Ergebnisse der 7. Runde
Die Tabellensituation und der Kampf um die Qualifikation prägten die Partie zwischen Keymer und Sindarov von Beginn an. Sindarov hatte Schwarz, musste aber gewinnen, um noch Chancen auf einen Platz im GCT-Finale zu haben. Deshalb spielte er das Wolga-Gambit, eine zweischneidige und riskante Eröffnung.
Keymer versuchte die gesamte Partie hindurch, Komplikationen zu vermeiden und Schwarz kein Gegenspiel zu geben. Doch in einem entscheidenden Moment erwies sich das als falsche Strategie: Im 23. Zug tauschte Keymer mit 23.Lxe5 seinen Läufer gegen einen schwarzen Springer, um die Stellung zu vereinfachen. Besser wäre es gewesen, die Stellung mit 23.Df5! zweischneidig und kompliziert zu halten. Danach steht Weiß besser, während Keymer in der Partie zunehmend in Schwierigkeiten geriet.
Sindarov nutzte seine Chance und führte ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern herbei, das objektiv lange ausgeglichen war. Doch mit wenig Zeit auf der Uhr und immer neuen Problemen fand Keymer den Weg zum Remis nicht und verlor diese wichtige Partie.

Javokhir Sindarov | Foto: Crystal Fuller
Entschieden ist das Rennen um die Teilnahme am Finale der Grand Chess Tour damit noch nicht. Zwei Runden vor Schluss liegen Keymer und Sindarov gleichauf, doch um es ins Finale zu schaffen, muss Sindarov vor Keymer landen. Nach dem Sieg in diesem wichtigen Duell – seinem ersten Sieg im Turnier – geht Sindarov allerdings mit Rückenwind in die letzten beiden Runden. Keymer hingegen muss sehen, wie er diesen Rückschlag verkraftet. In Runde 8 spielt er mit Weiß gegen Fabiano Caruana, in Runde 9 mit Schwarz gegen Jorden van Foreest.
Sindarov spielt in Runde 8 mit Weiß gegen Van Foreest und in Runde 9 mit Schwarz gegen Wesley So.
In der Gesamtwertung führt weiterhin Wesley So, der einen halben Punkt vor Caruana, Praggnanandhaa und Maxime Vachier-Lagrave liegt.
Kostenloses Beispielvideo: Einführung
Kostenloses Beispielkapitel: Alternativen im 3. Zug