Vor zehn Jahren starb Bent Larsen

von André Schulz
09.09.2020 – Heute vor zehn Jahren starb Bent Larsen in seiner Wahlheimat Argentinien. In den 1950er Jahren reifte Larsen zum Spitzenspieler heran und war einige Zeit einer der besten Spieler außerhalb der UdSSR.

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Heute vor zehn Jahren starb in Buenos Aires der dänische Großmeister Bent Larsen. Er wurde am 4. März 1935 in dem dänischen Örtchen Tilsted (Nordjütland) geboren. Sein Spielstärke, mit der er zu einem der besten Spieler der Welt wurde, erreichte Larsen fast ausschließlich als Autodidakt. Er selber gab als eine der wichtigsten Stationen seine Analysen der Partien des Kandidatenturniers von 1953 an, die er für eine Artikelserie in einer Tageszeitung anfertigte.

Zu Beginn der 1950er Jahre nahm Larsen in Kopenhagen ein Studium der Sozialwissenschaft auf, beendete es aber nicht, sondern wurde Schachprofi und verdiente seinen Lebensunterhalt mit der Teilnahme an Turnieren und als Schachjournalist.

Sechsmal wurde Larsen dänischer Landesmeister: 1954, 1955, 1956, 1959, 1963 und 1964. 1955 erhielt er den Titel Internationaler Meister. Bei der Schacholympiade 1956 in Moskau erreichte er am ersten Brett der dänischen Mannschaft 14 aus 18 und wurde danach zum Großmeister ernannt.

In den 1960er Jahren galt Larsen neben Bobby Fischer als bester westlicher Spieler, nachdem er die Interzonenturniere 1964 (Amsterdam, geteilter Erster), 1967 (Sousse) und eine Reihe anderer bedeutender Turniere gewonnen hatte. Beim Interzonenturnier 1970 wurde er geteilter Zweiter. 1965 unterlag Larsen in den Kandidatenkämpfen Michail Tal und 1968 Boris Spasski. 1971 erlitt er gegen Fischer eine vernichtende Niederlage (0:6).

 

Bei einem Simultan 1978 (PH Nielsen auf Twitter)

Beim Wettkampf UdSSR gegen die Welt 1970 spielte Larsen in drei Partien gegen Spasski 1,5:1,5 (ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage) und gewann gegen Stein. Bobby Fischer hatte bei diesem Wettkampf auf das erste Brett der Weltauswahl verzichtet und es Bent Larsen überlassen. 

Bent Larsen

1976 gewann Larsen auch noch einmal das Interzonenturnier in Biel, schied in den Kandidatenkämpfen aber gegen Portisch aus. Seine letzte Teilnahme an einem Interzonenturnier war 1982 in Las Palmas. Anfang der 1980er Jahre zog er sich vom Turnierschach nach und nach zurück, blieb aber für jeden ein gefährlicher Gegner.

 

In den 1970er Jahren lebte Larsen in Las Palmas und spielt regelmäßig die spanischen Landesmeisterschaften mit. 1980 lernte er seine später Frau Laura Beatriz Benedini kennen, eine Argentinierin, und zog mir ihr nach Buenos Aires. 

Bent Larsen pflegte einen ganz besonderen positionellen Stiel mit vielen originellen Ideen, besonders in der Eröffnung. Zudem war Larsen ein gefährlicher Angriffsspieler, der im Laufe seiner langen Karriere in der Lage war, jeden anderen Spieler zu besiegen

Bent Larsen veröffentlichte mehrere Schachbücher. Sein Buch "Alle Figuren greifen an" war eines der ersten Bücher von Magnus Carlsen. Bent Larsen starb am 9. September 2010 in Buenos Aires an den Folgen seiner Diabetes.

Foto: Peter Heine Nielsen auf Facebook

Im März 2020 würdigte Johannes Fischer Bent Larsen in einem längeren Portrait. 

Bent Larsen: Optimistisch, originell, kämpferisch...




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Georg_Krueger Georg_Krueger 09.09.2020 04:43
Schöner Artikel, aber in einem Punkt widersprüchlich.

Zitat: "Zu Beginn der 1950er Jahre nahm Larsen in Kopenhagen ein Studium der Sozialwissenschaft auf, beendete es aber nicht, sondern wurde Schachprofi und verdiente seinen Lebensunterhalt mit der Teilnahme an Turnieren und als Schachjournalist."

Im verlinkten Artikel von Johannes Fischer hat er etwas anderes studiert:

Zitat: "Nach dem Abitur studierte Larsen Bauingenieurswesen, allerdings beendete er das Studium nie, sondern entschied sich stattdessen für eine Karriere als Schachprofi."
MARIO1962 MARIO1962 09.09.2020 03:50
Kompliment für diesen tollen Artikel
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