Schach mit Neandertalern und Cromagnon-Menschen

29.08.2006 – Vor etwa 130.000 Jahren war Europa über einen Zeitraum von 100.000 Jahren von einer Menschengattung bevölkert, die heute unter dem Namen Neandertaler bekannt ist. Später wanderte eine zweite Gattung, die Vorfahren des modernen Menschen ein, und über 60.000 Jahre lebten beide Gattungen parallel nebeneinander, bis der Neandertaler aus unbekannten Gründen ausstarb. Die Vorstellung vom Neandertaler als dem weniger intelligenten oder weniger sozialisierten Menschentyp ist allerdings wohl ohnehin falsch und gilt als überholt. Immerhin haben aber die "moderneren" Verwandten, die Cromagnon-Menschen in Altamira und Lascaux bedeutende Zeugnisse ihrer künstlerischen Fähigkeiten hinterlassen. Unweit der Höhlen von Lascaux hat nun die Lebendschach-Theatergruppe von Rafael Andarias aus Xabia das Stück "Der letzte Neandertaler von Perigord" aufgeführt und zeigte dabei auch eine fast schon "steinzeitliche" Partie. Mehr...

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Warum die Menschengattung der Neandertaler vor etwa 30.000 Jahren ausstarb, ist völlig unklar. Als 1846 im Neandertal bei Düsseldorf erstmals Knochen dieser stämmigen Menschengattung gefunden wurde, entwickelte man das Bild eines kompakten, sehr kräftigen, aber stumpfsinnigen Menschtyps, der zunächst sogar für einen Vorfahren des modernen Menschen gehalten wurde. Heute weiß man, dass weder das Eine, noch das Andere zutreffend ist. Der Neandertaler ist eine andere Linie des modernen Menschen, der vielleicht besonders an die kalten Perioden der Eiszeit in Nordeuropa angepasst war. Er war ebenso zu sozialen Handlungen fähig wie sein Verwandter und von seiner gegenüber dem Cromagnon-Mmenschen kleineren Hirnschale lässt sich nicht auf geringerer Intelligenz schließen, was man früher vermutete. Welchen evolutionären Nachteil er gegenüber den später nach Europa eingewanderten Cromagnon-Menschen hatte, lässt sich nicht sagen. Irgendwann wurde er jedoch von diesem verdrängt. Der Neandertaler starb aus.

Die Lebendschachgruppe aus Xabia führte auf Einladung des Ortes Thiviers in die französischen Provinz Dordogne-Perigord und brachte dort das Stück "Der letzte Neandertaler von Perigord" und die Partie Petrosian and Fischer in Buenos Aires von 1971, also aus der Schachsteinzeit, zur Aufführung. Wie in der Vergangenheit, wurde besondere Sorgfalt auf eine authentische Garderobe gerade gelegt.

Petrosian gegen Fischer, 1971...



Das Stück wurde im Sportpark von Thiviers im Rahmen des Unterhaltungsangebots für die Touristen vorgetragen. Zwei Sprecher verlasen die Züge der Partie und ein Erzähler trug die Geschichte von den Neandertalern und Cromagnon-Menschen vor. Bei der Ausführung der Züge, wurden auf dem Spielfeld, dass man mit weißer Farbe zum Schachbrett umgestaltet hatte, von den begeisterten jungen Hobbyschauspielern aus Xabia kleine Szenen aus den vermuteten Begegnungen zwischen den beiden Gattungen vorgeführt.


Die Weißen = die Neandertaler


Die Schwarzen = die Cromagnon-Menschen


Eintritt der Neandertaler in die Menschheitsgeschichte


Zwei junge Neandertaler bearbeiten Leder, indem sie es weich kauen


Die Neandertaler lernen viele Dinge kennen.


 Neandertaler bewundern eine Cromagnonzeichnung an einem "Turm"


Cromagnonleute, die sich gegenseitig schmücken


Vorbereitung zur gemeinsamen Jagd


Ein Cromagnonjunge hilft einer Neandertalerin, die sich am Fuß verletzt hat. So wurden zarte Bande geknüpft...


Hier schenkt er seiner Herzdame ein selbst gefertigtes Schmuckstück.


Die Menschheit zieht weiter in der Geschichte, während der letzte Neandertaler zurück bleibt...


... und verschwindet.
 

Die Schauspieler:
 








Denen hier möchte man als Mammut nicht im Dunkeln begegnen.



Das Gruppenbild in ganzer Größe...

 


Nachtrag der Redaktion:

Ein kleiner Disput unter den Darstellern nach der Vorstellung wurde rasch beigelegt, nachdem es der einen Seite gelang, die andere von der Kraft ihrer Argumente restlos zu überzeugen.



 

 

 

 

 

 



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