Fotos: Shamkir Chess
Nach 2014 und 2015 konnte Magnus Carlsen in Shamkir also erneut gewinnen. Shakhriyar Mamedyarov (der Aserbaidschaner hatte das Turnier 2016 und 2017 gewonnen) blieb hingegen der Griff nach dem "Triple" verwehrt.
Abschlusstabelle
Magnus Carlsen erscheint nach wie vor als ungefährdeter Herrscher über die Schachwelt: Der Weltmeister verliert selten überhaupt mal eine Partie und kann auf höchstem Niveau immer wieder Gewinnquoten über 30 Prozent erreichen. Was oder wer könnte diesen Status gefährden? Auf jeden Fall wohl nur ein Gegner, der den unbedingten Willen hätte, eine Chance, wie sie sich Ding Liren bot (der Chinese hätte mit einem Sieg gegen Carlsen das Turnier gewinnen können), auch zu ergreifen. Heute war Ding Liren jedenfalls nicht dieser Mann, doch irgendwie war der aus Zuschauersicht unerquickliche Partieverlauf auch wieder verständlich. Die Profis müssen immer auch auf Sicherheit schauen: Ein einmal erreichter Platz will abgesichert sein (und wenn es nur der zweite ist), die Elozahl will pfleglich behandelt werden, die Preisgelder spielen eine große Rolle usw. Auf dem Brett sah das heute so aus:
Ding Liren und Magnus Carlsen
Ein Kurzremis produzierten auch Rauf Mamedov und Shakhriyar Mamedyarov, die beiden aserbaidschanischen Lokalmatadoren. Die Partie zwischen Radoslaw Wojtaszek und Anish Giri war auch nicht viel mehr als eine Art "Abwicklung" mit vielen Figurentauschen, bis das Remis schließlich unausweichlich wurde. 23 Züge spielten David Navara und Teimour Radjabov (auch Radjabov ist Aserbaidschaner) bis zur dreimaligen Stellungswiederholung, was Navara immerhin noch einmal einen halben Punkt einbrachte. Dass der Tscheche Letzter wurde, ist vielleicht keine so große Überraschung (einer muss schließlich in einem Feld von zehn Weltklassespielern in diesen sauren Apfel beißen), doch dass er dabei punktemäßig - nach insgesamt vier Niederlagen - so weit abgeschlagen sein würde, war wohl kaum zu erwarten gewesen.
Teimour Radjabov und David Navara
Es fehlt noch der Blick auf Sergey Karjakin und Veselin Topalov, und diese beiden führten tatsächlich noch einmal einen Kampf auf Biegen und Brechen, der das Erscheinen dieses Berichts um mehrere Stunden verzögerte. Konkret ging es bei diesem Kampf für Karjakin um den vollen Punkt, während Topalov die dritte Niederlage in Folge zu verhindern suchte. Doch am Ende kam es dann genau so: Karjakin holte - nach acht Remisen - seinen ersten Sieg in diesem Turnier, was den Russen noch auf den dritten Platz im Abschlusstableau beförderte, während Topalov, der nach Runde 6 noch die Tabelle angeführt hatte, tatsächlich zum dritten Mal hintereinander verlor.
Veselin Topalov: Nach Runde 6 war der bulgarische Exweltmeister noch Tabellenführer, doch dann verlor er in Serie gegen Carlsen, Wojtaszek und Karjakin.
Partien
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