Vaishali und Lagno gewinnen WR Women's Chess Tour-Auftakt in Tokio

von Stefan Liebig
09.06.2026 – Vaishali Rameshbabu bleibt auf der Überholspur: Nachdem sich die junge Inderin im April für das WM-Finale gegen Ju Wenjun qualifiziert hat, gewann sie das Schnellschachevent der WR Women´s Chess Tour in Tokio. Das Blitzturnier konnte die routinierte Kateryna Lagno gewinnen. Beide sammelten 15 Punkte für die Gesamtwertung der Tour. | Foto: Lennart Ootes

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Die WR Women's Chess Tour ist laut Veranstalter Wadim Rosenstein dem WTA-Tenniszirkus nachempfunden. Diese globale K.-o.-Serie bringt die weltbesten Schachspielerinnen an bedeutenden Austragungsorten auf vier Kontinenten zusammen. In Tokio fanden die Spiele im Tokyo Toranomon Edition Hotel statt. Ein Livestream hielt Schachfans weltweit über den englischsprachigen YouTube-Kanal von WR Chess und gleichzeitig über den japanischen YouTube-Kanal des Japanischen Schachverbands auf dem Laufenden.

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Vaishali Rameshbabu und Kateryna Lagno gewinnen Asien-Etappe

Vaishali Rameshbabu befindet sich in absoluter Topform: Nachdem sie das Kandidatenturnier im April auf Zypern gewonnen und sich durch diesen Triumph für den WM-Kampf gegen Ju Wenjun qualifiziert hat, bestritt die Schwester von Praggnanandhaa in Tokio ihr erstes Turnier. Es war der Auftakt der WR Women's Chess Tour, einer globalen K.-o.-Serie mit fünf Stationen auf vier Kontinenten im Jahr 2026 und einem Gesamtpreisgeld von 200.000 US-Dollar. Vaishali zeigte ihre Konstanz und gewann das Schnellschachturnier. Im Blitzturnier setzte sich Kateryna Lagno (FIDE) durch.

Mit diesen Turniersiegen sicherten sich Vaishali und Lagno ihre Tickets für das Grand Final in Stuttgart, wo sie auf die Schnellschachmeisterin GM Vaishali Rameshbabu treffen wird.

Vaishali gewann auch in Tokio. | Foto: Lennart Ootes

Rapid (15+10)

Gespielt wurde ein K.-o.-Turnier mit acht Spielerinnen. Vaishali besiegte in der ersten Runde, also dem Viertelfinale, IM Irene Sukandar aus Indonesien, im Halbfinale GM Alexandra Kosteniuk aus der Schweiz und schließlich im Finale die kasachische IM Alua Nurman. Alle Runden entschied Vaishali mit 1,5:0,5 für sich. Die im Halbfinale unterlegenen Alexandra Kosteniuk und Kateryna Lagno teilten sich Rang 3.

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Partien

Blitz (3+2)

Im Blitzen hingegen war für Vaishali im Halbfinale Endstation. Hier verlor sie mit 0:3 gegen die spätere Siegerin Kateryna Lagno. Lagno hatte auch in Runde 1 gegen die Japanerin Azumi Sakai mit 3:0 gewonnen. Das Finale war dann eine dramatische Angelegenheit: Im ewigen Duell zwischen Lagno und Kosteniuk ging es in die Verlängerung und Lagno konnte die Armageddon-Partie für sich entscheiden.

Kateryna Lagno nimmt den Glückwunsch entgegen. | Foto: Lennart Ootes

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Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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