Schach in Europa viel älter?

31.07.2002 – Im den Ruinen der antiken albanischen Stadt Butrint wurde kürzlich bei Ausgrabungen eine Schachfigur entdeckt, die aus dem sechsten 6.Jh n. Chr. stammt. Demnach wäre das Schachspiel in Europa deutlich früher bekannt gewesen, als bisher vermutet. Nach derzeitigem Forschungsstand ist des Spiel im 5 Jh in Indien entstanden und wurde über Araber und Wikinger nach Europa gebracht, wo es im 12.Jh weite Verbreitung in den Fürstenhäusern fand. Der älteste komplett erhaltene Figurensatz sind die "Lewis Chessmen". Sie stammen aus dem 12.Jh. und wurden im 19.Jh auf Lewis Island gefunden.Bericht in Spiegel-online... Die Lewis Chessmen...Mehr über Butrint...

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Butrint (Bothrota) liegt im heutigen Südalbanien, nahe der Grenze zu Griechenland. Die Insel Korfu ist nur 10 km entfernt. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel zwischen der Strasse von Korfu und dem See von Butrint und existiert als Siedlung seit prähistorischen zeiten. Butrint war in der Antike ein bedeutender Handelsplatz. 

Die Akropolis und die ältesten Befestigungsanlagen stammen aus dem 6.jh v.Chr. die Mauern um die Akropolis wurden aus massiven Steinblöcken errichtet und erreichen an manchen Stellen eine Höhe von 2 Metern und eine Breite von 3,5 Metern. Der Höhepunkt in Entwicklung der Stadt lag im 4.Jh. v. Chr. mit etwa 10.000 Einwohnern. Das Amphitheater stammt aus dem 3.Jh und bietet Platz für 1500 Zuschauer. 

Im 2.Jh. eroberten die Römer die Stadt. Danach sank die Bedeutung als Handels- und Hafenplatz. Aber auch unter römischer Herrschaft gab es noch bedeutende Bauten, u.a. öffentliche Bäder und ein Aquädukt. Die Römer nutzen Butrint und anderen Siedlungen in der Nähe als militärischen Stützpunkt und bauten die Via Egnatia, eine Schnellstrasse nach Mazedonien und Byzanz.

Ursprünglich lag die Stadt vor 3000 Jahren direkt am Meer, doch durch Ablagerungen zwei Flüsse und Veränderung der Küstenlinie liegt sie inzwischen 2 km landeinwärts. Durch den Rückzug des Meeres bildete sich der Butrinter See. 

Dieser wurde mit dem Vivari Kanal mit dem Ionischen Meer verbunden, der schon existierte als Cäsar 44 v.Chr. die Stadt besuchte. Strabo berichtet, dass das Gebiet um die Stadt zunehmend versumpfte. Später wurde Butrint in die umliegenden Hügel verlegt. 

Mit dem frühen Christentum gab es einen neuen Schub in der Entwicklung der Stadt, u.a. wurden zwei Basilikas gebaut. Im 11.Jh gab es jedoch häufige Überfälle durch Normannen und umher ziehende Stämme. Ein schweres Erdbeben im Jahr 1153 zerstörte Teile der Stadt. Im Jahr 1386 wurde sie von Venedig erobert. Durch steigende Grundwasser versumpfte das Land immer mehr und verursachte Epedimien unter den Einwohnern, die schließlich die Stadt aufgaben. Vom 15. bis 20.Jh geriet Albanien unter die Herrschaft der Ottomanen. Die Überreste Butrints verschwanden in schwer zugänglichem sumpfigen Gebiet und unter der üppigen Vegetation.

Zu beginn des 20.Jh. wurde sie von den italienischen Archäologen Ugolini, später P.Marconi und D. Mustili wieder entdeckt und zwischen 1928 uns 1941 ausgegraben, nachdem man zuvor den Boden trocken gelegt hatte. Nach 1944 übernahmen albanischen Archäologen die Ausgrabungen. 1992 wurde Butrint in die World Heritage List der Unesco aufgenommen.

Die in Butrint von Richard Hodges von der East Anglia Universität entdeckte Schachfigur aus dem 6.Jh sind ein interessantes Detail der Handelsbeziehungen zwischen Byzanz einerseits mit dem persisch-arabischen Kulturkreis. Die Figur wurde in den Überresten eines römischen Palastes gefunden. Der wissenschaftliche Leiter der Burint Foundation meint, dass die Figur auf dem Weg der Seidenstrasse nach Butrint gelangte und dass man nun davon ausgehen könne, dass Schach schon 500 Jahre früher als bisher angenommen in Europa gespielt wurde.

André Schulz/31.Juli 2002

Links: 

Bericht in Spiegel-online...

UNESCO, World Heritage Committee

UNESCO, World Heritage, Butrint...

Siteatlas.com, Butrint...

Albanian.com, Butrint...

 

 

 


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