Schach-WM: Erneutes Remis in der 3. Partie

von Klaus Besenthal
28.11.2021 – Die 3. Partie des Weltmeisterschaftskampfes in Dubai hat am Sonntag ein Remis der eher entspannten Art erbracht. Dieser Ausgang war im Großen und Ganzen schon vor dem 30. Zug absehbar gewesen, ohne dass es zuvor wirklich kritische Situationen in der Partie gegeben hätte. Das Match zwischen Weltmeister Magnus Carlsen und seinem Herausforderer Ian Nepomniachtchi steht nach drei Partien also 1,5:1,5. Am Montag legen die Spieler einen Ruhetag ein, bevor am Dienstag die 4. Partie ansteht. | Foto: FIDE / Eric Rosen

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FIDE-Weltmeisterschaft, Partie 3

Remisen dürfen bei der Weltmeisterschaft erst nach dem 40. Zug von Schwarz vereinbart werden. Ein früherer Friedensschluss würde eine dreimalige Stellungswiederholung erfordern. Deswegen kann es dazu kommen, dass noch ein wenig weitergespielt wird, obwohl beide Spieler sicher wissen, dass die Partie mit einem Remis enden wird. So war es wohl auch in der 3. Partie:

 

Videoanalyse von Georgios "The Big Greek" Souleidis

Videoanalyse von Harald Schneider-Zinner

Los ging es mit Nepos 1.e4 - keine Überraschung! | Foto: FIDE / Eric Rosen

Das darf man wohl als "entspannten Gesichtsausdruck" bezeichnen | Foto: FIDE / Niki Riga

Ob Magnus Carlsen wohl zufrieden ist mit den drei Remisen zum Auftakt des WM-Kampfes? | Foto: FIDE / Eric Rosen

Stand

 

Partien

 

Turnierseite der FIDE


Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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MaxFeelgood MaxFeelgood 29.11.2021 04:03
Vielleicht bin ich der einzige, aber ich bin bisher von der WM kein bisschen enttäuscht.
In der ersten Partie opferte Carlsen einen Bauern für Läuferpaar und Initiative.
In der zweiten Partie opferte er sogar einen Bauern plus Qualität für einen "Kraken"-Springer auf d6.
In der dritten Partie ließ er es ruhiger angehen, was man ihm, zumal mit Schwarz spielend, nicht verdenken kann.
Worauf basiert also die Kritik? Lediglich darauf, dass es am Ende dreimal 1/2:1/2 hieß, statt 1:0, 0:1, 1/2:1/2.
Sind ausgekämpfte Remise denn wirklich so schlimm, dass man auf Biegen und Brechen ein Ungleichgewicht einführen muss? In meiner (Schach-)Welt jedenfalls nicht.
Karl Hackenmeier Karl Hackenmeier 29.11.2021 02:16
Die 3 Partien waren in Ordnung. Es kam 2x ein Anti-Marschall aufs Brett und Nepo wusste damit nix anzufangen. Das ist Carlsen nicht anzulasten. Er hat die beste Erwiderung gegen e2-e4, und das ist nunmal e7-e5. Nepo kann ja Königsgambit spielen oder italienisch oder ganz einfach einen anderen Eröffnungszug wählen, aber das will er nicht, weil er ist jetzt "seriös". Tja, wollen mal abwarten, wielange er das durchhalten kann.
Mit 40% vom Preistopf ist er bereits Sieger, egal wie das Match ausgeht. Also wird man versuchen - wie beim Pokern - eine Art Equilibrium hinzubiegen mit dem Ergebnis, dass die Remisbreite bei verkürzter Spieldauer entsprechend hoch ist. Alles gut. Carlsen wird vorlegen, dann haben wir einen echten Kampf. Hoffentlich
flachspieler flachspieler 29.11.2021 02:01
@gainsbourg: Auch ich bedauere, dass die Idee bisher nicht realisiert wurde.

Beim aktuellen WM-Modus könnte man das Vorziehen sogar zweistufig machen:
* zuerst Blitz-Wettkampf bis zur Armageddon-partie.

* Dann den Schnellschachteil. Blitz zählt nur, wenn Schnellschach insgesamt remis war.

* Dann das eigentlich Mathc mit 12 oder 14 partien.

Bei dieser Reihenfolge könnten sogar 18 oder 20 Spiele für das Publikum interessant sein.

Ingo Althöfer.
Krennwurzn Krennwurzn 29.11.2021 01:53
Tiebreak abschaffen!! Es ist eine TURNIER-Schach-WM!!

dafür Ungleichgewichte einführen, denn nur die führen zu entschiedenen Partien wie bei "the winner takes it all" a la Kandidatenturnier, Grand Swiss, ...

Daher: 13 Partien - der Herausforderer bekommt 7x Weiß, bei Remisausgang bleibt dafür der Titelverteidiger WM
Kleine Nebengemeinheit: gewinnt man als Matchverlierer keine Partie, so darf man am nächsten Kandidatenturnier nicht teilnehmen.
gainsbourg gainsbourg 29.11.2021 04:50
Es gab auch die Idee den Tiebreak zu Beginn des Wettkampfs zu spielen.
Dann würden die anschließenden Langpartien spannender werden.
MARIO1962 MARIO1962 29.11.2021 01:05
am Ende wird der ganze Quatsch wieder im Tiebreak entschieden. Kann man eher dem Modus anlasten als den Spielern. und früher WAR alles besser. Man fuhr Auto ohne Sicherheitsgurte, und beim Aufprall tats nicht so weh, man war ja besoffen, es galt ja die 1,2 Promilleregel. Die Kinder fuhren ohne Sturzhelm Drehrad. Bundesliga gabs Samstag in schwarz-weiss. Die Schachspieler waren noch Persönlichkeiten . ............. und es gab kein Internet.......und keine Klugschwätzerforen.
schachkwak schachkwak 28.11.2021 10:19
Sehe ich auch so. Vor allem kann man Carlsen mit Schwarz wohl kaum vorwerfen, dass er heute ausgeglichen hat. Auch dass er e4-e5 gewählt hat und nicht wie gegen Karjakin Sveshnikov. Nepo muss sich dann das nächste mal mit Weiß etwas anderes überlegen.

Und für die Kritiker:
Früher war eben alles besser ... OK ... naja ... ähm ... Karpov und Kasparov - die haben damals sogar insgesamt unentschieden gespielt ...
https://en.wikipedia.org/wiki/World_Chess_Championship_1984#1984/85_Championship_match

Eventuell schaut ihr euch lieber eine Meisterschaft mit noch stärkeren Kontrahenden an: Bei TCEC werden - um die Remisbreite zu verringern - schlechte Eröffnungen vorgegeben, die dann jeder mit Schwarz und Weiß spielen muss ...
https://tcec-chess.com/

;-)
Chase the sun Chase the sun 28.11.2021 10:09
Der erste Kommentator spielt besseres Schach als die Weltspitze und der zweite ignoriert alle Diskussionen über diverse Modi und weiß alles besser. Schönes Restwochenende!
Herbert Christmann Herbert Christmann 28.11.2021 09:32
Sorry, 3 armselige Remis? Welche Partien schauen Sie sich denn an? Und wenn Sie so tolle Partien spielen können, wieso haben Sie sich nicht qualifiziert? Die Partie heute war nicht so spannend, OK. Aber die ersten beiden waren gehaltvoll. Ein Remis ist doch nichts Schlechtes.
Sturmaske Sturmaske 28.11.2021 06:37
Das wird hier noch langweiliger als bei den WM-Kämpfen von T. Petrosjan damals. Wer hat bloß diese blöde Regel mit kein remis vor dem 40. Zug bestimmt? Für WM Kämpfe total fehl am Platz.
Man sollte außerdem zum alten Modus zurückkehren. 24 Partien, bei 12:12 bleibt der WM Titel beim Weltmeister. Außerdem Bedenkzeit ohne Zeitgutschrift.
Ivan Petrov Ivan Petrov 28.11.2021 05:32
Drei Armseligen Remies. Wird sich bestimmt bis zum Ende so schlaengeln. NIx mit interessanten Schach zu tun. Hab schoenere Partien selbst gespielt und anderen spielen sehen.
Respektvoll

God bless
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