The Queen’s Gambit und Anya Taylor-Joy gewinnen Golden Globe

von André Schulz
02.03.2021 – Die Schach-Miniserie "The Queen's Gambit" ist die erfolgreichste Netflix-Serie aller Zeiten und wurde nun auch bei der Verleihung der Golden Globes gewürdigt. "Queen's Gambit" wurde als beste Miniserie oder Fernsehfilm ausgezeichnet. Anya Taylor-Joy erhielt den Golden Globe als "beste Schauspielerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm".

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Die Netflix-Miniserie "Queen's Gambit" war der Sensationserfolg des Jahres 2020. Eine Schachserie wurde zur meist gesehenen Netflix-Serie aller Zeiten. Schon nach wenigen Wochen meldete Netflix über 60 Millionen Zuschauer weltweit. 

Die Miniserie "The Queen's Gambit" (Deutsch: Damengambit) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Walter Tevis und wurde von Scott Frank und Allan Scott produziert. Die Serie spielt in den 1960er Jahren und hat den Aufstieg eines Waisenmädchens zu einer der besten Schachspielerinnen der Welt zum Thema. Gleichzeitig muss die Hauptfigur Beth Harmon aber auch mit ihrer eigenen Tabletten- und Alkoholsucht kämpfen.

Die Serie spielt in den USA und verschiedenen Turnierorten der Welt. Als Drehorte diente Schaplätze in Kanada und vor allem in Berlin. Walter Tevis, der auch die Romanvorlagen The Hustler (1959, Deutsch: Die Haie der Grossstadt), The Man Who Fell to Earth (1963, Der Mann, der vom Himmel fiel), Mockingbird (1980, Deutsch: Die Letzten der Menschheit) und The Color of Money (1984, Deutsch: Die Farbe des Geldes) lieferte, hat in seinem Roman viele autobiografische Züge verarbeitet. Das eigentliche Vorbild für die Figur der Beth Harmon war aber die US-amerikanische Schachspielerin Diana Lanni. Sie war wie die Romanfigur depressiv und alkoholabhängig. 

Die "Queen's Gambit"- Serie lebt in der Tat auch sehr vom ausdrucksstarken Spiel der jungen argentinisch-britischen Schachspielerin Anya Taylor-Joy. Sie schaffte es durch ihr Minenspiel alle emotionalen Facetten einer Schachpartie auszudrücken, wodurch die Schachturnierszene in der Serie sehr glaubhaft und authentisch rüberkommt.

Alljährlich seit 1944 vergibt die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) die Auszeichnung Golden Globe in einer Vielzahl von verschiedenen Kategorien für Film- und Fernsehproduktion. Etwa 100 Fachjournalisten stimmen über die Vergabe der Auszeichnungen ab. Die Preisvergabe erfolgt normalerweise in einer großen Feier. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Vergabe für das Jahr 2020 am vergangenen Sonntag in kleinerem Rahmen durchgeführt. 

Anya Taylor-Joy wurde für ihre schauspielerische Leistung in der Queen's Gambit Serie in der Kategorie ‘Best Performance by an Actress in a Limited Series, Anthology Series, or a Motion Picture Made for Television’ und setzte sich unter anderem gegen Cate Blanchett und Nicole Kidman durch. 

Auch die Serie selber wurde ausgezeichnet. Sie erhielt den Golden Globe in der Kategorie ‘Best Television Limited Series, Anthology Series, or Motion Picture Made for Television’ und setzt sich gegen gegen die Produktionen Small AxeUnorthodoxThe Undoing, Normal People und weitere durch.

 

In einem Interview for Variety  äußerte sich Anya Taylor-Joy zu ihrem Verhältnis zum Schach

Interviewer: Spielen Sie jetzt die ganze Zeit Schach, oder haben Sie nun genug vom Schach für den Rest des Lebens

Taylor-Joy: Oh, meine Güte, auf keinen Fall. Ich liebe Schach! Ich musste mir für die Filme, die ich gemacht habe, neue Fähigkeiten aneignen. Ich freue mich, eine Auszeit zu bekommen, aber dann auch wieder auf das Schach. 

Später wurde die in Amerika geborene argentinisch-britische Schauspielerin gefragt, was für sie die überarschendste Erkenntnis in Bezug auf das Schach war:

Ich wusste nicht, wieviel Freude man haben kann, wenn man eine Schachfigur bewegt.

 



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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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