Zweiter Tag der Rapid-WM

von André Schulz
27.12.2017 – Vor dem letzten Turniertag führt Vladimir Fedoseev das Feld bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft in Riad alleine an, gefolgt von Anand, Svidler und Wang Hao. Im Frauenturnier führt Ju Wenjun. Elisabeth Pähtz spielt vorne mit.

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Fedoseev vor dem letzten Turniertag in Führung

Fotos: Turnierseite/ FIDE

Der Start in die Schnellschach-Weltmeisterschaften 2017 verlief für den amtierenden Weltmeister im klassischen Schach alles andere als optimal. Gleich in der ersten Runde kassierte Magnus Carlsen eine Niederlage, schon wieder gegen Bu Xiangzhi, der den Norweger schon beim Worldcup aus dem Wettbewerb geworfen hatte.

2014 in Dubai und 2015 in Berlin hatte Carlsen den Turniersaal jeweils als Sieger und Schnellschach-Weltmeister verlassen. Im letzten Jahr in Doha klappte das nicht. Dort wurde Carlsen "nur" Dritter. Der Titel ging an Ivanchuk.

Nach dem ersten Tag - an jedem der drei Turniertage der Schnellschach-Weltmeisterschaft werden fünf Runden gespielt - lag Carlsen mit 3,5 Punkten "nur" auf Platz 14. Pavel Eljanov hatte dem Norweger auch noch ein Remis abgenommen. Es führten Vladimir Fedoseev und Baadur Jobava, beide mit 4,5 Punkten. Titelverteidiger Vassily Ivanchuk lag mit 2,5 Punkten im tiefen Mittelfeld.

Vladimir Fedoseev gewann in Runde sechs zum Auftakt des zweiten Turniertages dann das Duell der Spitzenreiter gegen Baadur Jobava und legte gegen Yuryi Kozubov nach.

 

Dann erwies sich aber der gut aufgelegte Anand als zu hohe Hürde und der Spitzenreiter gab einen halben Punkt ab - erst sein zweites Remis bis dahin. In Runde neun und zehn folgte dann aber zwei weitere.

Carlsen begann den zweiten Turniertag besser als den ersten, mit Siegen gegen Sergei Movsesian und Wang Yue, bevor Peter Svidler die Fahrt des Norwegers mit einem Remis etwas abbremste. In der 9. Runde traf Carlsen auf Anand und musste gegen seinen Vorgänger im Amt des klassischen Weltmeisters seine zweite Turnier-Niederlage quittieren.

 

In der heutigen Schlussrunde besiegte Carlsen Ian Nepomniachtchi und liegt so mit 7 Punkten, einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Fedoseev, auf Platz sechs, also in Reichweite. Hinter Fedoseev bilden Anand, Svidler und Wang Hao mit einem halben Punkt weniger die unmittelbare Verfolgergruppe.

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Ian Nepomniachtchi 

Zwei deutsche Spieler befinden sich auch im Teilnehmerfeld: Georg Meier ist mit 5 Punkten 70ster. Igor Khenkin belegt mit einem halben Punkt weniger Platz 96. 

Die Anzahl der Teilnehmer bei der Schnellschach- und Blitzweltmeisterschaft war ursprünglich auf 250 begrenzt. Die Mindestelozahl war auf 2600 festgesetzt worden. Angesichts des beträchtlichen Preisfonds hatte man offenbar mit einem größeren Ansturm gerechnet. Am Ende sind es aber nur etwas über 130 Spieler geworden, die die Reise ins Schach-Niemandsland Saudi-Arabien angetreten haben, darunter etwa 100 GMs. Der schwächste Spieler, Salman Al Mahmood aus Brunei, bringt nur etwas mehr als 1400 auf die Elowaage.

Die Versprechungen der FIDE, Spieler aus allen Ländern der Welt könnten in Saudi-Arabien zur WM einreisen, haben sich in Luft aufgelöst. Wenn es darauf ankam, wurde das VISA zu spät oder aber auch gar nicht ausgestellt. Spieler aus Israel, dem Iran und Katar sind nicht dabei. Dass Israelis und Iraner einmal im selben Lager stehen würden, hätten sie vor kurzem wohl kaum gedacht. 

Stand nach zehn Runden

Rk. Name Pts.  TB1 
1 Fedoseev Vladimir 8,0 0,0
2 Anand Viswanathan 7,5 0,0
3 Svidler Peter 7,5 0,0
4 Wang Hao 7,5 0,0
5 Pantsulaia Levan 7,0 0,0
6 Carlsen Magnus 7,0 0,0
7 Yu Yangyi 7,0 0,0
8 Mamedov Rauf 7,0 0,0
9 Safarli Eltaj 7,0 0,0
10 Bu Xiangzhi 6,5 0,0
11 Kuzubov Yuriy 6,5 0,0
12 Kravtsiv Martyn 6,5 0,0
13 Quparadze Giga 6,5 0,0
14 Nepomniachtchi Ian 6,5 0,0
15 Saric Ivan 6,5 0,0
16 Mamedyarov Shakhriyar 6,5 0,0
17 Rakhmanov Aleksandr 6,5 0,0
18 Cheparinov Ivan 6,5 0,0
19 Korobov Anton 6,5 0,0
20 Wang Yue 6,5 0,0
21 Ding Liren 6,5 0,0
22 Rapport Richard 6,5 0,0
23 Petrosian Tigran L. 6,5 0,0
24 Artemiev Vladislav 6,5 0,0
25 Laznicka Viktor 6,0 0,0

134 Spieler

Partien

 

Frauenturnier

Den ersten Turniertag bei der Frauenweltmeisterschaft dominierte in Abwesenheit von Hou Yifan und Titelverteidigerin Anna Muzychuk Ju Wenjun. Die Chinesin gewann alle fünf Partien. Anna Muzychuk, die amtierenden Weltmeisterin nicht nur im Schnellschach, sondern auch im Blitzschach, hatte aus Protest gegen die Rolle der Frau in der saudiarabischen Gesellschaft auf eine Teilnahme verzichtet. Sie wolle sich nicht als Mensch zweiter Klasse behandeln lassen, verkündete sie auf Twitter. Hinter Ju Wenjun folgte eine Gruppe mit acht Spielerinnen, darunter auch Elisabeth Pähtz, die einen Punkt weniger auf dem Konto hatten.

Am zweiten Turniertag startete Ju Wenjun mit einem Remis gegen ihre Landsfrau Tan Zhongyi, die amtierende Weltmeisterin im klassischen Schach. 

Chinesisches Derby: Ju Wenjun und Tan Zhongyi

Auch in den nächsten Runden kam Ju Wenjun gegen Aleksandra Goryachkina, Elina Danielian und Elisabeth Pähtz nicht über Punkteteilungen hinaus und wurde in Runde acht von Goryachkina und der starken Vietnamesin Pham Le Thao Nguyen an der Spitze eingeholt. In Runde zehn gewann Ju Wenjun aber das Duell gegen Pham Le Thao Nguyen und geht als alleinige Spitzenreiterin in den dritten und letzten Turniertag.

Elisabeth Pähtz spielte bislang ein ausgezeichnetes Turnier und hat bisher keine einzige Partie verloren. Nach zehn Runden ist sie geteilte Fünfte bis Neunte, einen Punkt hinter Ju Wenjun.

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Stand nach 10 Runden

Rk. Name Pts.  TB1 
1 Ju Wenjun 8,0 0,0
2 Goryachkina Aleksandra 7,5 0,0
3 Danielian Elina 7,5 0,0
4 Dzagnidze Nana 7,5 0,0
5 Pham Le Thao Nguyen 7,0 0,0
6 Lei Tingjie 7,0 0,0
7 Paehtz Elisabeth 7,0 0,0
8 Kosteniuk Alexandra 7,0 0,0
9 Harika Dronavalli 7,0 0,0
10 Khotenashvili Bela 6,5 0,0
11 Guo Qi 6,5 0,0
12 Charochkina Daria 6,5 0,0
13 Tokhirjonova Gulrukhbegim 6,5 0,0
14 Fataliyeva Ulviyya 6,5 0,0
15 Sebag Marie 6,5 0,0
16 Abdumalik Zhansaya 6,5 0,0
17 Huang Qian 6,5 0,0
18 Zimina Olga 6,5 0,0
19 Atalik Ekaterina 6,5 0,0
20 Karavade Eesha 6,0 0,0

100 Spielerinnen

Partien

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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georg riemann georg riemann 02.01.2018 12:23
Ha, You are talking nonsense, or do You believe in Trump???
Georgie
acepoint acepoint 27.12.2017 11:16
Sehr unpolitisch und fehlerbehafet, diese deustche Berichterstattung auf Chessbase. Im Gegensatz zum wohltuend aussgewogenem und sorgfältig recherchierten englischen Teil.
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