TV ChessBase im Weserstadion

14.11.2005 – Am Freitag sendete TV ChessBase aus dem bisher größten seiner improvisierten Studios. Die Schachabteilung des SV Werder Bremens spielte den vorgezogenen Kampf der siebten Runde gegen Reisepartner HSK und konnte auch den TV ChessBase-Leuten im weitläufigen Rund der VIP-Lounge des Weserstadions mehr als reichlich Platz für ihr Ü-Notebook zur Verfügung stellen. Nur von einer kurzen Pause unterbrochen gab es damit erstmals auf dem Fritzserver für die Schachfans Schach-TV mit Bundesliga-Live mit insgesamt 5,5 Stunden werbefreier und kostenloser Sendezeit (Die Sendung kann im Fritzserver als Aufzeichnung nachverfolgt werden). Zahlreiche großmeisterliche Gäste hoben die Analysen auf ein bisher ungeahnt hohes Niveau. Livereporter im Weserstadion...

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TV ChessBase im Weserstadion
von André Schulz


Bremer Pin-up Almira Skripchenko

Am vergangenen Freitag packten die TV ChessBase Moderatoren das ChessBase Ü-Notebook ein und fuhren zum vorgezogenen Bundesliga-Einzelkampf der Reisepartner Werder Bremen und Hamburger Schachklub. Der Hamburger Schachklub ist zu recht stolz auf sein vereinseigenes Klubhaus in der Hamburger Schellingstraße. Für Bundesligawettkämpfe ist dieses jedoch zu klein. Da haben es die Bremer besser.

Der SV Werder hat auch ein eigenes Klubgebäude und dieses ist sogar so großzügig angelegt, dass man dort problemlos mehrere Schachwettkämpfe austragen könnte und auch Zuschauern großzügig unterbringen kann, selbst dann dann, wenn es mal ein paar mehr werden. 


Das Bremer Weserstadion


Viel Platz, auch für Zuschauer

Die Schachabteilung des SV Werder Bremen darf immer dann das Weserstadion für seine Wettkämpfe nutzen, wenn dort nicht gerade Fußball gespielt wird. Dann können sich die Schachspieler im weiten Rund der VIP-Lounge ausbreiten. Diese nimmt einen Teil der oberen Ränge ein und ist vom Rest durch Glasscheiben getrennt. Man sitzt also drinnen und hat es auch im Winter warm. Außer auf den gemütlichen Sitzreihen kann man auch an Tischen Platz nehmen, an der Bar einen Kaffee holen und über Fußball fachsimpeln oder eben Schachbundesliga spielen.


Links drinnen, rechts draußen


Die Sitze der VIP-Lounge

Die Idee, TV ChessBase nach Bremen zu locken, hatte die Mannschaftsführerin der Hamburger Mannschaft Eva Maria Zickelbein. Da die nötige Infrastruktur vorhanden war, Internetanschluss, Licht, etc., ließ sich diese auch verwirklichen. Außerdem wollte das HSK Team einmal wechseln und war so in der Lage, ihren Leistungsträger Oliver Reeh trotz Bundesliga für die Moderation zur Verfügung stellen.


André Schulz, Oliver Reeh

Für die Technik sorgte Benjamin Bartels. Und anders als bei der berühmten ARD-Liveübertragung zum Saisonauftakt in der letzten Saison zwischen Werder und Schalke gab es genug Strom und alle Leitungen hielten. Schon um 16 Uhr, zum Beginn der Runde fing auch die Übertragung an. Das mobile Studio war in Sichtweite, aber außerhalb der Hörweite der Spieler aufgebaut worden. Erster Gast war der Chefredakteur des Bundesligaportals Stefan Löffler, der sich gleich als veritabler Kenner der Feinheiten in einer Fianchettovariante der Grünfeldverteidigung zu erkennen gab.


Schulz und Reeh staunen. Stefan Löffler klärt die Zuschauer über die Feinheiten auf.

Im weiteren Verlauf der Sendung waren die beiden Kapitäne, Eva Maria Zickelbein und Till Schelz-Brandenburg, Leiter der Schachabteilung des SV Werder, zu Gast und berichteten über verschiedene Entwicklungen ihrer Mannschaften. Etwas neidisch musste Evi Zickelbein zur Kenntnis nehmen, wie sehr die Schachabteilung des SV Werder von der Arbeit des Dachvereins profitiert. Till Schelz-Brandenburg erläuterte die Prinzipien der Schachabteilung, die gemäß Bremer Tradition auf Solidität und Konstanz gegründet ist.

Nach der ersten Stunde gab es eine kleine Pause, doch dann lief der zweite Teil der Sendung ohne Unterbrechung bis zum Ende durch. Nachdem die ersten Partien beendet waren, kamen die ersten Gäste aus den Reihen der Aktiven vorbei, allen voran die beiden TV ChessBase-Dauerbrenner Jan Gustafsson und Merijn van Delft. Jan erläuterte die Ideen seiner Neuerung Dd1-Dc1 im Katalanen, die "wie alle meine Ideen von Peter-Heine Nielsen stammt." Für einen Bauern hatte er reichlich Kompensation, die sich aber nach einer zu wenig ehrgeizigen Abwicklung verflüchtet hatte und zum Remis führte. Merijn van Delft wollte seine kleine Remispartie gegen Schandorff nicht zeigen, konnte aber mit dem Ergebniss natürlich zufrieden sein. Später kamen Lubo Ftacnik und Dorian Rogozenko. Lubo zeigte sein solides Unentschieden gegen Areschenko.



Dorian Rogozenko, Autor vieler ChessBase-CDs und Bücher blieb zum Analysieren. Nach vier Stunden waren alle Partien ohne große Aufreger mit Remis zum Zwischenstand von 3,5:3,5 beendet. Nur am letzten Brett kämpften noch Dirk Sebastian (HSK) und Almira Skripchenko (Werder). Das erinnerte ein bisschen an den Kampf zweier Heere, der - um weniger Blut zu vergießen - stellvertretend durch einen Zweikampf der beiden Heerführer oder besten Einzelkämpfer entschieden werden soll. Auch hier hatten alle Spieler sowohl von Werder als auch von Hamburg das "Blutvergießen" vermieden, mehr oder weniger früh remis gemacht und überließen es nun ihren achten Brettern, den Kampf zu entscheiden.

Die beiden Spieler mussten dabei ein Wechselbad der Gefühle durchleben. In der ersten Zeitnotphase verpasste der Hamburger beste Möglichkeiten und hatte schließlich ein verlorenes Endspiel. Die Bremer Spielerin revanchierte sich dann und ließ die Überleitung in ein Remisendspiel Turm und Läufer gegen Turm zu. Da man das, besonders in der Zeitnot des Gegners, noch gut auf Gewinn spielen kann, versuchte der Hamburger, es zu vermeiden, und stellte dabei die Partie noch schneller ein.

Zu dieser Zeit, um ca. 22 Uhr, hatte TV ChessBase allerdings schon zusammengepackt und die Zuschauer mit der Partie alleine gelassen, um den letzten Zug von Bremen nach Hamburg noch zu erreichen. Findige Zuschauer der Sendung auf dem Fritzserver fanden allerdings heraus, dass es noch zwei Stunden später eine allerletzte Zugverbindung gegeben hätte. Die beiden Faulpelze vom einzigen deutschen Schach-TV-Sender, André und Ben - Oliver blieb bei seiner Mannschaft -, wollten es nicht riskieren, "mit der letzten Zugverbindung bei Tostedt zum Betriebsschluss wegen eines Maschinenschadens auf freier Strecke stehen zu bleiben", so die Ausrede.


Axel Fritz con schach.com besorgte die Internetübertragung der Partien. Stefan Löffler schaut zu.


Bremer und Hamburger schauen auf die laufenden Partien


Till Schelz-Brandenburg zufrieden, Evi Zickelbein nicht.


Spielertische, Matchwinner Almira Skripchenko


Weserstadion im Halbdunkel

 

 

 



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