Schach und kein Schach in Kuba

22.05.2008 – Alljährlich gedenkt man in Kuba seinem großen Schachhelden Raul Capablanca. Nachdem man sich im letzten Jahr sogar Superstar Ivanchuk hat leisten können, musste man diesmal etwas sparen. Immerhin reiste einer der vier ausländischen Großmeister als amtierender Europameister an - Sergey Tiviakov. Gespart hat man auch an Internetbetriebskosten und auf die Veröffentlichung der Partien verzichtet. Immerhin konnte der niederländische Gastgroßmeister mit Hilfe seiner Kamera den Beweis erbringen, dass das Turnier tatsächlich stattgefunden hat und lädt außerdem noch zu einem Stadtbummel durch Havanna ein. Mehr...

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Und vielen Dank für den Fisch...
Ein fotografischer Streifzug durch Havanna
Bilder: Sergey Tiviakov


Kuba ist ein schachbegeistertes Land und verehrt seinen Nationalhelden Raul Capablanca, der den Titel des Weltmeisters erhielt, nachdem er Emmanuel Lasker im Wettkampf geschlagen hatte. Aber auch die kubanische Regierung nach der Revolution huldigte dem Schach, allen voran Ernesto Guevara, der als Wirtschaftsminister seine Begeisterung mit der Schacholympiade von 1966 in Szene setzte. Fidel Castro ließ in den letzen Jahren ein großes Massenschach veranstalten, bei dem er sich auch selber am Schachtisch zeigte.

Nach dem Zerfall der UdSSR blieben die Hilfsgelder des sowjetischen Brudervolkes aus und Kuba veramte immer mehr. Auch das alljährliche Capablanca-Memorial fristete ein immer kläglicheres Dasein. Zuletzt gab es noch eine Art Aufbäumen, denn mit Ivanchuk konnte man sich im letzten Jahr noch einen echten Superstar leisten. Und es wurden noch die Partien veröffentlicht.

In diesem Jahr spielte neben den einheimischen Großmeistern wie Dominguez, Bruzon, Nogueiras, Arencibia, Hernandez oder Vera immerhin mit Sergey Tiviakov  - als einer der Ausländer - der frisch gebackene Europameister mit. Was jedoch nicht gelang, war, die Partien zu erfassen bzw. diese zu veröffentlichen. Dank der Bilder von Sergey Tiviakov wurde das Turnier zwar schön beworben und auch der Beweis erbracht, dass es überhaupt stattgefunden hat, doch es bleibt partienlos. Ein Kuriosum in einer Zeit, wo schon von jeder U6-Meisterschaft alle Partien veröffentlich werden.

Ergebnisse und ein Endstand wurden immerhin der Nachwelt überlassen. Es siegte Lenier Dominguez.
 

43. Capablanca Memorial Havana, 8-17.Mai 2008 cat. XV (2605)
  1 2 3 4 5 6 7 8 9 0  
1. Dominguez Perez, Lenier g CUB 2695 * ½ ½ ½ ½ 1 1 ½ 1 ½ 6 2719
2. Amonatov, Farrukh g TJK 2649 ½ * ½ ½ ½ ½ 1 ½ 1 ½ 2680
3. Khenkin, Igor g GER 2609 ½ ½ * ½ ½ ½ ½ 1 1 ½ 2684
4. Hernandez Carmenates, Holden g CUB 2568 ½ ½ ½ * ½ ½ ½ 1 0 1 5 2652
5. Tiviakov, Sergei g NED 2635 ½ ½ ½ ½ * ½ ½ ½ ½ ½ 2601
6. Wojtaszek, Radoslaw g POL 2625 0 ½ ½ ½ ½ * ½ ½ ½ 1 2602
7. Nogueiras Santiago, Jesus g CUB 2559 0 0 ½ ½ ½ ½ * ½ ½ 1 4 2567
8. Quezada Perez, Yuniesky g CUB 2567 ½ ½ 0 0 ½ ½ ½ * ½ ½ 2529
9. Arencibia Rodriguez, Walter g CUB 2534 0 0 0 1 ½ ½ ½ ½ * ½ 2532
10. Bruzon Batista, Lazaro g CUB 2608 ½ ½ ½ 0 ½ 0 0 ½ ½ * 3 2479


Wer mit Tiviakov durch die Straßen Havannas zieht, wird von dem morbiden Charme und dem seltsamen Kontrast zwischen prächtiger kolonialer Vergangenheit und schlichter sozialistischer Gegenwart, in der die karibische Lebensfreude jedoch wo immer möglich hervorbricht, gefangen genommen. So zieht es auch viele Schachspieler immer wieder gerne nach Kuba.

Bummel durch Havanna


Die Skyline von Havanna

Mit 2,1 Mio. Einwohnern ist die kubanische Hauptstadt Havanna die größte Stadt in der Karibik. Die Stadtrechte erhielt Havanna im Jahr 1592 vom spanischen König Phillip II. Seit 1553 war Havanna Sitz des spanischen Gouverneurs und die Spanier bauten mehrere Festungen zum Schutz der Insel und der Stadt, die im 15.Jh. von großer strategischer Bedeutung im Kampf gegen englische, französische und holländische Freibeuter war.

Im Hafen von Havanna sank am 15. Februar 1898 unter ungeklärten Umständen nach einer Explosion das US-Kanonenschiff "Maine" und gab den USA den Anlass zur Kriegserklärung an Spanien. Infolge des Krieges (25. April bis 12. August 1898) verlor Spanien seine Kolonien Kuba, Puerto Rico und Philipinnen an die USA. Kuba wurde zwar zur unabhängigen Republik erklärt, war aber von den USA abhängig.


Fort Morro an der Einfahrt zum Hafen

El Morro, eigentlich Castillo de los Tres Reyes del Morro (Festung der hl. drei Könige des Morgenlandes) bewacht die Einfahrt zum Hafen von Havana. 1589 wurde das Fort nach den Plänen  des italienischen Ingenieurs Juan Bautista Antonelli entworfen, um die zu dieser Zeit häufigen Überfälle auf Havanna zu verhindern. 1762 eroberten die Engländer die Festung vom Land aus.


Jose Marti weist den Weg am "Parque Central' in "Havanna Vieja"

José Julián Martí y Pérez (28. Januar 1853  bis 19. Mai 1895) war ein spanischstämmiger in Havanna geborener Schriftsteller. Er wird in Kuba als Nationalheld verehrt. Aus seinen versos sencillos wurden Teile für das Lied "Guantanamera" verwendet. Marti setzte sich für die Unabhängigkeit Kubas von Spanien ein.

 


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Frühling auf Kuba


Reiterdenkmal von José Marti am Plaza José Marti.

 


Noch ein Denkmal


Straßenpanorama mit altem US-Auto


Damit zieht man überall die Blicke auf sich, außer in Havanna vermutlich


Der Lack wurde kürzlich komplett erneuert


Unverbastelter Originalzustand


Das Capitol an der Hauptstraße "Paseo de Marti", früher Sitz des Parlaments,
heute der Akademie der Wissenschaften und dem US-Capitol nachgebildet.


Das Capitol in Havanna. Nur die Anfahrt per Kutsche ist stilsicher


Capitol und das "Gran Teatro"

Das ursprüngliche "Gran Teatro" von Havana wurde 1838 eröffnet, dann im Jahr 1914 in deutschem Neobarock neu errichtet. Das Nationalballet von Kuba hat hier seinen Sitz. Größter Saal ist der García Lorca -Saal mit 1500 Plätzen. Im 19. und 20. Jah traten hier u.a. Enrico Caruso, Fanny Elssler, Anna Pavlova, Antonia Mercé, Ruth Saint Denis, Ted Shawn, Vicente Escudero, Maya Plisetskaya, Clorinda Corradi, Sarah Bernhardt, Carla Fracci und Alicia Alonso, sowie zahlreiche Ballete im Rahmen des Havanna Balletfestivals auf.


Die Musen am Gran Teatro


Eingang zum Kunstmuseum


Fischer, im Hintergrund das Fort Morro


Ein Fischer mit seiner Beute


Das Fort, Soldaten oder Besucher kamen mit Mopeds


Die aufwärts gerichteten Kanonen symbolisieren Macht


Viagra!


Kloster im Kolonialstil


Das ist die spanische Botschaft


Auch zu Fidels Zeiten wurden noch Kirchen gebaut

Kleine Revoltionsgeschichte (in Bildern)


Das Revolutionsmuseum


Kunst am Revolutionsmuseum


Der Wagen fährt nur deshalb nicht, weil man ihn aufgebockt hat

Im bzw. am Revolutionsmuseum findet man einige Waffen zumeist sowjetische Bauart, die im Zuge des Kalten Krieges eine Rolle gespielt haben. Nach der Raketenkrise wurde es jedioch immer stiller um Kuba und nach dem Auseinanderfallen des sowjetischen Bruderstaates blieb auch die finanzielle Unterstützung aus.


Kubanischer Jäger


Transporter


Rakete. Da war doch was...?


Jagdpanzer SU 100 (seit 1944 gebaut) , 520 PS, 180 Liter auf 100 km (Straße). Kann man sich bei den heutigen Benzinpreisen gar nicht mehr leisten. Immerhin, man findet immer einen Parkplatz.


Der berühmte "Tridsatchedverka" (T34). Überlegene Waffe des 2.WK. Heißt nach seinem Gewicht.


Die russische Botschaft in Havanna

 

Schach


Omar Almeida


Dominguez gegen Nogueiras


Jesus Nogueiras


Khenkin


Walter Arencibia


Bruzon, Capablanca passt auf


Bruzon und Hernandez


Ammonatov, Bruzon und Khankin


Sune Berg Hansen, Hamburger Däne


HSK-Mannschaftskollege Radoslaw Wojtaszek


Vera


Der Kameramann - zu groß für den Sitzsport



Bilder aus dem Open





Jennifer Perez Rodriguez


Sergey Tiviakov, Weltreisender in Sachen Schach und nun auch Europameister

Schlussfeier


Quiz: Unter welchem Motto steht die Model-Show?


Für die Damen


Der Präsident des kubanischen Schachverbandes Garcia Silvino vor der Preisverleihung


Die drei Sieger: Dominguez, Ammonatov und Khenkin


Khenkin wurde Dritte im Turnier und bekam einen Sonderpreis für das Hemd, zumindest hätte er das verdient


Ammonatov ist Zweiter

Ausflug ins Delphinarium

Am Tag nach dem Turnier unternahm Sergey Tiviakov und Jennifer Rodriguez Perez einen Ausflug ins Delphinarium von Havanna.


Jennifer Perez Rodriguez


Jennifer Rodriguez


Sergey Tiviakov


Tschüss und vielen Dank für den Fisch

Editiert und publiziert von André Schulz

 


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