Schach in Luxemburg: Stellungnahme des Verbandes

02.03.2017 – Am 17. Februar veröffentlichten wir auf dieser Seite einen Artikel von Mietek Bakalarz über das Schach in Luxemburg. Die Fédération Luxembourgeoise des Échecs ist mit der Darstellung nicht einverstanden und hat eine Stellungnahme geschickt.

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Luxembourg, den 28. Februar 2017

Stellungnahme zum Artikel „Schachland Luxemburg“ von Mietek Bakalarz, vom 17.02.2017

Der luxemburgische Schachverband freut sich immer wieder über Artikel, die im Zusammenhang mit dem Schachspiel in unserem Land stehen. Nur sollten diese halbwegs korrekt sein und keine Unwahrheiten enthalten.

Zum Punkt Infrastruktur und Finanzen.
Punkt b:
Es ist nicht richtig, dass das Sport Ministerium alle wichtigen Maßnahmen finanziert. Die Trainer z.B.: Das Sportministerium finanziert maximal 70% von einem Höchstbetrag von 15000 €. Teilnahme an wichtigen internationalen Meisterschaften. Das Ministerium finanziert 2 Turniere (in diesem Jahr die Olympiade in Baku und die Jugendeuropameisterschaften) und dies auch bis maximal 70%. Das von Herrn Mietek Bakalarz aufgezählte Turnier, die Einzelmeisterschaften der kleinen Länder wurde mit 2500 € unterstützt, also bestimmt nicht finanziert.

Zum Punkt Mitglieder.
Punkt a stimmt so überhaupt nicht.
Alle Spieler mit Luxemburger Nationalität können eine LUX Lizenz beantragen, ob sie hier wohnen oder nicht. Genau so die Spieler die in Luxemburg geboren sind. Andere Spieler müssen nachweisen, dass sie mindestens die 3 letzten Jahren in Luxemburg gewohnt und eine Lizenz bei der FLDE hatten.

Punkt b, die ETR Lizenz können die Spieler beantragen die die Bedingungen der LUX Lizenz nicht erfüllen, die aber keine offiziellen Mannschaftswettbewerbe in einem anderen Verband austragen.

Punkt c ist total unverständlich. Die PRO Lizenz wird an die Spieler vergeben die weder für eine LUX Lizenz, noch für eine ETR Lizenz in Frage kommen.

Zum Punkt statistisch Daten.
Ich weiß nicht was der Herr Bakalarz hiermit bezweckt. Zumindest sollten die Daten wahrheitsgemäß sein.
1. Ich kann nicht verstehen wie man den Prozentsatz der Mitglieder mit LUXlizenz zur Gesamtbevölkerung berechnen kann, wenn man weiß, dass der Zuwachs von 408.625 Einwohner auf 576.249 fast nur auf die Zuwanderung ausländischer Einwohner zurückzuführen ist.

2. Um welche ELO Wertung handelt es sich? Die nationale oder die FIDE ELO?
Meine Angaben beziehen sich auf die nationale ELO Wertung, da die FIDE ELO Wertung nur ab dem Jahr 2000 zur Verfügung steht (in Klammern die FIDE ELO für Februar 2017).
Der ELO Durchschnitt der 10 besten LUX Spieler lag am Anfang der Saison 1995/96 bei 2284 Punkten, und am Anfang der Saison 2016/17 bei 2341 (2325), ohne Michael Wiedenkeller, Elvira Berend, Mietek Bakalarz und Anna Wagener bei 2308 (2300).

4. Die Olympiaden.
Hier werden wieder Äpfel und Birnen vermischt.
Bei der Olympiade 1996 traten 6 Spieler an.
1. Brett: IM David Alberto (2425), 2. IM Fred Berend (2425) 3. FM Camille Wians (2315), 4. Carlo Menghi
(2245). 5. Lucien Gaspar (ohne Elo), 6. Claude Wagener (2185). Das ergibt einen Durschnitt von 2355 für die
ersten 4 Bretter und von 2321 für die 5 Bretter mit Elo Wertung.
Bei der Olympiade 2016 traten 5 Spieler an.
1. IM Michael Wiedenkeller (2458), 2. IM Fred Berend (2328), 3. FM Claude Wagener (2295), 4. Philippe
Linster (2233), 5. Marc Mertens (2181). Das ergibt einen Durschnitt von 2329 für die 4 ersten Bretter und
von 2299 für die 5 Bretter. Es sei zu bemerken, dass Elvira Berend kurzfristig absagen musste und wir Probleme
hatten einen geeigneten 5. Spieler zu finden, da fast alle berufstätig sind. Mit Elvira ändert sich der
Durschnitt auf 2359 bzw. 2334.

Um die Statistiken zu vervollständigen sollte man auch noch sagen, dass 1996 keine Mannschaft bei den
Frauen antrat, wohl aber 2016.

Um abzuschließen: 1995 hatte die FLDE (ohne die aus dem Ausland hinzu gekommenen) 2 Internationale
Meister mit Alberto David und Fred Berend, 2016 1 GM Alberto David und 2 IM Fred Berend und Tom Weber.

Das Luxemburger Schachleben befindet sich also nicht in einem Zustand der Agonie.

Zu der Beschränkung von PRO und ETR Spielern.
Die Aussage stimmt so nicht. In der höchsten Liga (und nur dort) gibt es eine Beschränkung, und zwar müssen
mindestens 4 LUX Spieler in der Mannschaft sein, und höchsten 2 PRO.
Die Zahl der ETR Spieler kann also zwischen 0 und 4 schwanken.

Zu den Trainern.
Dem Artikel zufolge schickt die FLDE grundsätzlich nur einen Trainer zu den Jugendturnieren.
Das war bis jetzt zwar immer der Fall, aber nur, weil die Zahl der Jugendspieler das zuließ. Bei den letzten Jugendeuropameisterschaften war die Zahl der Jugendspieler allerdings so groß, dass beschlossen wurde dieses Jahr eventuell einen 2. Trainer mitzuschicken.
Privattrainer sind nicht (mehr) zugelassen, da es bei einigen Veranstaltungen zu Divergenzen zwischen dem FLDE Trainer und dem privaten Trainer kam und dies zu Gruppenbildungen im Team geführt hat. Die FLDE Führung war und ist der Meinung, dass neben den Aufgaben in Punkto Schach auch pädagogische Aufgaben von Bedeutung sind.
Zudem wird seit November 2016 ein Lehrgang für Trainer angeboten der mit einer vom Luxemburger Staat
ausgestellten Lizenz abschließt.

Zum Jugendschach
So sehr die FLDE die Anstrengungen der Vereine in Punkto Jugendarbeit zu würdigen weiß und im speziellen die des Vereins von Differdingen, so muss man doch sagen, dass im Februar 2017 im Bonneweger Schachverein 73 Jugendspieler eingetragen waren (LUX und ETR) und in Differdingen 44. Am Anfang der Saison 2015/16 waren in Bonneweg 31 Jugendspieler mit Lizenz und in Differdingen 34.

Zum Abschluss
Statistiken sagen manchmal etwas aus, aber nicht immer. Es genügt ein Detail zu ändern und schon ändert sich eine ganze Sicht. Zumindest sollten die Zahlen, die verwendet werden aber der Wahrheit entsprechen. Der Fairness halber sollte auch gesagt werden, dass alle im Zentralvorstand vertretenen Personen ihre Arbeit ehrenamtlich erfüllen. Seit Januar 2017 hat die FLDE eine beigeordnete Schriftführerin, die mit 8 Stunden pro Woche eingestellt wurde.  In der Hoffnung etwas zu einer genaueren Beschreibung des Luxemburger Schachlebens beigetragen zu haben, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die einzelnen Punkte richtigstellen würden.

Mit den besten Grüßen

Pierre Fattebene
Vorsitzender der FLDE

Fédération Luxembourgeoise des Échecs (FLDE) a.s.b.l.
Membre de la FIDE, de l’ECU et du COSL
www.flde.lu
3, route d'Arlon
L – 8004 Strassen
Grand-duché de Luxembourg
secretariat@flde.lu

Secrétaire Général : Philippe Wesquet +352 / 661.888.877
Président : Pierre Fattebene Trésorier : John Hentges Directeur des cadres : Claude Hoegener
Vice président : Tom Weidig Directeur technique : Olivier Jeitz Directeur des Jeunes : Stéphane Mouthuy
Membres du Comité Central : Claude Wagener, Web Master : Yves Jadin
Compte de la FLDE auprès de la Banque Générale IBAN LU45 0030 7671 2381 0000 Page

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Die Stellungnahme bezieht sich auf den Artikel Schachland Luxemburg

 


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