Worldcup: Karjakin gewinnt Worldcup

von André Schulz
05.10.2015 – Schon in den vier regulären Partien des Worldcupfinales gab es von beiden Seiten eine Reihe von groben Fehlern. Am heutigen Stichkampftag wurde das noch einmal übertroffen. Keine einzige der insgesamt zehn Partien des Finales endete remis. Am Ende entschied praktisch ein Turmeinsteller darüber, wer von zwei völlig erschöpften Spielern 32.000 US-Dollar (netto) mehr Preisgeld erhält. Karjakin gewinnt den Worldcup 2015. Zum Drama...

ChessBase 15 - Megapaket ChessBase 15 - Megapaket

Kombinieren Sie richtig! ChessBase 15 Programm + neue Mega Database 2020 mit 8 Mio. Partien und über 80.000 Meisteranalysen. Dazu ChessBase Magazin (DVD + Heft) und CB Premium Mitgliedschaft für ein Jahr!

Mehr...

 

Hier die Partien live mitverfolgen, Runde für Runde auf Playchess.com...

 

Einen spannenderen, aber verrückteren Abschluss des Worldcups in Baku hätte man sich nicht denken können. Peter Svidler gewann die ersten beiden regulären Partien und stand sah eigentlich schon wie der sichere Sieger des Finales aus. Nach zwei schlimmen Fehlern verlor er in Partie drei eine Gewinnstellung und wurde in der vierten Partie von Sergey Karjakin überspielt. Ein Stichkampf wurde nötig!

 

Karjakin wird gescannt

 

 

Heute ging es im gleichen Stil weiter: Karjakin gewann die erste 25-Minuten-Partien mit einem feinen Bauernopfer im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Svidler überspielte Karjakin in der zweiten 25-Minuten-Partie erneut mit seinem Königsindischen Angriff. Ausgleich und eine weitere Stichkampfrunde stand auf dem Programm.

 

Peter Svidler am Anfang eines langen Tages

 

Karjakin-Svidler, 5. Partie

 

 

 

 

Svidler-Karjakin, 6. Partie

 

 

 

Es folgten die 10-Minuten-Partien: Hier missglückte Karjakin mit Weiß eine Art Benoni-Verteidigung und Svidler ging in Führung. Karjakin gleicht jedoch in der zweiten 10-Minuten-Partie erneut aus, nachdem Svidler im Sizilianer schon bald nach der Eröffnung die Kontrolle verlor. Keine einzige der Finalpartien hatte bis dahin mit einem Remis geendet. Alle acht Partien wurden entschieden, vier mit Turnierlänge, vier mit Schnellschachbedenkzeit. Aber es ging ja noch weiter.

 

Svidler-Karjakin, 8.Partie

 

 

 

 

Denn nun stand noch die Blitzrunde an. Hier legte nun erneut Karjakin vor, nachdem Svidler in besserer Stellung mit einer Qualität mehr, den Angriff auf seinen Turm nicht bediente und diesen damit einfach einstellte.

Und weiter geht es

Kirsan Ilyumzhinov schaut zu

Karjakin-Svidler, 9. Partie

 

 

 

Die folgende letzte Blitzpartie entschied Karjakin auch noch für sich, so dass den Spielern wenigstens die Armageddon-Partie erspart blieb. Alle zehn Finalpartien wurden entschieden - ein Kampfgeist wie beim Frauenschach! Aber schon während des laufenden Stichkampfes gab es Kritik, nicht an den Spielern, deren Erschöpfung in diesem Nervenkrimi offensichtlich war, sondern am Format. 

Nach beiderseitigen Fehlern schon in den Partien zuvor, war der Turmeinsteller von Svidler der qualitative Tiefpunkt dieses Worldcup-Finales, entschied aber immerhin über nicht weniger als 32.000 USD (Netto) Preisgeldunterschied.

 

 

Finale- Ergebnisse

Name G1 G2 G3 G4 R1 R2 R1 R2 B1 B2 SD Total
Peter Svidler (RUS) 1 1 0 0 0 1 1 0 0 0   4
Sergey Karjakin (RUS) 0 0 1 1 1 0 0 1 1 1   6

 

Alle Finalpartien

 

 

 

Partien der Runden 1 bis 6

 

 

 

Kirsan Ilyumzhinov, am Freitag in Monte-Carlo, nun in Baku

 

Fotos: Turnierseite


Die Paarungen als pdf bei der FIDE...

Turnierseite...



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.