Der SC Viernheim gewann auch die letzte Runde der Bundesliga-Saison 2025/26. Damit wird das Team mit 30 von möglichen 30 Mannschaftspunkten deutscher Meister. Während der 15 Spieltage gab es nur acht Niederlagen der Viernheimer bei 120 gespielten Partien. 50 Siege, 63 Remis und 8 Niederlagen führten den SC Viernheim auf Platz 1 mit 30 Mannschaftspunkten und 81,5 Brettpunkten.
1. Platz für den SC Viernheim | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Dennis Wagner sorgte in der letzten Runde gegen Lukas Winterberg für den entscheidenden Sieg, der die Meisterschaft mit 30/30 perfekt machte.

Keymer in der Bundesliga-Saison 2025/26: 4 Spiele, 4 Remis | Foto: Nils Rohde / ChessBase
Im Duell zwischen den Schachfreunden Wolfhagen und der OSG Baden-Baden ging es darum, wer den zweiten Platz in der Tabelle ergattern würde. Am Freitag hatte Wolfhagen die theoretische Chance auf den ersten Platz abgeben müssen, am Samstag musste auch Baden-Baden den Traum auf den ersten Platz aufgeben. Im direkten Kampf um Platz 2 brauchte Baden-Baden nur ein Remis.
Als die letzte Partie zwischen Alexander Donchenko (Baden-Baden) und Eytan Rozen (Wolfhagen) noch gespielt wurde, stand es 3,5:3,5. Alle weiteren Paarungen waren Remis ausgegangen. Rozen brauchte für Wolfhagen einen Sieg. Donchenkos Team brauchte nur ein Remis. Zwischenzeitlich hatte Donchenko noch Siegeschancen, letztendlich endete die Partie aber in einem Remis.
Beide Könige stehen offen und sind damit zugänglich für die gegnerischen Damen. Donchenko hatte zwar die Möglichkeit, sich einen Bauern zurückzuholen ,z.B. mit 65...Kf7 66.Dxc6 Dxf5 67.Dxb5, dies ändert aber nichts am Ausgang der Partie. Mit dem Remis in der Endstellung kann Donchenko zufrieden sein und sein Team erreicht den zweiten Platz! Mit nur zwei Brettpunkten weniger folgen die Schachfreunde Wolfhagen auf Platz 3.
Donchenko hatte Spaß während der Sonntagspartie
Platz 2: OSG Baden-Baden | Foto: Reinhard Ahrens
Platz 3: Schachfreunde Wolfhagen | Foto: Reinhard Ahrens
Der SC Heimbach-Weis-Neuwied hatte im Abstiegskampf die beste Ausgangslage. Dafür mussten sie gegen den SC Viernheim antreten. Dem Team kam entgegen, dass auch die anderen Mannschaften im Abstiegskampf strauchelten. Die SF Berlin verloren 3:5 gegen den SV Werder Bremen. Der USV TU Dresden verlor 2,5:5,5 gegen den SK Kirchweyhe und MSA Zugzwang verlor 3,5:4,5 gegen den Düsseldorfer SK.
Nach der Ansage der Schachfreunde Wolfhagen, dass sie in der kommenden Saison kein Team in der ersten Liga stellen werden, wird aktuell mit zwei Abstiegsplätzen gerechnet. Abhängig davon, ob noch ein weiterer Verein sein Bundesliga-Team zurückzieht, kann sich die Anzahl der Abstiegsplätze noch ändern.
Schon vor der Runde 15 stand der Abstieg für den USV TU Dresden fest. Nach den Ergebnissen der Runde 15 verfestigt sich dies. Selbst, wenn ein zweiter Verein sein Team zurückziehen würde, befände sich Dresden auf einem Abstiegsplatz.
Am Vortag hatte Dresden gegen Werder Bremen und Berlin gegen Kirchweyhe gewonnen. Diese Ergebnisse gaben zumindest den Berlinern Hoffnung im Abstiegskampf. Nach dem Tausch der Gegner entstand hier kein Trend. Werder Bremen und Kirchweyhe gewannen jeweils in der letzten Runde.
Die SF Berlin hätten den Klassenerhalt gegen Werder Bremen selbst in der Hand gehabt. Mit der Niederlage ging der Blick rüber zur MSA Zugzwang, die sie mit einem Sieg noch einholen konnten. Knapp wurde es noch, letztendlich gewann der Düsseldorfer SK jedoch 4,5:3,5 gegen MSA Zugzwang. Damit kann sich das Münchener Team nicht aus dem Tabellenkeller retten. Mit 7 Mannschaftspunkten stehen sie nach der letzten Runde auf dem vorletzten Platz. Die SF Berlin und der SC Heimbach-Weis-Neuwied halten sich mit 9 Mannschaftspunkten in der Liga.
Beim Mannschaftskampf zwischen dem FC Bayern München und dem FC St. Pauli hatte Aljoscha Feuerstack die Chance auf eine GM-Norm. Die Partie begann mit leichtem Vorteil für Weiß. Doch dann verpasste Feuerstack eine Taktik, die es seinem Gegner ermöglichte, Material zu gewinnen.
In der letzten Runde punkteten die Spieler des FC Bayern München besonders stark. Der 6,5:1,5-Sieg war ihr bestes Resultat in dieser Saison. Der einzige Spieler, der in dieser Runde beim FCB verlor, war Philip Lindgren. Am Samstag besiegte der Spieler mit einer Elo von 2360 noch Konstantin Peyrer (2519), am Sonntag verlor er dann aber gegen Triona Eberle (2037). Damit brachte Triona Eberle dem FC St. Pauli den einzigen Sieg der letzten Runde. Eberle hatte ihren ersten Bundesliga-Einsatz am Freitag. Am Sonntag hatte sie erst ihren zweiten Einsatz. Außerdem hat sie die geringste Elo von allen eingesetzten Personen in der Bundesliga-Saison 2025/26 und doch schließt sie die Bundesliga-Saison mit einer Gewinnrate von 50% ab (ein Punkt aus zwei Partien).
Der Hamburger SK und die Schachfreunde Deizisau gaben in der letzten Runde keine vollen Punkte ab. Der Hamburger SK gewann 5:3 gegen den SV Deggendorf und die Schachfreunde Deizisau gewannen 5:3 gegen die SG Solingen. Frederik Svane erreichte seinen ersten Sieg der Bundesliga-Saison gegen Aleksandar Indjic. In seiner ersten Saison als Stammspieler an Brett 1 erreichte er 6 Punkte in 13 Partien. Luis Engel, der sich nach der DWZ gerade auf Platz 5 der deutschen Spieler befindet (vor Dmitrij Kollars, Niclas Huschenbeth und Rasmus Svane), gewann die zweite Partie des Tages für den Hamburger SK. Er spielte mit Weiß gegen Venkataraman Karthik. Luis Engel erreichte 9 Punkte in 13 Partien und blieb ungeschlagen.
Die Siege für die Schachfreunde Deizisau gegen die SG Solingen brachten Jules Moussard und Ruben Gideon Köllner mit nachhause. Moussard gewann mit Weiß gegen Jörg Wegerle und Köllner gewann mit Schwarz gegen Markus Schäfer.
Matthias Blübaum hatte auch Gewinnchancen auf dem Brett. Die Partie zwischen Matthias Blübaum und Max Warmerdam zog sich über 120 Züge. Zwischenzeitlich musste die Partie sogar pausiert werden, um den Raum zu wechseln. Von Zug 75 von Schwarz bis Zug 120 spielten sie ein Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm. Der letzte Bauer wurde in Zug 75 von Weiß geschlagen. Für 45 Züge versuchte Blübaum dieses Endspiel noch zu gewinnen. Bei diesem Remis kann man ihm keinen fehlenden Kampfgeist vorwerfen.
Arne Kähler interviewt Luis Engel in Berlin
| Mannschaft | Sp | MP | BP | BW | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | SC Viernheim | 15 | 30 | 81½ | 358½ |
| 2. | OSG Baden-Baden | 15 | 23 | 72 | 317 |
| 3. | Sfr. Wolfhagen | 15 | 23 | 70 | 317 |
| 4. | FC Bayern München | 15 | 18 | 66 | 302½ |
| 5. | Schachfreunde Deizisau | 15 | 16 | 60½ | 266½ |
| 6. | Hamburger SK | 15 | 15 | 60½ | 281½ |
| 7. | SG Solingen | 15 | 15 | 60 | 273 |
| 8. | SV Werder Bremen | 15 | 15 | 56½ | 247½ |
| 9. | SK Kirchweyhe | 15 | 14 | 59 | 255½ |
| 10. | Düsseldorfer SK | 15 | 14 | 58 | 268½ |
| 11. | SV Deggendorf | 15 | 13 | 57½ | 266½ |
| 12. | FC St. Pauli | 15 | 13 | 54 | 246 |
| 13. | SC Heimbach-Weis-Neuwied | 15 | 9 | 55½ | 243½ |
| 14. | SF Berlin (*) | 15 | 9 | 52 | 215½ |
| 15. | MSA Zugzwang | 15 | 7 | 52 | 247 |
| 16. | USV TU Dresden | 15 | 6 | 45 | 214 |
(*) = Durch die Ankündigung der Schachfreunde Wolfhagen, ihr Team für die Saison 2026/27 zurückzuziehen, halten sich die Schachfreunde Berlin in der 1. Bundesliga.
Arne Kähler interviewt Dinara Wagner in Berlin