33. Schachmeisterschaft für Ärztinnen und Ärzte

von Gerd Densing
31.03.2025 – Am vergangenen Wochenende, vom 28. bis 30. März, fand im Kurort Bad Homburg nahe Frankfurt am Main die bereits 33. Schachmeisterschaft für Ärztinnen und Ärzte statt. In einem schönen Turnier siegte am Ende Thomas Wessendorf (Bild) mit 8 Punkten aus 9 Partien. Gerd Densing berichtet.

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Erstmals war ich im Vorjahr zu Besuch, um das Turnier als Fotograf und Zuschauer kennenzulernen. Als ich am Freitagabend gut in Bad Homburg im Kulturzentrum in der Stadtmitte ankam, lief gerade die Begrüßungsansprache.

Der Spielort von außen

Mit dabei waren neben dem Bürgermeister der Stadt Bad Homburg auch der Ausrichter sowie der Mitinitiator des Turniers und „gute Seele“, Dr. Helmut Pfleger. Ebenfalls erstmals mit vor Ort war Großmeister Michael Bezold, der kurz nach 20 Uhr einen sympathischen und kurzweiligen Vortrag hielt.

Laut Programm ging es in erster Linie um seinen Bericht zur Teilnahme an der Blitz- und Schnellschach-Weltmeisterschaft in New York Ende Dezember 2024. Michael Bezold teilte seine Turnierimpressionen und berichtete unter anderem von seiner Erstrundenbegegnung im Blitzturnier gegen Magnus Carlsen.

Michael Bezold berichtet von seiner Begegnung mit Magnus Carlsen in der ersten Runde der Blitzweltmeisterschaft 2024

Besonders spannend waren auch seine Ausführungen zur legendären „Pulvermühle“. Dort sei nicht nur Bobby Fischer zu Besuch gewesen – auch andere Schachweltmeister hätten bereits dort gespielt, etwa Michail Botwinnik, der ihm als aufstrebendem Jugendspieler damals ein paar Trainingseinheiten und wertvolle Tipps gab. Der Vortrag endete mit der Vorstellung einiger trickreicher Endspielstudien. Michael Bezold, ein großer Fan solcher Studien, hatte früher regelmäßig Schachkalender mit Studien veröffentlicht. Die aktuellen Aufgaben wurden gemeinsam mit dem Publikum gelöst – sozusagen als „Warm-up“ für die nächsten Programmpunkte.

Anschließend gab es für die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte die Wahl zwischen einem Blitzschachturnier oder der Teilnahme an einem Uhrensimultan mit Großmeister Michael Bezold.

Gespielt wurde an zehn Brettern mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten plus 5 Sekunden Inkrement pro Zug – genau jener Bedenkzeit, die auch beim Schnellschachturnier am Folgetag galt. Das Uhrensimultan verlief zügig. Für mich als fachkundigen Zuschauer war vor allem die Schnelligkeit des Großmeisters beeindruckend. Er spielte extrem schnell – zu schnell für den Autofokus meiner Canon EOS Digital-Camera (zum Glück waren die Smartphone-Fotos brauchbar). Der ausgewiesene Blitz-Experte erspielte sich auf allen zehn Uhren rasch einen kleinen Zeitvorteil. Mehrere Partien entschied er klar für sich. An zwei Brettern war der Verlauf unklar, und am Brett von Dr. Markus A. Hobert blieb die Partie über die gesamte Dauer ausgeglichen. Es entstand ein remisliches Turmendspiel, in dem Michael Bezold Remis anbot – was sein Gegner sofort und sichtlich erleichtert annahm.

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Dieses Remis sollte der einzige „Punktverlust“ bleiben, denn die übrigen Partien gewann der Großmeister. Eine Partie mit einem interessanten Figurenopfer sah zwischenzeitlich vielversprechend für den Gegner aus, doch dieser verpasste die beste Fortsetzung und verlor. Die letzte Partie des Simultans – mit GM Helmut über die rechte Schulter blickend – endete abrupt durch Zeit- und Stellungsdruck mit einem Figureneinsteller. Das Endergebnis gegen 22 Uhr: 9,5 zu 0,5 für den sympathischen, offenen Großmeister aus Oberfranken.

Am Samstag traf ich kurz nach 9 Uhr erneut im großen, holzvertäfelten und mit Kronleuchtern ausgestatteten Saal des Kulturzentrums ein – pünktlich zum Start des Ärzteschachturniers. Über 100 Teilnehmer hatten sich angemeldet, was den Ausrichter freute. Nach einigen kurzfristigen Absagen startete das Turnier schließlich mit 98 Spielern (Vorjahr: 103).

Einblicke in den Turniersaal

Neben dem Vorjahressieger FM Amir Rezazadeh (SV Mülheim-Nord 1931 e.V.) nahmen zwei weitere FIDE-Meister sowie insgesamt 18 Spieler mit einer ELO-Zahl über 2000 teil. Turniersieger wurde die Nummer 4 der Setzliste, DM Dr. Thomas Wessendorf (SF Essen-Katernberg), mit souveränen 8 Punkten aus 9 Partien. Er gab lediglich in den Runden 2 und 6 je ein Remis ab. Den zweiten Platz belegte – mit einem ganzen Punkt Rückstand – FM Dr. Hans-Jörg Cordes (VSG 1880 Offenbach) mit 7 Punkten, vor Dr. Mathias Birke (SF 1954 Conweiler e.V.), der ebenfalls 7 Punkte erreichte.

Die Siegertrophäe

Hier die Top-10-Platzierungen:

Es war – wie jedes Jahr – erneut ein beliebtes „Familientreffen“ der Schachspielenden Ärzteschaft Deutschlands.

Weitere Informationen zum Turnier sind auf der Turnierseite zu finden: www.aerzteschach.de

Die Ergebnisse des Schnellschachturniers sind – etwas versteckt – hier zu finden:

https://www.findchessgames.com/index-0134,224,1280%7C1%7C2809.html


Gerd Densing ist ein begeisterter Vereins- und Turnierspieler. Seine Eindrücke hat er in vielen Berichten auf der ChessBase-Nachrichtenseite festgehalten.
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