Mitten drin statt nur dabei: Replay Training (2)

von Martin Fischer
20.11.2018 – ChessBase 15 lädt zu einer neuen Trainingsdisziplin ein, dem "Replay-Training". Die Grundfunktion hatten wir im letzten Tutorial vorgestellt, jetzt geht’s um die detaillierte Programm-Einstellungen: wollen Sie Zugvorschläge für beide Seite machen? Möchten Sie das neue Radarbrett ausprobieren? Lassen Sie sich Tipps geben oder verzichten Sie darauf? Wie aktiviert man das Rechentraining und die Analysefunkktion u.v.m. Unser ChessBase Seminarleiter Martin Fischer zeigt Ihnen, wie Sie das Replaytraining genau auf Ihre Bedürfnisse einstellen können. Übrigens: das neue Replaytraining eignet sich für jede Spielstärke, - Vishy Anand meint: "ChessBase 15 - awesome! Love the reference and the replay“. | Grafik: ChessBase

ChessBase 15 - Premiumpaket ChessBase 15 - Premiumpaket

ChessBase 15 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

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Replay-Training (2)

1. Anfangen

Legen Sie eine Datenbank an, in der Sie die Partien für das Replaytraining zusammenstellen. Unsere Empfehlung: starten Sie zunächst mit der in ChessBase 15 mitgelieferten Datenbank „klassischen Angriffspartien“ und probieren Sie damit das Replaytraining aus!

Natürlich können Sie auch eine eigene Datenbank anlegen, um ihre Replaytrainingspartien dort zu sammeln und nach dem Replaytraining abzuspeichern.

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2. Einstellungen für das Replaytraining

Bevor es losgeht machen Sie sich kurz Gedanken darüber, wie viel Energie Sie investieren möchten. Möchten Sie lieber nur für eine oder für beide Seiten Zugvorschläge machen? Würden Sie gern Tipps in Anspruch nehmen? Und wenn ja, hätten Sie die Ratschläge lieber in Form von kurzen Texten oder ziehen Sie es vor, mit einem Radarbrett zu arbeiten?

Selbstverständlich können Sie die Einstellungen auch noch während des laufenden Trainings anpassen und so lange mit den verschiedenen Optionen herumprobieren bis Sie die Ihrem Geschmack entsprechende, optimale Trainingssituation geschaffen haben. 

2. 1. Weiß oder Schwarz und Tipps – Ja oder Nein

Unterhalb der Partiedaten (wer spielte gegen wen, wann und wo?) befindet sich eine Leiste mit vier Optionen. Hier können Sie zunächst entscheiden, ob Sie für Weiß oder Schwarz Züge vorschlagen möchten, oder sogar für beide Seiten. Das Programm schlägt von sich aus die Seite des Siegers der Partie vor und wenn die Partie remis endete, schlägt es vor, dass Sie Weiß haben.  Nun können Sie wählen, ob Sie die Partie gern mit Hilfe von Tipps nachspielen würden, oder lieber ohne. Jetzt sind Sie am Zug!

Die Option "Repertoire" führt zu einer eigenständigen Anwendung, welche später noch Gegenstand eines eigenständigen Tutorials sein wird.

2.2 Replaytraining - Werkzeugkiste

Auf der rechten Seite befinden sich fünf Symbole:

Rettungsring

Hier können, falls vorhanden, (weitere)
Tipps angefordert werden.
 

Zahnräder

Dient zum Aktivieren des Analysemodus.  
Sie können die Figuren auf dem Brett bewegen
und werden durch "Assisted Analysis" unterstützt.

Zange

Dient zur Aktivierung eines Rechentrainings. 
Sie können, wie bei den Zahnrädern,
die Stellung analysieren – mit Hilfe
der Assisted Analysis. 

Unterschied: Die Züge werden nicht auf
dem Brett ausgeführt. Die Idee dahinter ist,
eine Situation ähnlich der in einer
echten Partie zu simulieren. 
 

Radar

Dieses Symbol dient zur Aktivierung
eines Radarbrettes. 
(Nähere Erläuterung weiter unten im Text.)

Diskette

Speichern Sie Ihre Zugvorschläge und Analysen
in der Notation, wenn Sie diese zu einem
späteren Zeitpunkt weiter analysieren und bearbeiten möchten. 

2.2.1 Schachliche Hilfe (Tipps)

Ist der Button „Tipps“ aktiviert gibt es zu jedem Zug einen verbalen Hinweis. Ihre Aufgabe ist es dann, diesen Hinweis in einen sinnvollen Schachzug umzusetzen. Der Hinweis bezieht sich dabei immer auf denjenigen Zug, den die Engine machen würde. Dieser ist also nicht zwingenderweise identisch mit dem Partiezug.

In dieser Stellung lautet der Hinweis:

Ziehe einen Bauern am Königsflügel.

Auch wenn der Tipp banal klingt
und es nun sehr einfach ist,
den richtigen Zug, 9.h3, zu finden: 
Das Übersetzen einesTipps in
Schachzug auf dem Brett fördert
die Konzentration und erleichtert
den Blick auf die schachlichen Zusammenhänge.

 

Bleiben Sie längere Zeit (mehr als
ca. 30 Sekunden untätig), so liefert
das Programm, wenn hinterlegt,
weitere Tipps oder Hinweise.


Am Ende erscheinen zwei grüne Kreise:

Einer markiert die Figur die ziehen
soll, und der zweite das vorgeschlagene Zielfeld. 

Zusammenfassung:

  • Beabsichtigen Sie ein lockeres Unterhaltungstraining, dann schalten Sie die Tipps an.
  • Möchten Sie lieber in  Ruhe über die Partie nachdenken, dann deaktivieren Sie Tipps und fragen einfach bei Bedarf über den Rettungsring nach!

2.2.2 Das Radarbrett

Das Radarbrett ist rechts unten im Replay-Menü zu sehen und zeigt die Partie an, wie sie einige Züge später aussehen wird (meist drei oder vier Züge).

Das große Brett zeigt die zu analysierende Stellung der Partie. Das Radarbrett zeigt die Partie, wie sie einige Züge später aussieht. Hierdurch erhalten Sie Hinweise auf den Fortgang der Partie und ermöglicht es, herauszufinden was zwischenzeitlich passiert und welche Züge vermutlich gespielt wurden. 

Auch für das Radarbrett gilt: Sie können es dauerhaft aktiviert lassen oder punktuell nutzen, bzw. vollkommen deaktivieren. (Zum Ein- und auch zum Ausschalten, einfach auf das kleine Radar-Symbol klicken.)

Zusammenfassung

  • Während der Eröffnungsphase ist es ratsam, das Radarbrett dauerhaft aktiviert zu lassen.
  • Beabsichtigen Sie ein lockeres Unterhaltungstraining, dann schalten Sie das Radarbrett durchgehend dazu.
  • Möchten Sie die Partie in Ruhe vollkommen allein erarbeiten,  dann deaktivieren Sie zunächst das Radarbrett und aktiveren es bei Bedarf. 

3. Analyse und Rechentraining

Während der Nachspieltrainings-Sitzung besteht die Möglichkeit, mit der Cursortaste (nach links zeigender Pfeil) zu einer beliebigen Stellung zurückzugehen und mögliche Alternativen zu analysieren.

In unserer Beispielpartie gehen wir hier auf den 31. Zug von Weiß zurück, wo wir mit der Anand-Idee 31.exf5 offensichtlich vier Punkte liegen lassen haben. Erkennbar ist, dass die Engine den Zug 31.Sg5+ für deutlich stärker hält. Diese Alternative können wir jetzt analysieren oder – etwas herausfordernder – zu einem Rechentraining nutzen.

3.1 Analyse

Die Analysefunktion wird aktiviert durch einen Klick auf die Zahnräder. Wir sind jetzt in der Lage auf dem Brett Züge auszuführen. Hierbei werden wir durch das Programm mit der Assisted Analysis unterstützt. Züge ausführen und gegebenenfalls mit den Cursortasten Pfeil nach Links und Pfeil nach Rechts in den Varianten vor- und zurückgehen. Soll die Analyse beendet werden, dann erneut auf die Zahnräder klicken.

Die eingegebenen Varianten erscheinen in der Notation und werden mitgespeichert.

3.2 Rechentraining

Das Rechentraining wird durch einen Klick auf die Zange aktiviert.

Jetzt können Züge und Varianten eingegeben werden. Im Unterschied zu der Analysefunktion werden diese nicht auf dem Brett ausgeführt, so dass die gesamte Variantenberechnung, wie in einer echten Partie, im Kopf geleistet werden muss. Das Programm hilft lediglich durch die Assisted Analysis.

Das Programm zeigt mit Hilfe der „Assisted Analysis“
an, dass nach 31.Sg5+ (nicht ausgeführt!)
die Königszüge 31. – Kg8 und 31. – Kg7
beide in Betracht kommen
(grüne Farbumhebung).

Durch erneutes Klicken auf die Zange wird das Rechentraining beendet.

Klickt man am Ende der Trainingssitzung auf die Diskette um das Resultat zu speichern, werden die Varianten in der Notation angezeigt.

4. Speichern des Nachspieltrainings

Sie haben die Möglichkeit, Ihre Trainingssitzung zu speichern und später vielleicht etwas gründlicher oder zusammen mit einem Trainer nachzuarbeiten. Dazu ist es notwendig, das Training zu speichern.

4.1 Speichern von Analyseergebnissen und Rechentraining

Damit die Ergebnisse Ihrer Überlegungen in die Notation übernommen werden, müssen Sie Analyse und das Rechentraining jeweils sauber durch einen Klick auf die Zahnräder bzw. die Zange beenden.

4.2. Übernahme Ihrer Analysen und Zugvorschläge

Durch einen Klick auf das Diskettensymbol,werden sowohl die Analysen als auch die eigenen Zugvorschläge gespeichert. Soweit die Zugvorschläge von der Partie abweichen, werden diese als Varianten angezeigt.

4.3 Bestehende Analysen retten

Nach dem Klick auf das Diskettensymbol erscheint die Notation der Partie wie oben. Die bisher bestehenden Anmerkungen zur Partie wurden überschrieben. Will man diese retten, dann muss man wie folgt vorgehen.

Um das Ergebnis des Replaytrainings zu speichern, wählen Sie bitte die Option "Als neue Partie speichern" und wählen entsprechend die gewünschte Zieldatenbank in der die Partie gespeichert werden soll. 

Danach können Sie über die Tastenkombination „Strg+Z“ (= Aktion zurücknehmen) die Partie wieder in ihre ursprüngliche Form bringen.

Erklärendes Video zum Thema von unserem Chefprogrammierer, Matthias Wüllenweber

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Martin Fischer, Jahrgang 1962, ist ChessBase-Mitarbeiter. Unter anderem organisiert er und hält Seminare über ChessBase und ist Turnierleiter auf playchess.com. Für ChessBase stellt er das vierteljährliche Taktik-Heft „Schach-Problem – Die rätselhaften Seiten von Fritz” zusammen. Er lebt in Hamburg und spielt Schach beim Schachklub Johanneum Eppendorf.
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