Am kommenden Samstag beginnt das Kandidatenturnier 2026. Acht Spieler haben sich auf verschiedenen Wegen dafür qualifiziert, wollen das Turnier gewinnen und als Herausforderer gegen den jungen Weltmeister Gukesh antreten. Da die meisten der Kandidaten, mit ihren Wertungszahlen in der Eloliste sogar höher als der Weltmeister eingestuft sind, wären sie beim Wettkampf um die Weltmeisterschaft sogar Favorit. Schon beim letzten Kandidatenturnier schien es für die Spieler schwieriger, das Turnier zu gewinnen als den folgenden Wettkampf um die Weltmeisterschaft.
Im neuen Kreis der acht Kandidaten werden die beiden US-Amerikaner Hikaru Nakamura und Fabiano Caruana, die Nummer zwei und drei der Weltrangliste hinter Magnus Carlsen, als Favoriten gehandelt. Das waren sie auch schon beim letzten Turnier, doch es war Gukesh, der vor zwei Jahren gewann.
Viele sehen allerdings eher Fabiano Carauna als Top-Favoriten, denn Nakamura hat laut eigener Aussage seine aktive Karriere als Turnierspieler praktisch eingestellt und ist jetzt nur noch als Streamer unterwegs - und bei Online-Turnieren. Nakamuras Qualifikation für das Kandidatenturnier 2026 war in gewissem Maße etwas fragwürdig. Er wird mit seiner Elozahl als Weltranglistenzweiter geführt, hatte aber nicht genügend Partien auf seinem Laufzettel, um diese Zahl zu bestätigen. Also spielte er ein paar "Mickey Mouse"-Turniere mit, regionale Meisterschaften, und erfüllte auf diese Weise die Bedingungen. Hier muss die FIDE bei ihrem Regelwerk wohl noch etwas nachjustieren.
Bei Gukesh hat man den Eindruck, dass der Weltmeistertitel für ihn zu früh kam. Der junge Inder ist nicht der beste Spieler (hinter Carlsen, der nicht mehr um die klassische Weltmeisterschaft spielen will), nicht mal einer der besten Spieler. Die Bürde des Weltmeisters scheint den jungen Großmeister eher zu hemmen als zu beflügeln. Nakamura oder Caruana als Weltmeister würden wohl eher dem Anspruch genügen.
Aber die Favoritenrolle ist ebenfalls immer eine Bürde und so kann es auch gut sein, das wieder ein Außenseiter das Turnier gewinnt und dann auch gegen Gukesh - oder auch nicht.
Und das ist unserer Prognose - nach streng wissenschaftlichen Methoden ermittelt: Wir haben ein virtuelles doppelrundiges Turnier mit den acht Kandidaten zusammengestellt und die Ergebnisse aus früheren Begegnungen für die Wertung genommen, nach folgendem Schema:
Für jede der möglichen Paarungen wurden zwei aktuelle Partien genommen, eine Weiß- und eine Schwarzpartie für beide Spieler.
Wenn vorhanden, wurden die aktuellsten klassischen Partien mit ihren Ergebnissen genommen, andernfalls die aktuellste Rapidpartie am Brett, sonst die aktuellste Blitzpartie am Brett, sonst in der Reihenfolge Partien aus Onlineturnieren. Chess960-Partien wurden nicht genommen.
Matthias Blübaum und Wei Yi haben noch nie gegeneinander gespielt. Hier wurden beide Partien auf remis gesetzt.
Und hier ist das Ergebnis unserer Prognose:

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Die Partien:
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