Sinquefield Cup, Runde 4: Caruana schlägt Aronian

von Klaus Besenthal
21.08.2019 – Caruanas Sieg kam nach einem taktischen Übersehen Aronians im Schwerfigurenendspiel zustande. Das war glücklich, aber immerhin wurde dadurch die dritte aufeinander folgende Remisrunde vermieden, waren doch die anderen fünf Partien zu diesem Zeitpunkt bereits mit einem Unentschieden beendet gewesen. Große Chancen auf den vollen Punkt hatten sich dabei sowohl Viswanathan Anand als auch Magnus Carlsen entgehen lassen. Den Platz an der Tabellenspitze teilen sich nun Anand und Caruana. | Foto: Justin Kellar / Grand Chess Tour™

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2019 Sinquefield Cup

Anand ½-½ So

Noch während der Eröffnungsphase signalisierten die Engines großen Vorteil für Viswanathan Anand, aber die Situation auf dem Brett war so extrem kompliziert, dass der Exweltmeister den besten Zug 20.Df1!! verfehlte. Die Stellung, die zuvor erreicht worden war, hatte Weiß eine Fülle von Optionen geboten: c4-c5 nebst einem Damenschach auf der Diagonalen nach g8, Df3, Dxf5, Dh3, die Eroberung des gefesselten Springers auf b4, vielleicht sogar die Übernahme der e-Linie. Die schwarze Grundreihenschwäche war ein weiterer Aspekt und sogar der schwarze Bauer auf g7 wäre in einigen Varianten als Angriffsobjekt in Frage gekommen. Es war eine verwirrende Vielfalt der Motive, von denen jedes einzelne zehn oder mehr Züge lang hätte berechnet werden müssen: 

 

Für Viswanathan Anand wäre gestern mehr drin gewesen | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™ 

Mamedyarov ½-½ Carlsen

Im 37. Zug verpasste Magnus Carlsen wohl eine gute Chance auf Vorteil. Später hatte man dann im Endspiel mit ungleichen Läufern immer noch den Eindruck, dass der Weltmeister Gewinnchancen haben würde, doch schließlich erreichte Mamedyarov auf den letzten Drücker eine Remisstellung:

 

Der Weltmeister hat in Saint Louis noch keine Partie gewonnen | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™ 

Caruana 1-0 Aronian

Caruanas Sieg kam ähnlich glücklich zustande, wie der von Anand in der 1. Runde gegen Nepomniachtchi:

 

Mit dem vollen Punkt in der Tasche geht man noch einmal so gerne zum Interview | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™ 

Nakamura ½-½ Ding Liren

Diese Partie bewegte sich während der gesamten Laufzeit innerhalb der Remisbreite. Die Schlussstellung mit schwarzem Minusbauern war aber noch einmal ganz interessant: Die weißen Bauern waren alle auf Feldern der falschen Farbe fixiert, so dass Nakamura nichts Sinnvolles mehr tun konnte.

 

Hikaru Nakamura konnte keine Gewinnchancen generieren | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™ 

Giri ½-½ Vachier-Lagrave

Maxime Vachier-Lagrave spielte seinen üblichen Grünfeldinder und hatte keine Probleme, sich einen halben Punkt zu sichern:

 

Auch Maxime Vachier-Lagrave wartet noch auf seinen ersten Sieg | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™ 

Karjakin ½-½ Nepomniachtchi

Die beiden russischen Topspieler brauchten nicht lange, um ihre Partie mit einem ordnungsgemäß zustande gekommenen Remis zu beenden:

 

Zwei, die gestern früh Feierabend hatten | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour™ 

Ergebnisse der 4. Runde

 

Tabelle nach der 4. Runde

 

Partien

 

Round-up show mit GM Daniel King

Video-Kommentar der Grand Chess Tour

Turnierseite




Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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