2025: Javokhir Sindarov stößt in die Weltelite vor

von Carlos Colodro
14.01.2026 – Seit Javokhir Sindarov im Alter von 12 Jahren Großmeister wurde, gilt er als außerordentlich großes Talent, aber im Gegensatz zu Spielern wie Gukesh, Praggnanandhaa oder Vincent Keymer verlief Sindarovs Aufstieg in der Elo-Liste eher langsam. Doch 2025 markierte einen Wendepunkt in der Karriere des 20-jährigen usbekischen Großmeisters, der im November den World Cup gewann und sich für das Kandidatenturnier 2026 qualifizierte. Carlos Colodro blickt auf das Jahr zurück, in dem Sindarov den Durchbruch zur Weltspitze schaffte. | Foto: FIDE / Michal Walusza

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Statistischer Überblick (klassisches Schach)

  • Elo-Zahl im Januar 2025: 2692
  • Elo-Zahl im Januar 2026: 2726
  • Elo-Gewinn: +34 Elo-Punkte
  • Gesamtzahl der klassischen Partien: 54
  • Gesamtpunktzahl: 35½
  • Prozentuale Punktausbeute: 65.74%
  • Siege: 19
  • Unentschieden: 33
  • Niederlagen: 2

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Geboren am 8. Dezember 2005 in Taschkent, gilt Javokhir Sindarov seit Jahren als eines der größten Talente Usbekistans. Den Großmeistertitel erlangte er im Alter von 12 Jahren, 10 Monaten und 8 Tagen – damals als zweitjüngster Spieler der Geschichte. Inzwischen liegt er in dieser Rangliste auf Platz fünf; später zogen unter anderem Abhimanyu Mishra und Yagiz Kaan Erdogmus an ihm vorbei.

Nach dem GM-Titel und dem Überschreiten der 2500-Marke Ende 2018 benötigte Sindarov mehr als drei Jahre, um im Dezember 2021 erstmals über 2600 zu kommen. Zwei Jahre später übersprang er kurz die 2700-Marke – im Dezember 2023 kam er auf eine Elo-Zahl von 2701. Doch das Aeroflot-Open 2024 kostete ihn Punkte und er fiel wieder auf unter 2700 Elo.

2025 spielte Sindarov nur 54 klassische Partien, aber in der Bundesliga war er sehr erfolgreich. In der Saison 2024/25 trat er für den Düsseldorfer SK an und trug mit einer Bilanz von 12 aus 14 (+10, =4, -0) entscheidend zum Meistertitel bei. In der folgenden Saison wechselte er zur OSG Baden-Baden. Das TePe Sigeman & Co. Turnier 2025 gewann Sindarov mit 4,5 aus 7 und beim UzChess Cup kam er mit 5,5 aus 9 punktgleich auf Platz eins.

Javokhir Sindarov

Javokhir Sindarov beim TePe Sigeman & Co. Turnier in Malmö | Foto: Mikael Svensson

Seine zwei letzten klassischen Turniere im Jahr 2025 hatten für Sindarov das größte Gewicht. Beim FIDE Grand Swiss erzielte er 6,5 Punkte aus 11 Partien und belegte den geteilten fünften Platz, 1,5 Punkte hinter dem Sieger Anish Giri. Den entscheidenden Schritt machte er jedoch beim FIDE World Cup. In dem 206 Spieler umfassenden K.o.-Turnier blieb Sindarov in den klassischen Partien ungeschlagen und gewann am Ende den Titel und sicherte sich die Qualifikation für das Kandidatenturnier 2026.

Über das gesamte Jahr 2025 hinweg verlor Sindarov im klassischen Schach lediglich zwei seiner 54 Partien. Trotz des begrenzten Turnierumfangs ist das eine bemerkenswerte Bilanz. Sein Elo-Zuwachs blieb zwar überschaubar, und er beendete das Jahr „nur“ auf Rang 21 der Weltrangliste, doch die Ergebnisse verweisen auf eine klare Stärke: Sindarov spielt auch unter hohem Druck stark.

Diese Eigenschaft zeigte sich schon früher. Beim World Cup 2021 eliminierte er als 15-Jähriger Alireza Firouzja, beim World Cup 2023 schaltete er Maxime Vachier-Lagrave aus. Auch beim Grand Swiss 2023 sorgte er für Aufmerksamkeit: als Startnummer 43 wurde er Achter und besiegte unter anderem Vladislav Artemiev, Sam Sevian und Levon Aronian.

Diese Nervenstärke verhalf Sindarov 2025 zum Durchbruch – man wird sehen, wie weit er beim Kandidatenturnier 2026 kommt.

Klassische Partien 2025

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Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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