11.08.2026 – Der Cairns Cup 2025 war in amerikanischer Hand: Carissa Yip gewann mit einem halben Punkt Vorsprung vor Alice Lee. Während Lee in die gestern gestartete Auflage des Turniers mit einem Sieg gegen Alexandra Kosteniuk startete, musste die Titelverteidigerin eine Niederlage gegen Tan Zhongyi einstecken. Dritte Siegerin in Runde 1 war Divya Deshmukh, die mit Schwarz gegen Vaishali Rameshbabu gewann. | Fotos: Austin Fuller – Titelfoto: Tan Zhongyi gegen Carissa Yip
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Runde 1: Drei Siegerinnen und eine unterlegene Titelverteidigerin
Im letzten Jahr brillierten Alice Lee und vor allem Carissa Yip bei ihrem Heimspiel in St. Louis: Yip gewann einen halben Punkt vor Lee und den anderen acht Weltklassespielerinnen. In der 2026er-Auflage wird Yip zumindest zunächst als Verfolgerin in die nächsten Runden gehen. Denn in Runde 1 ließ sie eine lange Zeit fast ausgeglichene Stellung gegen Tan Zhongyi durch ein taktisches Versehen in Zeitnot entgleiten. Nach ihrem Fehlzug 35...Df8?? und der korrekten Antwort von Tan: 36.De6+ gab die Vorjahressiegerin sofort auf. Hier die kurze Analyse zur entscheidenden Partiephase:
Ärgerlich für Yip, denn sie hatte nach einer Bogoljubow-Indischen Verteidigung zwar unter einem gewissen Druck gestanden, aber die Stellung immer im Remisbereich halten können. Die letzten Züge vor dem entscheidenden Fehlzug war die Stellung laut Engine komplett ausgeglichen.
Nach 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 Lb4+ entwickelt sich Schwarz zügig, bereitet die Rochade vor und bewahrt dabei maximale Flexibilität seiner Zentralbauern. Ausufernde Theorie muss man in dieser natürlichen Eröffnung nicht kennen.
Noch ausgeglichener verlief die Partie zwischen Alice Lee und Alexandra Kosteniuk. Doch wieder einmal zeigte sich, dass längst nicht jedes Turnierendspiel Remis ist, wie so gerne behauptet wird – selbst bei gleicher Bauernzahl lohnt sich der Kampf oft. Lee setzte auf ihre vorgepreschten Bauern, während Kosteniuk auf den aktiveren Turm hätte setzen sollen, um die Bauern am weiteren Vormarsch zu hindern:
Lee hatte 55.Td1 gezogen, um den h-Bauern im Blick zu behalten. Kosteniuk wollte nun ihren König hinter dem f-Bauern schützen und mit ihm den Bauernstoß ...e6-e5 vorbereiten. Ein verständlicher Plan. Doch 55...Kf6?? verlor die Partie: Lee nutzte die Gelegenheit zum sofortigen 56.c6! und es folgten einige Schachgebote: 56...Tb2+ 57.Kc5 Tc2+ 58.Kb6 Tb2+ 59.Kc7 Ta2 60.Kb7 Tb2+ 61.Kc8 und der König ist angekommen, wo er hin wollte.
Großmeister Dr. Karsten Müller, einer der führenden Endspielexperten weltweit, vermittelt Ihnen in diesem zweiten Band systematisch alles, was Sie zu Turmendspielen wissen müssen. Stellen Sie sich vor: Sie haben Ihren Gegner Zug um Zug überspielt, stehen klar besser und dann kippt das Endspiel doch noch ins Remis, - nur weil das entscheidende Theoriewissen gefehlt hat. Genau hier setzt dieser Kurs an. Ohne sicheres Endspielwissen geht es nicht. Gerade das Wissen über Turmendspiele ist unentbehrlich: diese Endspiele treten am häufigsten auf und entscheiden über Sieg oder halben Punkt. Wer hier sattelfest ist, verwandelt Vorteile souverän in Siege!
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Die dritte Siegerin der umkämpften Auftaktrunde war die Inderin Divya Deshmukh, die ihre Landsfrau Vaishali Rameshbabu mit Schwarz besiegte. In Zeitnot verlor Vaishali die Kontrolle über die d-Linie und gab schließlich in hoffnungsloser Stellung auf.
Die beiden Partien Humpy Koneru gegen Stavroula Tsolakidou und Anna Muzychuk gegen Bibisara Assaubayeva endeten Remis. Worüber sich vor allem Koneru ärgern dürfte, denn auch sie griff im 39. Zug in Zeitnot fehl und gab ihren großen Vorteil ab. Tsolakidou ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und die Partie endete nach 61 Zügen mit nur noch zwei Königen auf dem Brett.
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In den Partien Divya Deshmukh gegen Alice Lee und Carissa Yip gegen Alexandra Kosteniuk treffen nun gleich zwei Siegerinnen und zwei Verliererinnen der ersten Runde aufeinander. Außerdem spielen Assaubayeva gegen Vaishali, Tsolakidou gegen Muzychuk und Tan gegen Koneru.
Runde 1 auf YouTube
Da die Live-Übertragung sich auf den Sinquefield Cup konzentriert, hier die erste Runde des Cairns Cup in der Zusammenfassung:
Die Übertragung wird von WGM Almira Skripchenko und IM Nazi Paikidze moderiert.
In diesem Kurs präsentiert Großmeisterin Elisabeth Pähtz das London-System als strukturierten und ambitionierten Ansatz mit frühem Lf4, der zu gehaltvollen und dynamischen Stellungen führt. Das Londoner System gehört zu den beliebtesten Eröffnungen auf allen Spielstärken – doch nicht jedes „London“ ist gleich. In diesem Kurs präsentiert Großmeisterin Elisabeth Pähtz das klassische London-System, einen strukturierten und zugleich ambitionierten Ansatz mit frühem Lf4, der zu dynamischen und gehaltvollen Stellungen führt.
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In diesem Videokurs untersuchen Experten die Partien von Judit Polgar. Lassen Sie sich von ihnen zeigen, welche Eröffnungen Polgar wählte, wo ihre Stärken im Mittelspiel lagen oder wie sie ihre Gegner im Endspiel überspielte.
Stefan LiebigStefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
10.08.2026 – Eines der weltweit stärksten Frauenschachturniere kehrt diesen Sommer nach Saint Louis zurück: Der Cairns Cup 2026 begrüßt zehn der weltbesten Schachspielerinnen, die um ein Preisgeld von 250.000 US-Dollar kämpfen – eines der höchsten im Frauenschach. Das Turnier findet vom 10. bis 19. August im kürzlich erweiterten Saint Louis Chess Club (STLCC) statt und wird dort parallel zum renommierten Sinquefield Cup ausgetragen. | Foto: Saint Louis Chess Club
– Tan Zhongyi ist die Topfavoritin auf den Spitzenplatz des Cairns Cups 2026. Die chinesische Siegerin von 2024 hat einen Punkt Vorsprung vor der letzten Runde. Die einzige, die sie noch einholen kann, ist die um ihre erste Großmeisternorm spielenden Alice Lee. Der 16-Jährigen fehlt für die Norm noch ein halber Punkt gegen die Vorjahresgewinnerin Carissa Yip. | Foto: Lennart Ootes | Live mit Kommentierung ab 19 Uhr
Königsindisch-Fans, die zum Mar del Plata Angriff (7...Sc6) greifen, wenn Weiß das klassische System spielt (1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0 6.Le2 e5 7.0-0), streben komplexe Stellungen mit beidseitigen Angriffen an offenen Flügeln an, in denen langfristige strategische Planung und taktische Aufmerksamkeit in kritischen Momenten gefragt ist. Computer wissen oft nicht, was in den entstehenden komplexen strategischen Stellungen zu tun ist, und das kommt Spielern entgegen, die gerne selber denken, anstatt lange theoretische Varianten auswendig zu lernen. Aber der zur Zeit moderne Bajonett-Angriff (9.b4) stört die schwarzen Pläne. Denn nach der schwarzen Hauptfortsetzung 9...Sh5 öffnet sich die Stellung und es kommt zu langen, forcierten Varianten, die man mit Computerhilfe analysieren kann. Diese DVD bietet ein gutes Mittel gegen den weißen Bajonett-Angriff: 9...a5! Dieser Zug führt zu gesunden Stellungen, in denen es nur wenig konkrete Varianten gibt und in der Strategie wichtiger als Taktik ist. Objektiv sind die Chancen ausgeglichen, aber wenn Schwarz die Stellung kennt, kann die Lage schnell kritisch für Weiß werden.
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„Angreifen mit Dh5!!“ – Taktiktraining mit Oliver Reeh, „6…g5 – wer nicht wagt, der nicht …“ – Le Quang Liem kommentiert eine seiner Siege aus Biel, „Grischuks Geniestreich“ – Petra Papp zeigt eine Überraschung in der Kan-Variante u.v.m.!
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Während die Taktik das Spiel in konkreten Momenten entscheidet, lenkt die Strategie die gesamte Partie. Zu verstehen, wie man seine Figuren verbessert, Schwächen schafft, Manöver ausführt und die Partie zu vorteilhaften Strukturen steuert, zeichnet starke
Dann ist das Italienische Vierspringerspiel die ideale Wahl. Es verbindet die solide Grundlage klassischer Eröffnungen wie Spanisch oder Italienisch mit einem aktiven, initiativreichen Spielstil.
IM Andrew Martin zeigt, warum diese Angriffswaffe aus dem 19. Jahrhundert auch heute noch eine fantastische Wahl für Vereinsspieler ist. Das Evans-Gambit sorgt für spannendes Schach und lehrt die Kunst des Angriffs.
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