Zweimal Abbruch, einmal Protest

von Gerd Densing
19.06.2020 – In den meisten europäischen Schachligen ruht der Betrieb und nicht nur der Deutsche Schachbund denkt über Lösungen nach. In Luxemburg und in Belgien hat man schon Fakten geschaffen. In Luxemburg ging das gut, in Belgien nicht. Gerd Densing berichtet.

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Die Luxemburger Liga

Die Saison wurde nach der Vorrunde (7 Runden, 8 Teams) abgebrochen. Die Rückrunde (4 Mannschaften der oberen Hälfte spielen eine Aufstiegs-/Meisterschaftsrunde, die unteren 4 Mannschaften spielen eine Abstiegsrunde) findet nicht statt (d.h. keine 3 Runden Play offs zum Schluss). Luxemburger Meister wurde vorzeitig Bonneweg. Die Mannschaft gab in 7 Begegnungen nur ein Mannschaftsremis gegen Vorjahresmeister Echternach ab. Echternach hingegen strauchelte bereits früh in der Saison mit einem Mannschaftsremis bereits in der ersten Runde gegen Luxemburg I. Echternach wurde somit "nur" Zweiter der abgebrochenen Saison 2019/2020. Die Ergebnisse der 7 gespielten Runden gibt es hier...  Tabellen werden seitens des Verbandes leider online nie veröffentlicht sondern nur in Papierform den Vereinen mitgeteilt.

Fazit: Da die 8 Mannschaften zumindest die Chancen hatten, wenigstens jeweils gegen jede der anderen Mannschaften einmal spielen zu können, ist das Ergebnis nach Abbruch nach der 7. Runde sportlich immer noch halbwegs fair, sodass alle Vereine auch damit einverstanden waren bzw. es keinerlei Widerstand gegen die Entscheidung der luxemburgischen Föderation gab.

Die Belgische Liga

Zur Belgischen Liga gestaltet sich die Sache schwieriger bzw. komplizierter ("Hängepartie"). Hier spielen jeweils 12 Mannschaften in einer Spielklasse. Recht schnell hat der belgische Verband die Saison mit noch zwei zu spielenden Runden abgebrochen.

Gegen die Entscheidung formierte sich unter den Vereinen jedoch ebenso schnell lauter Widerstand. 10 oder 11 Vereine, angeführt durch die Vereinsverantwortlichen des Tabellenführers Wirtzfeld 1 legten Protest gegen den Saisonabbruch ein! Ein Urteil bzw. eine Entscheidung eines Schiedsgerichtes steht jedoch noch aus. Es gibt auch noch keine neuen Terminplanungen. Weitere Informationen (mehrsprachig, allerdings nicht deutsch!) findet man auf der Webseite des Verbandes... 

Anders als in Luxemburg spielen in Belgien sehr sehr viele Profis und starke GM in der höchsten Spielklasse mit. Sowohl die Vereinsverantwortlichen als auch die überwiegende Zahl der Spieler hat ein großes Interesse an einer Wiederaufnahme der Saison im Sommer, sofern möglich/vertretbar. ...

 




Gerd Densing ist ein begeisterter Vereins- und Turnierspieler. Seine Eindrücke hat er in vielen Berichten auf der ChessBase-Nachrichtenseite festgehalten.
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schachkwak schachkwak 19.06.2020 04:21
Hier ist geschlossen:
https://www.schachbund.de/diskussion-zur-fortsetzung-des-spielbetriebs.html
Eventuell kann man ja hier diskutieren.

Nach meiner Meinung hat Daniel Müller mit seinem Post vom 1. Juni 2020, 13:21 Uhr recht. Also Abbruch (Plan B). Auch wenn das dazu führt, dass meine Mannschaft (die 2. unseres Vereins) absteigt - sonst wäre das absolut nicht klar. Alles andere finde ich nicht gut - ich habe viele Gegner in der Risikogruppe und auch in unserem Verein gibt es Senioren.

Die neue Saison sollte dann wohl mit getrennten Brettern gespielt werden. Die Uhr steht dazwischen.

Was aber alle noch nicht bedacht haben: Die neue Saison kann ganz genauso wieder problematisch werden. Corona ist alles andere als vorbei. Daher müsste man etwas flexibles anbieten. Und da gibt es etwas.

Wie wäre es, dass man parallele Ligen zusammen fasst und dann mit Schweizer System spielt.

Das Schweizer System kann man abbrechen und man hat nicht so viele Spieltermine. Man wäre sogar in der Lage, einer Mannschaft in Quarantäne eine (einmalige?) Auszeit zu geben. Die Vereinsinternen Duelle müssten entweder am Anfang geschehen oder das müsste verboten werden. Auch das wäre möglich. Anfangaufstellung entweder über Platzierung letzte Saison oder über DWZ. Auch müsste man nicht drauf bestehen, dass abgestiegen werden muss.

Also die Landesklassen spielen zusammen (eventuell zusammengefasst mit der Landesliga?). Die Bezirksligen spielen zusammen. Die Bezirksklassen eventuell auch mit den Nachbarn zusammengelegt, genau wie die Kreisligen oder wie weit es noch hinunter geht. Bei den höheren Ligen möchte ich mich nicht einmischen, aber das Schweizer System wäre zumindest auch für die Oberligen denkbar.

Eventuell kann man ja zum Schluss bei Punkgleichheit die beiden Besten / die beiden Schlechtesten nochmal gegeneinander antreten lassen, sofern nicht wieder abgebrochen wird.

Das wäre mein Vorschlag. Was haltet ihr davon?
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