Sindarov trifft vor seinem WM-Kampf gegen Gukesh auf starke Konkurrenz
Im vergangenen Jahr gewann Magnus Carlsen das Clutch Chess: Champions Showdown in Saint Louis. Diesmal ist der Norweger nicht dabei, doch mit Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura kehren zwei Teilnehmer des Vorjahres zurück. Neu dabei sind Praggnanandhaa Rameshbabu und Javokhir Sindarov, die beide 2026 große Erfolge gefeiert haben.
Praggnanandhaa gewann im August die Grand Chess Tour, nachdem er im Finale gegen Caruana am letzten Tag einen Rückstand von sechs Punkten aufgeholt hatte. Sindarov wiederum gewann im April das Kandidatenturnier und bereitet sich auf seinen WM-Kampf gegen Gukesh Dommaraju im November vor. In Saint Louis kann der Usbeke weniger als einen Monat vor dem Titelkampf noch einmal gegen starke Konkurrenz antreten.
Caruana musste sich zuletzt bei der US-Meisterschaft Wesley So geschlagen geben. Nach einem Gleichstand im klassischen Turnier verlor er den Stichkampf im Schnellschach. Nakamura gehört trotz seiner geringen Turnieraktivität weiterhin zur Weltspitze.

Praggnanandhaa gegen Caruana beim Grand Chess Tour Finale in Saint Louis | Foto: Lennart Ootes
Ein ungewöhnliches Wertungssystem
An jedem der drei Turniertage spielen die vier Teilnehmer ein doppelrundiges Turnier, bei dem jeder gegen jeden einmal mit Weiß und einmal mit Schwarz antritt. So kommt jeder Spieler auf insgesamt 18 Partien. Die Bedenkzeit beträgt zehn Minuten plus fünf Sekunden pro Zug.
Die Besonderheit des von Großmeister Maurice Ashley entwickelten Wertungssystems: Ein Sieg bringt von Tag zu Tag mehr Punkte.
| Tag | Sieg | Remis | Niederlage |
|---|---|---|---|
| 1. Tag | 1 | ½ | 0 |
| 2. Tag | 2 | 1 | 0 |
| 3. Tag | 3 | 1 | 0 |
Damit fällt den letzten sechs Partien besonderes Gewicht zu, denn ein Sieg am dritten Tag ist so viel wert wie drei Siege am ersten Tag.

WM-Herausforderer Javokhir Sindarov | Foto: Crystal Fuller
Laut Turnierreglement dürfen die Spieler erst Remis anbieten, nachdem Schwarz seinen 60. Zug ausgeführt hat.
Das Gesamtpreisgeld beträgt 425.000 US-Dollar. Der Sieger erhält 125.000 Dollar, der Zweitplatzierte 94.000, der Dritte 72.000 und der Vierte 62.000 Dollar. Hinzu kommen Prämien für jede gewonnene Partie: 1.000 Dollar am ersten, 2.000 am zweiten und 3.000 Dollar am dritten Tag.
Die für Remispartien vorgesehenen Prämien fließen in einen zusätzlichen Jackpot, den der Turniersieger erhält. Bei Punktgleichheit an der Spitze entscheidet eine Armageddon-Partie über den Turniersieg. Liegen drei oder vier Spieler gleichauf, wird ein Armageddon-Turnier jeder gegen jeden ausgetragen.
Spielbeginn ist an allen drei Tagen um 18 Uhr MEZ (12 Uhr Ortszeit). Der Saint Louis Chess Club überträgt die Partien live auf YouTube und Twitch. Kommentiert werden sie von den Großmeistern Maurice Ashley und Yasser Seirawan sowie James Dash Patterson.

Hikaru Nakamura beim Kandidatenturnier 2026 in Zypern | Foto: Nils Rohde
Carlsens Sieg 2025
Bei der Premiere im Oktober 2025 sicherte sich Magnus Carlsen den Turniersieg bereits zwei Runden vor Schluss. Am letzten Tag gewann der Norweger vier Partien in Folge, jeweils zweimal gegen Gukesh und Caruana, und kam schließlich auf 25½ Punkte.
Caruana belegte mit 16½ Punkten den zweiten Platz vor Nakamura (14) und Gukesh (10). Dabei hatte Gukesh nach dem ersten Tag noch allein an der Spitze gelegen. Carlsen profitierte jedoch von der höheren Wertung der Siege an den folgenden Tagen und gewann das Turnier schließlich mit neun Punkten Vorsprung.

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