Biel fällt auf mit kreativen Turnierformaten
Das Internationale Schachfestival Biel ist bekannt für kreative Turnierformate. Bei den beiden ACCENTUS Chess960 Einladungsturnieren, die auf Masters und Generations Challenge aufgeteilt wurden, ging es nicht nur um fünf Runden Chess960 gegen die Spieler innerhalb der eigenen Gruppe. Es wurden zwei weitere Runden mit Partien gegen Spieler aus der jeweils anderen Gruppe angehängt. Damit fällt dieses Turnierformat auf. Die Ergebnisse dieses Turniers werden wiederum als Feinwertung für den Triathlon des Masters herangezogen.
Endtabelle ACCENTUS Chess960 Masters
Legende: FW = Feinwertung (hier: direkte Begegnung)
In dieser Kreuztabelle tauchen auch die Ergebnisse der sechs Personen aus der Generations Challenge aus den letzten beiden Runden in dieser Tabelle auf. Dies liegt daran, dass die Paarungen in Runde 6 und Runde 7 jeweils gegen Spieler der anderen Gruppe stattfanden. Ihre erlangten Punkte dieser beiden Runden zählen jedoch nur für die Wertung des Turniers in ihrer Gruppe.
Carissa Yip war die einzige Spielerin aus der Generations Challenge, die in den letzten beiden Runden gegen einen Spieler des Masters gewann. Diesen Sieg erreichte sie in Runde 6 gegen Liem Le Quang. Dieser landete mit 3/9 auf Platz 6 der Masters-Teilnehmer. Damit hatte er einen Punkt Abstand auf Jose Eduardo Martinez Alcantara, Yagiz Kaan Erdogmus und Levon Aronian und 1,5 Punkte Abstand auf Blübaum und Suleymanli.
Martinez Alcantara konnte sich gegen seine punktgleichen Kontrahenten (Erdogmus und Aronian) auch durch die direkten Begegnungen durchsetzen. Die wichtigsten Ergebnisse in diesem Turnier waren damit die Siege gegen Erdogmus und Aronian. Die Niederlagen gegen Blübaum und Liem Le Quang wurden dadurch unwichtiger.
José Eduardo Martinez Alcantara (3. Platz) verlor gegen Blübaum | Foto: Biel Chess Festival
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Bent Larsen (1935–2010) war der größte Schachspieler in der Geschichte Dänemarks und zeitweise der zweitstärkste Spieler der westlichen Welt – hinter Bobby Fischer. Zwischen 1954 und 1971 gewann er sechsmal die dänische Meisterschaft und erzielte im Laufe seiner Karriere zahlreiche internationale Turniersiege.
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Levon Aronian war wiederum der einzige Spieler des Masters, der in den beiden letzten Runden jeweils gewann. Er besiegte Xiao Tong und Vaclav Finek. Ungeschlagen blieb in diesem Chess960 Schnellschachturnier niemand. Matthias Blübaum war aber der einzige der Teilnehmer der Masters-Gruppe, der nur eine Partie verlor. In der ersten Runde unterlag er Levon Aronian. Danach spielte er dreimal Remis und gewann drei Partien. Für die Tabellenführung nach Feinwertung wurde seine Partie in Runde 4 besonders relevant. Da gewann er gegen Aydin Suleymanli. Da das Ergebnis der direkten Begegnung als Feinwertung herangezogen wurde, gewinnt Blübaum das Turnier.
Aydin Suleymanli vs. Matthias Blübaum (Runde 4)
Blübaums Vorteil in der Partie gegen Suleymanli begann schon früh. Während Suleymanli auf Entwicklung seiner Springer am Damenflügel setzte, entwickelte Blübaum seine Läufer am Königsflügel zuerst und verschlechterte dabei die Bauernstruktur seines Gegners am Damenflügel.
Suleymanli ließ sich dabei nicht davon abhalten, später noch lang zu rochieren (während Blübaum kurz rochierte). Um nach der Rochade von c1 auf das sichere Feld a2 zu kommen, musste er aber ein paar zusätzliche Königszüge aufwenden.
Bevor einer von beiden rochierte, gab es aber noch ein anderes Drama. Blübaum hatte gerade den Läufer von Weiß auf c4 abgetauscht, da stand Suleymanlis Dame auf c4 und verhinderte wieder die Rochade von Schwarz. Schwarz stellt deswegen seinen Springer mit 8...Se6 in den Weg. In dieser Stellung schlägt die Engine die lange Rochade für Weiß vor. Aber Suleymanli hatte andere Pläne.
Nach 9.f4 tauschte Blübaum einmal die Läufer auf g1 ab, schlug den geopferten Bauern auf f4 und stellte den Springer bald wieder zurück nach e6, um sich die kurze Rochade wieder zu ermöglichen.
Die Partie endete damit, dass Blübaum einen Mehrbauern hatte, die aktiveren und besser koordinierten Türme auf dem Brett hatte und dass die Uhr in seinem Sinne tickte. Er hatte noch über fünf Minuten, während Suleymanli mit den letzten Sekunden auf der Uhr und kurzem Inkrement von fünf Sekunden arbeiten musste.
Aydin Suleymanli nimmt als Last-Minute-Ersatz für Nodirbek Yakkuboev an den Masters-Turnieren des Internationalen Schachfestivals Biel teil. Dass er direkt um den Turniersieg beim Chess960 kämpfte, zeigt, dass er eine ausgezeichnete Wahl für den freien Platz im Turnier war.
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Liem Le Quang: 4 Niederlagen (u.a. gegen Erdogmus) und 3 Siege | Foto: Biel Chess Festival
Partien ACCENTUS Chess960 Masters
Programm Einladungsturniere (Masters & Generations Challenge)
Am Sonntag geht es für die Spieler des Masters und der Generations Challenge mit den Schnellschach-Partien im Rahmen des Triathlons weiter. Turnierbeginn: 14 Uhr. Beim Schnellschachturnier wird in 5 Runden mit vertauschten Farben zu den Klassischen Partien gespielt. Es wird mit einer Bedenkzeit von 15min+5 Sek./Zug (Inkrement) gespielt.
| Sa |
11. Juli |
14:00 Uhr |
Rapid-Turnier Fischer Random ACCENTUS |
| So |
12. Juli |
14:00 Uhr |
Rapid-Partien der Masters & Generations Challenge |
| Mo |
13. Juli |
|
Spielfrei |
| Di-Sa |
14.-18. Juli |
14:00 Uhr |
Klassische Partien der Masters & Generations Challenge |
| So |
19. Juli |
14:00 Uhr |
Blitz-Partien der Masters & Generations Challenge |
| Mo |
20. Juli |
|
Spielfrei |
| Di-Do |
21.-23. Juli |
14:00 Uhr |
Schlussrunden der Masters & Generations Challenge (Klassische Partien) |
| Fr |
24. Juli |
10:30 Uhr |
Schlusszeremonie mit Preisverleihung und Apéro im Kongresshaus |
Als Viswanathan Anand auf der europäischen Schachbühne erschien, hatte er in Indien schon einige Erfolge erzielt, die indischen Jugendmeisterschaften und als Jugendlicher auch die Landesmeisterschaften der Erwachsenen gewonnen. Mit gerade einmal 14 Jahren wurde Anand 1984 für die Schacholympiade in die indische Nationalmannschaft berufen. 1987 wurde er Juniorenweltmeister, 1988 verlieh die die FIDE dem 19-jährigen den Titel eines Großmeisters.
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