Die Schnellschachkomponente des Tata Steel Chess India wurde am Freitag, den 9.1.26, beendet. Dabei ging Nihal Sarin als Sieger des offenen Turniers hervor. Der erst 21-jährige Spieler aus Thrissur, Kerala, erreichte 6,5 Punkte aus 9 Partien und sicherte sich so den ersten Platz, nachdem er punktgleich mit Viswanathan Anand in den letzten Tag gestartet war.
Der Tag begann für Nihal Sarin mit einem Remis mit Schwarz gegen Praggnanandhaa Rameshbabu. Danach folgte in Runde 8 ein Sieg mit Schwarz gegen Wesley So. So stieg in die Runde mit einem halben Punkt weniger als die Tabellenspitze ein und entschied sich für ein aggressives Auftreten auf dem Brett, um auch um die Tabellenspitze mitspielen zu können. Diese Strategie ging für ihn nicht auf. Nihal Sarin schaffte es, den Angriff abzuwehren und konnte den dadurch entstandenen Vorteil ausnutzen und verwerten. Die Partie endete nach nur 23 Zügen mit einem Sieg für Nihal Sarin.
Vor der letzten Runde stand Anand einen halben Punkt hinter Nihal Sarin. Arjun Erigaisi hatte wiederum einen halben Punkt Abstand auf Anand. Erigaisis Problem bei der Kombination: Nihal Sarin und Viswanathan Anand spielten in der letzten Runde gegeneinander, was es für Erigaisi unmöglich machte, noch die Tabellenspitze zu erreichen.
Für das Spiel der letzten Runde entschied sich Anand dafür, Schottisch zu spielen. Die Idee war, in keine ruhige ausgeglichene Stellung zu geraten. Nihal wiederum zeigte Ruhe und sorgte während der Partie dafür, dass das notwendige Remis nie in Frage gestellt werden konnte.

Vishy Anand und Nihal Sarin direkt nach der letzten Runde | Foto: Vivek Sohani

Zwei Generationen indischer Schachstars | Foto: Vivek Sohani
Die letzte Runde endete für Erigaisi mit einer Niederlage gegen Volodar Murzin. Murzin beendete den Freitag mit 3 Punkten aus 3 Partien und hatte so eine Gesamtpunktzahl von 3,5 aus 9. So bekam er noch ein punktreiches Ende nach einem schwierigen Start. Für Erigaisi endete das Turnier mit 5 Punkten aus 9 Partien, punktgleich mit So und Niemann. Durch die Feinwertung erreichte Erigaisi den alleinigen dritten Platz, wie auch schon bei den Weltmeisterschaften im Blitz- und Schnellschach in Doha.
Im Interview mit Tania Sachdev erzählte Nihal Sarin, dass er den Sieg seinem Großvater widmete. Sein Großvater war am Donnerstag verstorben. Sein Großvater war es auch, der Nihal Sarin zuerst zum Schach brachte und auch später weiter seine Erfolge online verfolgte.

Nihal Sarin gewinnt das Tata Steel Schnellschachturnier in der offenen Sektion zum zweiten Mal nach seinem Sieg 2022 | Foto: Vivek Sohani
Kateryna Lagno ließ niemanden an ihrem Turniersieg zweifeln. Sie blieb nicht nur unbesiegt, schon vor der letzten Runde konnten sie die anderen Spielerinnen auch nicht mehr einholen. So konnte sie mit der Gewissheit, den Turniersieg sicher zu haben, in die letzte Runde starten.
Am letzten Turniertag erreichte sie 2 Punkte aus 3 Partien und kam so auf eine Gesamtpunktzahl von 6,5 Punkten aus 9 Partien, was ihr den alleinigen Turniersieg bescherte.
Lagno besiegte Rakshitta Ravi und erzielte ein Remis gegen Carissa Yip und wurde so zur einzigen Spielerin beider Schnellschachsektionen, die keine Partie verloren hatte.

Kateryna Lagno | Foto: Vivek Sohani
Da die Entscheidung im den Turniersieg bereits früh gefallen war, lag der Fokus der letzten Runde bei den Brettern, an denen es um die übrigen Plätze auf dem Siegerpodest ging. Vor der letzten Runde standen Nana Dzagnidze und Carissa Yip punktgleich auf dem zweiten Platz mit 4,5 Punkten aus 8 Partien. Ihnen folgten Aleksandra Goryachkina und Divya Deshmukh mit jeweils 4 Punkten in der Tabelle. Die Entscheidung für diese Spielerinnen folgte in der letzten Runde: Dzagnidze verlor mit Schwarz gegen Vaishali Rameshbabu und Carissa Yip verlor mit Schwarz gegen Harika Dronavalli. Diese Ergebnisse sorgten dafür, dass Goryachkina durch ihren Sieg gegen Vantika Agrawal den alleinigen zweiten Platz erreichte.
2024 gewann Lagno das Blitzturnier des Tata Steel Chess India, während Goryachina das Schnellschachturnier gewann. Ob sich die beiden Spielerinnen auch dieses Jahr die Turniersiege untereinander aufteilen, bleibt abzuwarten.

Aleksandra Goryachkina | Foto: Vivek Sohani

Autogramme von Divya Deshmukh sind sehr gefragt | Foto: Vivek Sohani

Carissa Yip und Vaishali Rameshbabu | Foto: Lennart Ootes