Wann und wie man gegen Sizilianisch gewinnt

13.05.2008 – Zigurds Lanka ist Eröffnungsexperte und gesuchter Trainer. Wie viel Elo-Punkte seine Lektionen und Eröffnungskenntnisse seinen Schützlingen schon beschert haben, weiß man nicht, doch mit Sicherheit eine Menge. Auch als Spieler ist Lanka noch stark. Bei der Internationalen Hamburger Einzelmeisterschaft führt er nach drei Runden mit drei Partien. Wie ihm und anderen dabei seine Kenntnisse des Sizilianers geholfen haben und wer und warum bislang Glück gehabt hat, verrät Andreas Albers.Turnierseite...Partien der Runden 1 bis 3...Mehr...

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Der graue Wolf schlägt zu! Zigurds Lanka führt nach 3 Runden mit 100%
Von Andreas Albers

In 30 Zügen gewinnen? Nicht ganz

Lanka, der in Hamburg schon vielen Talenten sein enormes Wissen mitgeteilt hat, bringt das Spiel gegen Sizilianisch auf eine einfache Formel: "Du hast 30 Züge Zeit zum Mattsetzen, wenn das nicht reicht, gewinnt Schwarz!" So checkte er nach der ersten Runde kurz Frank Brackers Formular gegen GM Parligras und meinte: "Siehst Du, keine 30 Züge und er ist tot, gut gemacht!"

In seiner Partie gegen den jungen Bulgaren Iotov dauerte es bedeutend länger, aber der weiße Vorteil war in der kritischen Phase schon beinahe entscheidend. Iotov verteidigte sich allerdings sehr zäh und konnte sogar noch materielles Ungleichgewicht schaffen, aber am Ende blieb ihm doch nur die Aufgabe. Ein herber Rückschlag nach zwei lockeren Siegen zum Auftakt. Lanka hingegen zeigte einmal mehr, dass er immer noch ein brandgefährlicher Gegner ist, der tolle Angriffspartien spielen kann.
Lanka-Iotov...


Zigurds Lanka - hier bei den Chess Classic in Mainz

Sebastian Bogner demonstrierte übrigens, dass man in dieser Eröffnung auch mit Schwarz nach 30 Zügen auf Gewinn stehen kann und gab Frank im Duell der Youngsters deutlich das Nachsehen.
Bracker-Bogner...


Sebastian Bogner

Mit leichter Verspätung zum Remis

Neben dieser spannenden Partie gab es zwei unentschiedene Partien unter den Großmeistern. Zur Partie Ftacnik - Saltaev später, am Spitzenbrett entwickelte sich eine geschlossene englische Partie, in der die meisten Verwicklungen in den Köpfen von Ahmed Adly und Dorian Rogozenco blieben. In der Analyse nach dem Friedensschluss wurden bestimmt fünfmal Qualitäten geopfert, aber in der Partie agierten beide Spieler umsichtig und so war das Gleichgewicht wohl nie wirklich gefährdet.
Adly-Rogozenko...

Was in Runde 1 gut ist ...

... muss in Runde 3 lange nicht mehr gut sein. Lubomir Ftacnik kopierte seinen Aufbau vom Auftakt und wurde von Michael Saltaev schon beinahe widerlegt. Ftacnik erklärte, deutlich geknickt: "Te1 ist wirklich sehr ungenau. Ich habe das nach der Partie mit Björn geahnt, aber dass Weiß schon schlecht steht, habe ich nicht geahnt." Saltaev plagte sich mit einer leichten Erkältung und Kopfschmerzen, so dass er die Gunst der Stunde nutzte und lieber den halben Punkt mit Schwarz absicherte.
Ftacnik-Saltaev...

Gerd Putzbach versuchte es ebenfalls mit einer Kopiertaktik. Gegen GM Parligras´ Najdorf wählte er denselben Aufbau, mit dem Frank Bracker in Runde 1 gewonnen hatte. Aber der rumänische Nationalspieler hatte seine Hausaufgaben natürlich erledigt und wählte Lb7 statt Sc6. Schnell hatte Schwarz sich das Läuferpaar gesichert und konnte problemlos auf Vorteil spielen. Mit diesem Sieg ist Parligras nun wieder auf Tuchfühlung mit der Spitze.
Putzbach-Parligras...

Tag der Gastgeber

Nach jeweils zwei Niederlagen kamen Björn Bente (allerdings sehr glücklich gegen Erich Maahs) und Rolf Sander (gegen Manfred Kröncke) zu ihren ersten vollen Punkten. Beide haben großmeisterliche Gäste bei sich zu Hause untergebracht, Sander beherbergt Parligras und Bente hat Vadim Iotov zu Gast. Es wurde aber auch Zeit, dass diese Elo-Riesen ein wenig "abfärben"...
Maahs-Bente...
Kröncke-Sander...

Nicht in Form, aber erfolgreich …

… ist bisher Niclas Huschenbeth. Gestern schon sehr glücklich zum Sieg gegen Siegfried Weiss gekommen, heute völlig pleite gegen Hauke Reddmann und dann: "Nach Lxc7 wollte ich schon aufgeben, und dann sehe ich plötzlich, dass g3+ die weiße Dame gewinnt!" Reddmann konnte es nicht fassen, zumal er noch über deutlich mehr Bedenkzeit als Niclas verfügte. 2,5/3 sind bisher wirklich schmeichelhaft, aber vielleicht ist es gegen die stärkeren Gegner ja einfacher.
Reddmann-Huschenbeth...


Hauke Reddmann


Niclas Huschenbeth mit dem Glück des Tüchtigen

Bulgarische Fragen und Theorien

Am Sonntag machte sich eine kleine Gruppe auf zum Hamburger Hafengeburtstag. Ahmed Adly und Vadim Iotov ließen sich die Hamburger Attraktion von den Fremdenführern Björn Bente, Frank Bracker und Andreas Albers zeigen. Die Stimmung war ausgelassen, vor allem, weil Vadim immer wieder mit sehr interessanten Fragen auftrumpfte. Kostprobe? "Ahmed, it is not allowed for you to play european championship, yes?" "Of course not, Egypt is in Africa!" "Okay, but how is it possible that you can be qualified for the world cup?"

Zu seiner Ehrenrettung muss gesagt werden, dass Vadim schon bei der Frage auffiel, dass sie nicht besonders schlau war. Natürlich gibt es eine afrikanische Kontinentalmeisterschaft, und dort hat sich Ahmed qualifiziert. Gegen Ende des Abends kam das Thema erneut auf Ägypten, und Vadim überzeugte mit der Theorie: "Ich bin überzeugt, die Pyramiden wurden von Aliens erbaut! Zwei Dinge, an die ich glaube: Erstens an Gott und falls das nicht stimmt, dann zweitens an Außerirdische!" Wie man vermuten kann, war es ein sehr netter Abend, an dem viel gelacht wurde.

Ausblick auf die 4. Runde:

Mister 100 Prozent Lanka muss sich der Angriffe von Rogozenko erwehren. Saltaev ist hoffentlich wieder fit und kann eine volle Partie gegen Adly liefern.

Ein besonderes Augenmerk wird sicher das Hamburger Duell an Tisch drei auf sich ziehen. Niclas Huschenbeth im Duell mit seinem Teamkollegen und gelegentlichen Trainer Lubomir Ftacnik.

Im Duell der Unglücksraben treffen heute Hauke Reddmann und Dusan Nedic aufeinander. Nedic, der gestern fast die gesamte Partie über gegen Günther Beikert am Drücker war und auf Gewinn stand, ist genauso auf Wiedergutmachung aus wie Reddmann nach seinem "Unfall" gegen Huschenbeth.
Nedic-Beikert...

Mit Kröncke - Maahs treffen sich hinten die beiden letzten Spieler, die noch ohne jegliches Erfolgserlebnis sind.

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