmer können zwar den Turniersieg und die Open-Preisgelder gewinnen, sind für diese spezielle Qualifikation jedoch nicht zugelassen.

Nach den ersten beiden Runden ist das Feld allerdings noch wohl sortiert, da die Favoriten sich keine Blöße gaben. Der Höchstgesetzte, der eine Niederlage einstecken musste, war bislang FM Daniel Kristoferitsch (2327) der gegen den titellosen Kay Hoffmann (2078) verlor. Außerdem schlug die erst 13-jährigen Alina Donets (1914) bereits in Runde 1 Milos Modric (2135), verlor aber in Runde zwei gegen WIM Veronika Exler (2167).

Links:

Dieser Kurs ist ein Repertoire nach 1.e4 e5 2.Sf3 mit dem Evans-Gambit als Hauptwaffe.
Wenige Eröffnungen vermitteln die Kunst des Angriffs so unmittelbar wie das Evans-Gambit. Nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.b4 opfert Weiß einen Bauern, um die Stellung zu öffnen, ein mächtiges Zentrum aufzubauen und den schwarzen König sofort unter Druck zu setzen. Das Beste daran: Die taktischen Möglichkeiten entstehen ganz natürlich aus der Stellung – statt auswendig gelernter Varianten. Damit ist das Evans-Gambit die ideale Eröffnung für Vereinsspieler und ambitionierte Nachwuchsspieler, die schärfere Stellungen und mehr Erfolg mit Weiß anstreben. Doch ein starkes Gambit allein macht noch kein vollständiges Repertoire. In diesen beiden Bänden präsentiert IM Andrew Martin ein komplettes Weißrepertoire nach 1.e4 e5 2.Sf3 und liefert gegen jede schwarze Antwort eine klare, sofort einsetzbare Lösung.


Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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