Winter in Pocos de Caldas

12.08.2013 – Jüngst fanden in Pocos de Caldas die Panamerikanischen Jugendmeisterschaften statt, an denen Jugendliche aus allen Teilen des amerikanischen Kontinents teilnehmen. Zum Teil hatten die Jugendlichen sehr weite Anreisen, wurden aber durch die große brasilianische Gastfreundschaft entschädigt. Dejan Bojkov sammelte als Betreuer viele Eindrücke. Schach und mehr in Brasilien...

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Die Panamerikanischen Jugendmeisterschaften

Pocos de Caldas ist eine kleine Stadt in Brasilien, die etwa 250 km entfernt von Sao Paulo liegt. Der Ort ist berühmt für seine Thermalbäder und ein beliebter Badeort.

Pocos de Caldas

Jesus sieht dich

Dieses Jahr war der Ort auch Gastgeber der Panamerikanischen Jugendmeisterschaften für Jungen und Mädchen, die die Altersgrenze zur U-18 noch nicht überschritten hatten.

Das Turnier fand vom 25. Juli bis 1. August statt und die besten Jugendspieler Nord- und Südamerikas nahmen daran teil. Vom Zuschnitt her gleicht das Turnier den Europameisterschaften, aber eigentlich sollte es größer sein, denn immerhin vereinigt es Spieler und Spielerinnen zweier Kontinente.

Nordamerika wurde vor allem durch Spieler aus den USA, Jamaika und Mexiko repräsentiert, Südamerika hingegen bot Spieler aus fast allen Ländern des Erdteils auf. Besonders eindrucksvoll war die Delegation aus Peru, die mit fast einhundert Spielern und Spielerinnen an den Start ging.

Die offizielle Turnierseite (die allerdings nicht allzu viele Informationen bietet: http://www.panamericanoajedrez2013.com/

Im Juli und im August herrscht auf der Südhalbkugel der Erde Winter und tatsächlich waren die ersten Tage auch regnerisch und düster. Eigentlich nicht die Art von Wetter, die man in Brasilien erwartet. Aber die Brasilianer haben das mehr als wettgemacht. Ob man ihre Sprache spricht oder nicht, mit einem Lächeln im Gesicht versuchen die Brasilianer stets, einem geduldig und höflich zu helfen so gut es geht. Und als der Regen vorbei war, sah es überhaupt nicht nach Winter aus. Warmes, angenehmes Wetter, Temperaturen um die 25 – und das den ganzen Tag über. Genau die richtigen Bedingungen für einen schönen Aufenthalt. Die meisten Spieler waren im schönen Golden Park Hotel untergebracht, das mit Swimmingpool, Sauna und Tennisplätzen ausgestattet war und nur fünf Minuten vom Spiellokal entfernt lag. Das Essen war perfekt, üppig, lecker und …

Brasilien im Winter

Prachtbau

Industrieromantik

Lass dich umarmen, Welt...

Allerdings hatten die jugendlichen Teilnehmer nur sechs Tage Zeit, um diese wunderbaren Seiten Brasilien zu genießen. In dieser Zeit mussten sie außerdem neun Partien spielen. Ein strammes Programm mit drei Doppelrunden, einer Eröffnungsrunde, die um 19 Uhr abends begann und einer Schlussrunde, die morgens um 9 startete. Nach Ende der Turniere mit klassischer Bedenkzeit gab es dann gleich auch noch ein Blitzturnier. Schach wird wirklich immer anstrengender.

Ich war als Betreuer dreier amerikanischer Talente in Brasilien. Alle drei sind Mitglieder des NorCal House of Chess der Bay Area in Kalifornien.

Die treibende Kraft hinter diesem bemerkenswerten Verein ist der aus den Philippinen stammende Schach-Coach Ted Castro, der mit einer Reihe von Großmeistern und erfahrenen Trainern aus aller Welt zusammenarbeitet, um seinen Schülern die beste nur mögliche Schacherziehung zu geben. Viele Vereinsmitglieder zählen zu den stärksten Nachwuchsspielern des Landes – hhttp://norcalhouseofchess.com/?page_id=11

Meine Schüler und Schülerinnen haben in Pocos de Caldes gut abgeschnitten. Ashritha Eswaran wurde in der U-14 Sechste, Chenyi Zhao landete auf Platz vier in der U-10 und Aksithi Eswaran belegte Platz eins im Turnier der jüngsten Mädchen (U-8). Aksithi verdankt ihren Erfolg nicht nur ihrem Trainer Ted, sondern auch ihren Co-Trainern Mathew Benson, Ronald Cusi und Ricardo de Guzman.

Beachtung verdienen zwei weitere amerikanische Jugendliche: Kevin Chor (U-8) und David Peng (U-10). Beide ließen ihren Gegnern in den jeweiligen Altersgruppen keine Chance und gewannen alle ihre Partien!:p>

Insgesamt gewannen die 17 amerikanischen Spieler und Spielerinnen acht Medaillen und die Silbermedaille für das zweitbeste Team der Gesamtwertung. Der erste Platz und die Goldmedaille ging hier natürlich an die Peruaner. In manchen Kategorien haben sie alle Medaillen gewonnen! Wenn ich eine Medaille für das lebhafteste Team vergeben könnte, dann würden die Chilenen sie erhalten, die bei der Abschlussfeier großen Enthusiasmus zeigten! Die sowieso ein Fest der Farben und Klänge war.

Ergebnisse: hhttp://chess-results.com/tnr106655.aspx?art=0&lan=1&fedb=BRA&turdet=YES&flag=30&wi=984

Siegertypen

Die Landesflaggen...

... der Heimatländer...

... werden stolz präsentiert.

Posen will gelernt sein

Auf dem Rückweg kam ich noch in den Genuss der Gastfreundschaft eines alten Freundes von mir: IM Herman Claudius van Riemsdijk, eine lebende Legende des brasilianischen Schachs. Er wurde in den Niederlanden geboren, wuchs in Brasilien auf und wurde drei Mal brasilianischer Landesmeister.

Claudius van Riemsijk (re.)

Er hält eine ganze Reihe von nationalen Rekorden und hat zum Beispiel nicht weniger als 30 Mal an den Landesmeisterschaften teilgenommen. Herman ist eine wandelnde Enzyklopädie in Sachen Schach und hat im Laufe seines Lebens von Euwe bis Anand alle Weltmeister kennengelernt. Herman war auch einer der Schiedsrichter bei der WCC in San Luis.

IIm Schnelldurchlauf zeigte er mit die Sehenswürdigkeiten Sao Paulos, darunter legendäre Plätze der Schachgeschichte, unter anderem den Ort, wo Najdorf sein berühmtes Simultan gegeben hat.

Sao Paulo

Sao Paulo ist mit ca. 11 Mio Einwohnern und 20 Mio. Bewohnern der Metropolregion die größte Stadt Brasiliens und eine der größten Städte der Erde. Gegründet wurde die Stadt am 25. Januar 1554, dem Fest der Bekehrung des Apostels Paulus, von zwei jesuitischen Missionaren, den Padres Manuel da Nóbrega und José de Anchieta, zwei jesuitischen Missionaren in der Nähe eines Jesuiten-Klosters. Am 7. September 1822 wurde hier die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal erklärt. Der Ausfschwung der Stadt als Wirtschaftszentrum begann in den 1920er Jahren. 1934 überschritt die Einwohnerzahl erstmals die Millionengrenze. Neben den portugiesischen Elementen in der Kultur der Stadt gibt es heute auch viele italienische, deutsche, libanesische und japanische Einflüsse. 

Sao Paulos Stadtbild ist durch viele Hochhäuser geprägt.

Das Casa de Anchieta, ein Nachbau eines Wohn-und Studienhauses der Jesuiten, die 1554 Sao Paulo gründeten.

Die Erinnerung an die jesuitischen Stadtgründer wird überall wach gehalten

Die „Catedral da Sé“

Die größte Kirche Sao Paulos wurde zwischen 1913 und 1954 im neugotischen Stil erbaut. Die Türme sind 92 Meter hoch.

Das Stadttheater

Brunnen vor dem "Theatro Municipal"

Der Bahnhof „Estação da Luz“ – ein englischer Bau aus dem 19. Jahrhundert

Moderne Hochhäuser und alte "Hochhäuser" aus den 1930er Jahren

Der Justiz-Palast

Straßenmusikant mit Begleiter

In der Markthalle

Früchte

In den Flaschen sind Beeren

Nüsse

Fisch

Brasilien, ich danke dir für die Gastfreundschaft!

GM Dejan Bojkov

Fotos: Aleksey Pershin (Pocos de Caldas), Herman van Riemsdijk (Sao Paolo)
 

 

www.dejanbojkov.blogspot.com



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