Viktor Kortschnoj fordert Sie heraus

von Matthias Wüllenweber
27.12.2021 – In der Geschichte der Schachweltmeisterschaften ist Viktor Kortschnoj ein überaus erfolgreicher Spieler, wenn ihm auch der Titel letztendlich versagt blieb. Zählt man das Kandidatenfinale 1974 um die Fischer-Herausforderung mit, spielte er drei WM-Kämpfe. Die Ära von Kortschnojs WM-Teilnahmen reicht vom Kandidatenturnier Curacao 1962 bis zum Viertelfinalkampf 1991 gegen Timman, den er noch im Alter von 60 Jahren bestritt. Besonders der sportliche und psychologisch dramatische WM-Kampf gegen Karpov 1978 in Baguio City sticht hervor: Hypnose, Cheatingvorwurf mit Blaubeerjoghurt, Röntgenuntersuchungen an Stühlen, verspiegelte Brille am Brett, Kortschnojs Aufholjagd zum 5-5 nach einem 4-1 Rückstand.

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Wir haben gerade die erste authorisierte NFT-Serie der klassischen Schachweltmeister auf opensea.com veröffentlicht. Kortschnojs besondere Rolle in den Titelkämpfen verschafft ihm jetzt eine unerwartete und für Interessenten herausfordernde Rückkehr. Er wird durch eine Edition geehrt, die nicht käuflich zu erwerben ist. Vielmehr soll sie nach Abschluss der Auktion am 12. Januar unter allen Bietern verlost werden. Das schafft eine Chance, mit geringen Kosten an ein NFT zu gelangen, welches vielleicht später durch die explizite Koppelung an die Weltmeisterserie an Sammlerwert gewinnt.

Was Sie jetzt tun müssen um die Herausforderung anzunehmen: Legen Sie sich ein Krypto-Wallet zu und gehen sie auf opensea.com, den größten NFT Marktplatz der Welt. Unter dem Titel Chess World Champions finden Sie unsere NFT Serie. Bieten Sie für mindestens eines dieser NFTs. Auch wenn Sie überboten werden, haben Sie Ihre Chance auf das Kortschnoj NFT gesichert. Viel Glück!

Die Gebote der laufenden Auktion bei Opensea.io sind aktuell noch moderat. Es steht zu erwarten, dass die Auktion eine ähnliche Dynamik nimmt, wie eine Ebay-Versteigerung. Die meiste Aktivität wird sich gegen Ende einstellen, größere Wallets werden ihre Karten jetzt noch nicht offenlegen. Daraus folgt, dass jetzt abgegebene Gebote möglicherweise nicht zum Zuge kommen.

Jedes einzelne Gebot auf die Weltmeister der Opensea-Auktion zählt als Los für Viktor Kortschnoj. Wenn ich also auf drei NFTs je einmal biete, ist meine Chance dreimal so hoch wie bei einem einzelnen Gebot. Nicht mehrfach gezählt wird mehrfaches sequentielles Bieten auf ein und dasselbe NFT, was von Opensea. Erst nachdem jemand anders wieder auf dieses NFT geboten hat, werden neue Gebote als weitere Lose gewertet.

Für alle, die an die Zukunft von NFT als die zentrale Form von digitalem Eigentum glauben und denen die Bedeutung der ersten autorisierten Serie der Schachweltmeister einleuchtet, ergibt sich also folgender Plan. Auf die technischen Details gehen wir in einem gesonderten Artikel später so ein, dass sie allgemeinverständlich werden. Hier werden vor allem die Leser angesprochen, die bereits den Schritt in die Welt der Cryptowährungen gegangen sind, selbst bereits Werte zwischen Wallets transferiert haben und sich vom spieltheoretischen Reiz dieser Verlosung angesprochen fühlen.

  1. Ein Metamask-Wallet im Browser installieren und mit Opensea verknüpfen.
  2. Auf einem Handelsplatz wie bitcoin.de, coinbase.com oder kraken.com Ethereum kaufen.
  3. Diese Ethereum in das Metamask Wallet transferieren. Dabei fallen Kosten von aktuell etwa €20 Euro an. Es sind die sogenannten Gaskosten, die der Betrieb der Blockchain für Transaktionen fordert.
  4. Auf ein oder mehrere NFTs der Weltmeisterserie bieten. Dabei wird der fürs Gebot notwendige Betrag an Ether „eingepackt“, d.h. für die Dauer ihres Gebotes in Form von Wrapped Ether (WETH) reserviert. Falls Ihr Gebot die Auktion gewinnt, ist dieser Betrag dann fällig und es kommen noch einmal Gaskosten hinzu. Falls Sie überboten werden, kostet es nichts, auch keine Gaskosten.
  5. Hoffen, Mitte Januar Kortschnoj zu gewinnen.
  6. Hoffen, dass ein wohlhabender Sammler oder NFT-Investor die WM-Serie ersteigert und dann auch ein Gebot auf Kortschnoj macht, vielleicht nach Jahren noch.

 

Das NFT von Viktor Kortschnoj ist ein Unikat, es wird im Umfeld der Weltmeisterserie das einzige seiner Art bleiben.

Die zugrundeliegende Partie ist Kortschnoj-Polugaevsky aus dem Kandidatensemifinale 1977 in Evian, dem WM-Zyklus der zur Herausforderung von Karpov 1978 führte.

 

 

Dieser Artikel ist keine Anlage- oder Steuerberatung. Der Autor will bei Capablanca mitbieten. Gebote des Autors nehmen nicht an der Verlosung von Kortschnoj teil.

1. Verzichten Sie auf Ausgaben für Kryptowährungen oder NFTs, wenn Sie sich mit der praktischen technischen Seite (Wallets, Sicherheitsfragen usw.) nicht vertraut fühlen.

2. Geben Sie kein Geld im Kryptobereich aus, auf das Sie nicht komplett verzichten können.

3. Investieren Sie nicht in Dinge, die Sie nicht richtig verstehen und gut finden. 

4. Bieten Sie nicht auf NFTs, von deren dauerhafter Wertigkeit Sie nicht überzeugt sind. Ansonsten genießen Sie einfach kostenlos die Schönheit und Kreativität, die dieser Bereich entwickelt.

Chess World Champions bei Opensea

Kortschnoj bei Opensea

Artikel über die NFTs der Schachweltmeister


Matthias Wüllenweber, Gesellschafter und Geschäftsführer von ChessBase
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Reinhard Murina Reinhard Murina 28.12.2021 03:45
Redewendung: Bahnhof verstehen
Das Sprichwort stammt aus dem Ende des 1. Weltkriegs. Damals waren die Soldaten nach den langen Kämpfen sehr müde und wollten nur nach Hause. Und nach Hause ging es vom Bahnhof aus. Deshalb setzten sie die Vorstellung vom Bahnhof mit der Heimreise in Verbindung.

Wenn jemand sie dann auf etwas ansprach, antworteten sie: "Ich verstehe immer nur Bahnhof" - was bedeutete, dass sie über nichts anderes sprechen wollten, als die Heimreise. Und wenn sie zu anderen Themen befragt wurden, dann konnten sie dazu gar nichts mehr sagen, weil sie über das Sachgebiet nicht Bescheid wussten und halt nur noch "Bahnhof" verstanden.

Noch heute verwenden wir diese Redewendung, wenn wir rein gar nichts verstehen - oder aber auch, wenn wir ein Gespräch zurückweisen wollen.
Falls Sie chessbase also nicht auf Schach zurückweisen wollen, sagt der Artikel aus meiner Sicht,
Krypotwährung- Chessbase macht auch mit ;-)
Bernhard Sax Bernhard Sax 28.12.2021 03:35
Ich verstehe ebenfalls nur Bahnhof!
Matthias Matthias 27.12.2021 01:08
NFTs sind in diesem Fall eine Art virtuelle Gedenkmünzen, Briefmarken oder Besitzurkunden. Das Eigentumsrecht wird auf tausenden von weltweit verteilten Rechnern registriert.

Die Besonderheit der Weltmeisterserie:

- Die Auflage ist eins pro Spieler.
- Die Spieler haben sie autorisiert.
- Es ist die erste Serie dieser Art.
- Auf Kortschnoj kann man nicht bieten, man kann ihn nur per Losglück gewinnen.

Freunde von Kryptowährungen messen NFTs einen Wert bei. Sie können sagen: "Byrne-Fischer gehört mir, Fischers Witwe hat das unterzeichnet".

Für alle anderen ist es einfach eine Kunstaktion, die überragende Partien der Schachgeschichte und unsere Weltmeister heraushebt.

Grüße, Matthias
Grebredna Grebredna 27.12.2021 12:01
Ich verstehe nur Bahnhof. Worum geht es hier überhaupt?
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