Sönke Maus schreibt Eröffnungsgeschichte

von Johannes Fischer
11.06.2026 – Ende der 80er Jahre galt Sönke Maus, der am 11. Juni 1967 in Bad Schwartau geboren wurde und heute 59. Geburtstag feiert, als eines der größten deutschen Talente. Aber 1995 beendete er seine Schachkarriere und wurde erfolgreicher Meeresforscher in Norwegen. Seine berühmteste Partie spielte Maus 1989 bei einem Open in Lugano: Er gewann in nur 19 Zügen in einer theoretisch wichtigen Variante gegen Dr. Robert Hübner. | Foto: Sönke Maus 1994 | Foto: Torsten Szobries

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Neuerungen wie 13.O-O-O verbreiten sich heute dank moderner Medien in Windeseile um die ganze Welt, aber damals fielen ihr noch zwei weitere prominente Spieler zum Opfer.

Maus' Sieg gegen Hübner sorgte in deutschen Schachkreisen für eine Sensation, aber es dauerte eine Weile, bis die Neuerung in der ganzen Schachwelt angekommen war. Dieser schleppende Informationsfluß brachte Stefan Kindermann eine Woche später in der vierten Runde des Dortmunder Großmeisterturniers gegen den russischen Großmeister Lev Psakhis einen leichten Sieg.

Stefan Kindermann: Großmeister, erfolgreicher Coach und ChessBase-Autor | Foto: Stefan Kindermann

Einen weiteren Monat später, am 13. April 1989, forderte die Entdeckung von Chandler ein weiteres Opfer - Wolfgang Uhlmann, einer der größten Französisch-Experten aller Zeiten.

Heutzutage, in Zeiten des Internets, sind solche Erfolge kaum noch möglich. Engines warnen in der Eröffnungsvorbereitung bereits vor möglichen Gefahren und spektakuläre Neuerungen haben eine geringe Halbwertszeit. Aber Eröffnungsvorbereitung bleibt wichtig, auch wenn man nach neuen Wegen suchen muss, um seine Gegner zu überraschen.

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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